Mittwoch, 19. Juni 2024
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24h Nürburgring
07.06.2024

Klassensieg und Podium für Black Falcon

Drei von vier Fahrzeugen im Ziel, ein Klassensieg in der hart umkämpften Cup 2-Klasse sowie ein zweiter Platz in der Klasse SP8T, so lautete die Bilanz für Black Falcon nach dem kürzesten 24h Rennen in der Geschichte des Nürburgrings. Heftige Regenfälle, Nebelschwaden und schwierigste Streckenverhältnisse verlangten Team und Fahrern alles ab. Dank Bestleistungen der Fahrer und einem perfekten Job der Boxenmannschaft konnte Black Falcon am Ende hervorragende Ergebnisse erzielen.

Mit vier Fahrzeugen und 16 Fahrern aus acht Nationen war Black Falcon beim diesjährigen 24h Rennen am Nürburgring angetreten. Auf das mit Spannung erwartete Jahreshighlight in der Eifel hatten sich alle Beteiligten monatelang intensiv vorbereitet. Doch die „Grüne Hölle“ zeigte in diesem Jahr einmal mehr, dass sie ihren Namen zu Recht trägt: Nach mehr als sieben Stunden mit wechselnden Streckenbedingungen führte starker Nebel zur Entscheidung der Rennleitung, das Rennen mit der roten Flagge abzubrechen. Erst um 13:30 Uhr am Sonntag wurde das Feld nach einer erneuten Startaufstellung für fünf Formationsrunden hinter dem Safety-Car geführt. Die immer wieder auftretenden Nebelbänke machten jedoch einen Neustart unmöglich, sodass der offizielle Abbruch des Rennens um ca. 15:00 Uhr erfolgte.

Black Falcon gewinnt die CUP2-Klasse

Der Porsche 992 GT3 CUP #103 mit den Fahrern Mehmet Kaya, Gabriele Piana, Tim Scheerbarth und Mike Stursberg ging nach einem fehlerfreien Qualifying von Startplatz vier der äußerst stark besetzten Klasse Cup 2 ins Rennen. Nach einem frühen Reifenwechsel von Slick- auf Regenreifen konnte sich Startfahrer Piana bereits in der Anfangsphase gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Anschließend sorgte eine hervorragende fahrerische Leistung von Scheerbarth, Kaya und Stursberg in Kombination mit einer guten Strategie der Boxenmannschaft dafür, dass sich die #103 trotz wechselnder Bedingungen bis zum Abbruch des Rennens mehr als vier Minuten von der Konkurrenz in der Klasse absetzen konnte. Obwohl der Vorsprung durch die rote Flagge egalisiert wurde, war man auch für einen eventuellen Neustart bestens gerüstet. Letztlich war die fehlerfreie Teamleistung sowie die Kombination aus Speed und Erfahrung aller vier Fahrer der Startnummer 103 ausschlaggebend für den Erfolg.

Podiumsplatz für das Team Bilstein by Black Falcon

Das Team Bilstein by Black Falcon startete in diesem Jahr erstmals beim 24h-Rennen Nürburgring. Die prominente Besetzung mit den YouTube-Ikonen Jimmy Broadbent, Steve Brown und Misha Charoudin sowie Nürburgring-Profi Manuel Metzger zeigte nach wochenlanger Vorbereitung bereits im Qualifying eine hervorragende Leistung und sicherte sich mit dem BMW M4 GT4 #150 die Pole-Position der Klasse SP8T.  Leider übersah Brown in seiner ersten Nachtrunde im Qualifying ein Flaggensignal und fuhr mit stark überhöhter Geschwindigkeit in eine Code-60-Zone ein. Die Rennleitung ahndete den Patzer mit einer 90 Sekunden Zeitstrafe für das Fahrzeug und einer Disqualifikation von Brown, wodurch dieser am Rennen nicht teilnehmen konnte.

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Im Rennen verkürzte das Team den durch die Strafe entstandenen, anfänglichen Rückstand von 90 Sekunden auf weniger als 20 und lag zum Rennabbruch in direkter Schlagdistanz zum Führenden der Klasse. Ein möglicher Sieg des Team Bilstein by Black Falcon wurde jedoch durch den frühen Rennabbruch verhindert.

Black Falcon Team 48 Losch durch Eifelwetter ausgebremst 

Das hochkarätige Fahreraufgebot des Porsche 992 GT3 CUP #148 mit Steve Jans, Tobias Müller, Noah Nagelsdiek und Morris Schuring beherrschte das Training und fuhr in allen drei Qualifying-Sessions auf Position 1 der Klasse Cup 2. Jedoch fiel -genau wie bei der #150- auch hier kurzfristig ein Fahrer aus: Noah Nagelsdiek musste krankheitsbedingt auf einen Start verzichten, so ging auch die #148 mit nur drei Fahrern ins Rennen.

Von der Pole-Position gestartet wechselte auch Startfahrer Müller früh auf Regenreifen und kämpfte sich sukzessive wieder in die Spitzengruppe vor. Auch Schuring und Jans konnten den Kontakt zur Spitze halten, als gegen 22:30 Uhr ein leichter Kontakt mit der Streckenbegrenzung zu einem Kühlerschaden führte. Die sofort eingeleitete Reparatur warf das Team um drei Runden zurück. Durch den wetterbedingten Rennabbruch fehlte dem Trio anschließend die Zeit, den Rückstand wieder aufzuholen, sodass am Ende nur Klassenrang 10 zu Buche stand.

Abruptes Ende für den Black Falcon-BMW M4 #77

Auf dem BMW M4 GT4 mit der Startnummer 77 gingen die drei US-Amerikaner Charles Espenlaub, Ryan Harrison und Mike Skeen zusammen mit dem aus Rumänen stammenden Fahrzeugeigner Alexandru Vasilescu äußerst optimistisch ins Rennen. Das Qualifying in der mit 15 Fahrzeugen sehr stark besetzten Klasse SP10 verlief sehr gut - das Team blieb fehlerfrei und zeigte mit Startplatz sieben eine blitzsaubere Leistung. 

Der Start verlief für Mike Skeen vielversprechend, bis es in der 10. Runde im Bereich Flugplatz aufgrund von Flüssigkeit auf der Strecke zu einem heftigen Einschlag in die Streckenbegrenzung kam. Auch ein nachfolgendes Fahrzeug rutschte auf der Flüssigkeit aus und prallte auf den stehenden Black Falcon-BMW. Die Kollision, die in der Live-Übertragung zu sehen war, sorgte für eine Schrecksekunde bei Team und Zuschauern. Aufgrund einer guten Reaktion sowie der hervorragenden Sicherheitseinrichtungen des BMW konnte Skeen das Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen und blieb bis auf leichte Prellungen unverletzt. Der BMW war jedoch nicht mehr reparabel, sodass die Mannschaft der #77 das Rennen nach weniger als zwei Stunden aufgeben musste.

Alexander Böhm, Teamchef von Black Falcon: „Ein weiteres Mal hat uns die Nordschleife mit ihren typischen Wetterkapriolen herausgefordert. Obwohl wir gerne vier Fahrzeuge im Ziel gesehen hätten, können wir mit dem Ergebnis insgesamt sehr zufrieden sein. 
Wir haben mit dem 992 CUP die wichtigste Klasse nach der GT3 gewonnen und sind in die Top 20 der Gesamtwertung gefahren. Der BILSTEIN-BMW M4 hat den Klassensieg nur wegen des Abbruchs knapp verpasst. Ein großes Lob gilt unseren Fahrern, die trotz der widrigen Umstände Herausragendes geleistet haben. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team, das bei schwierigen Bedingungen fehlerfrei gearbeitet und ganz nebenbei über 300 Gäste bewirtet hat. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, das -rein statistisch gesehen- dann wieder bei schönem Wetter über die volle Distanz gehen sollte.“    
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