Dienstag, 16. April 2024
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03.03.2024

SimRC gewinnt die Meisterschaft in der DNLS 23/24

Das Saisonfinale der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie war von großer Spannung geprägt. Beim RAVENOL 4h-Rennen fielen in allen fünf Rennklassen des virtuellen Nordschleifen-Championats die Entscheidungen. Zum ersten Mal wird nach der Wintersaison 23/24 ein Gesamtmeister gekürt. Diesen Titel sicherte sich das Team SimRC, das mit dem Hyundai Veloster N TC die Klasse SP3T gewann. Die Sieger des letzten Rennens waren Sindre Setsaas und Carl E. Jansson vom AMG Team Williams im Mercedes-AMG GT3.

Der Sieg beim Finalrennen war bis zur letzten Sekunde hart umkämpft. Setsaas/Jansson im Williams-AMG sowie Truck-Europameister Norbi Kiss und Lucas Hermann von BS+COMPETITION, die ebenfalls auf den digitalen Supersportler aus Affalterbach setzten, wechselten mehrmals in den letzten Runden die Führung. Am Ende der Döttinger Höhe setzte sich Kiss neben Jansson, musste aber schließlich zurückstecken. „Das war wirklich ein großartiger Zweikampf“, freute sich Jansson im Ziel. „Norbi hatte bei den Temperaturen heute etwas mehr Speed, aber ich wusste, dass er mit Blick auf die Meisterschaft kein volles Risiko eingehen würde.“ Auch Teamkollege Setsaas fieberte mit: „Ich konnte mich nach meinem Stint nicht vom Monitor losreißen, so spannend war das Rennen. Ein echter Krimi und schlussendlich unser erster Sieg.“ Der NLS-Champion von 2022 führt derzeit Gespräche für ein Cockpit in der realen Nürburgring Langstrecken-Serie, die am 6. und 7. April mit einem Double-Header die Nordschleifen-Rennsaison eröffnet. „Es ist noch nichts fix“, sagte der Norweger mit einem verschmitzten Grinsen. „Wer 2024 noch einen NLS-Champion in seinem Team haben möchte, kann sich gerne bei mir melden.“

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Kiss und Herrmann mussten sich mit dem zweiten Platz im Rennen begnügen, was ihnen jedoch den Sieg in der SP9-Gesamtwertung einbrachte. Für Kiss ist es der zweite Titel nach 2022, für das Team BS+COMPETITION ebenfalls der zweite Triumph nach 2021. Das Podium beim RAVENOL 4h-Rennen komplettierten Elias Seppänen und Kevin Ellis Jr. vom AMG Team MSI, die den Dreifacherfolg für Mercedes-AMG perfekt machten. Aufgrund der Terminüberschneidung mit der Formel 1 konnte Weltmeister Max Verstappen beim Saisonfinale nicht für Redline antreten. Trotzdem steht am Ende Platz zwei in der Meisterschaft zu Buche, nachdem das Team zwei Siege errungen hat.

In der Porsche Esports Endurance Trophy Nürburgring holten Gianni Veccio und Luke A. Bennett den zweiten Saisonsieg für das Team Redline. Den zweiten Platz belegten Tim Jarschel und Jonas Wagner von Dörr Esports. Julian Reimer und Fabian Hochstatter sicherten sich mit dem dritten Platz den ersten Titel in der PEETN für SCHERER eSPORT. Auf den letzten Metern setzte sich das Duo des Rennstalls aus dem Gewerbepark am Nürburgring gegen ihre Teamkollegen Luca Alpert und Raphael Rennhofer durch, die dadurch auf den dritten Platz in der Tabelle zurückfielen. Redline belegt in der Endabrechnung Platz zwei.
Die Sieger des RAVENOL 4h-Rennens und neuen Meister in der SP10 sind Felix Quirmbach und Nils Koch. Das Duo setzte sich im Mercedes-AMG GT4 des MAHLE RACING TEAM gegen Tatu Siipole und Lassi Juurinen durch, die für Sontek Racing einen BMW M4 GT4 pilotierten. Nach vier Stunden Renndistanz wurden Niclas Laubisch und Benedikt Hitz im Aston Martin Vantage GT4 von Dörr Esports auf den dritten Platz abgewunken. Der Zieleinlauf entsprach am Ende auch dem Stand in der SP10-Meisterschaft.

Die ersten Gesamtmeister der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie kommen aus der Klasse SP3T. Wie auch im realen Pendant war eine der kleineren Klassen Garant für viele Punkte. Kieran Harrison und Niclas Heide von SimRC reichte der zweite Platz beim Finale, um neben dem Klassen-Titel auch die Gesamtwertung für sich zu entscheiden. Weitere Piloten von SimRC in der Saison 23/24 waren Corentin Guinez und Daniel Sommer. Insgesamt fuhr das Team drei Siege und einen zweiten Platz ein. Den letzten Rennsieg holten sich Fabian Siegmann und Stefan Schella, die den Hyundai Veloster N TC des Teams Heusinkveld pilotierten. Den dritten Platz belegten Sven Winter und John Atkinson Jr. von SCHERER eSPORT.

Teamchef Andy Gülden lobte die neuen Meister der Klasse VT2. Mit ihrem zweiten Saisonsieg machten Maximilian Straupe und Daniel Muth am Ende alles klar. „Unsere Jungs haben einen großartigen Job gemacht, nicht nur in der VT2, sondern auch in den anderen Klassen, in denen Nürburgring eSports an den Start geht“, sagte Gülden. „Maxi und Daniel konnten am Ende so überzeugen, dass sie sich für die kommende Saison aussuchen können, in welcher Klasse sie für uns antreten möchten.“ Strahlend berichtete Muth: „Das war teilweise ein hektisches Rennen. Die ersten Runden waren sehr spannend und wir hatten gute Kämpfe auf der Strecke. Am Ende ist alles gut gegangen, so dass wir den Titel holen konnten.“ Das gute Ergebnis von Nürburgring eSports rundeten Andy Gülden und Gregor Kinski mit dem sechsten Platz in der SP9 sowie Sascha Engelhardt und Joel Kleinknecht als Siebte in der SP10 ab.

„Das war Racing ganz nach meinem Geschmack“, sagte VLN-Geschäftsführer Mike Jäger, der das Finale der DNLS am heimischen Bildschirm verfolgte. „Ich selber tue mich im Simulator zugegeben etwas schwer. Aber was die Jungs da auf den virtuellen Asphalt zaubern, hat meinen höchsten Respekt und zeigt, wie stark die DNLS ist. Es ist erfrischend, auf der einen Seite junge Nachwuchstalente zu beobachten, die wir vielleicht in ein paar Jahren in der realen NLS wiedersehen werden. Auf der anderen Seite ist sehr interessant, wie sich Champions vom Schlage eines Sindre Setsaas oder Norbi Kiss in der DNLS schlagen. Glückwunsch an die neuen Meister, die hoffentlich in der Wintersaison 24/25 zur Titelverteidigung antreten. Nun freue ich mich aber, wenn es in wenigen Wochen endlich wieder in der realen Grünen Hölle rund geht!“

Nach der Saison ist vor der Saison – buchstäblich. Nachdem die Digitale Nürburgring Langstrecken-Serie über die Wintermonate für packende Unterhaltung gesorgt hat, geht es in fünf Wochen in der realen Grünen Hölle weiter. In der Traditionsserie stehen 2024 acht Rennen auf dem Programm.
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