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FIA Formel E
23.03.2023

TAG Heuer Porsche will in São Paulo auf Erfolgskurs bleiben

Auf ihrer Reise um den Globus macht die ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft am 25. März erstmals in Brasilien Station. Der São Paulo E-Prix in der größten Stadt des Landes ist das sechste Saisonrennen der innovativen Elektrorennserie. Das in der Teamwertung führende TAG Heuer Porsche Formel-E-Team ist in der Zwölfmillionen-Metropole mit zwei Porsche 99X Electric am Start. 

Stuttgart. Die Formel E ist weiter auf Expansionskurs: Mit dem São Paulo E-Prix setzt die erste Elektrorennserie der Welt jetzt auch Brasilien auf ihre Landkarte. Der São Paulo Street Circuit ist bereits die dritte neue Strecke, auf der die 22 Piloten mit ihren neuen Gen3-Autos in dieser Saison antreten. Auch auf dem schnellen Stadtkurs im brasilianischen Wirtschafts- und Finanzzentrum können sich die Fans auf ein spannendes Rennen mit den leistungsstarken und energieeffizienten Elektrorennwagen freuen. Neben dem TAG Heuer Porsche Formel-E-Team mit seinen Fahrern Pascal Wehrlein und António Félix da Costa (POR) schickt auch das Porsche-Kundenteam Avalanche Andretti zwei Porsche 99X Electric ins Rennen. Als Fahrer kommen Jake Dennis (GBR) und André Lotterer (GER) zum Einsatz.

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Vor dem Gastspiel in São Paulo führt Pascal Wehrlein, der Sieger beider Rennen in Diriyah, mit 80 Punkten in der Fahrerwertung vor Mexiko-Gewinner Jake Dennis (62). António Félix da Costa, der zuletzt in Kapstadt seinen ersten Sieg als Porsche-Werksfahrer feierte, ist mit 46 Punkten Vierter. In der Teamwertung liegt das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team mit 126 Punkten an der Spitze vor Envision Racing (84) und Avalanche Andretti (80).


Fragen und Antworten zum São Paulo E-Prix


Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E


Nach fünf Rennen im Zwei-Wochen-Rhythmus hattet ihr vor São Paulo eine längere Pause. Wie wirkte sich das auf die Intensität der Vorbereitung aus? 
„Bis jetzt ging alles Schlag auf Schlag. Jeder musste das Maximum aus sich herausholen. Als Team mussten wir sehr fokussiert arbeiten und von Rennen zu Rennen große Schritte machen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das ist uns gelungen. In die vierwöchige Pause sind wir mit dem Anspruch gegangen, die Batterien aufzuladen und hart daran zu arbeiten, das Potential unseres Porsche 99X Electric weiter zu verbessern.“

Wie willkommen war diese Pause?
„Nach so einem anspruchsvollen Saisonauftakt mit fünf Rennen in sechs Wochen in vier verschiedenen Metropolen war etwas Zeit zum Durchatmen natürlich sehr willkommen. Doch mit unserem neuen Auto befinden wir uns immer noch in einer steilen Lernkurve. Die Pause bot uns die Chance, weitere Schritte nach vorne zu machen. Die sind sicherlich auch nötig, denn auch unsere Konkurrenten haben die Pause genutzt, um weiter an ihren Paketen zu arbeiten.“

Wie fällt deine Bilanz der ersten Saisonrennen aus? Was ist schon sehr gut gelaufen und wo siehst du noch Potential?
„Es war ein sehr erfolgreicher Saisonstart für unser Team. Drei Siege in fünf Rennen – darauf kann jeder im Team und in unserer Entwicklungsmannschaft stolz sein. Unsere Stärken in der bisherigen Saison waren die Renndurchführung an sich und die Rennperformance. Wir haben weniger Fehler gemacht als die Konkurrenz und haben konstant unser Potential abgerufen. Am Qualifying müssen wir noch arbeiten. Da haben wir definitiv noch Reserven. Wenn wir von weiter vorne starten würden, würde das für uns vieles einfacher machen. Doch auch da haben wir uns in den letzten Wochen sukzessive verbessert.“


António Félix da Costa, Porsche-Werksfahrer (#13)


War Kapstadt das beste deiner bisher 101 Formel-E-Rennen und was macht deinen Sieg so besonders?
„In meiner Formel-E-Karriere gab es einige Rennen, bei denen ich von weit hinten ganz nach vorne gefahren bin. Kapstadt war auf jeden Fall eines meiner besten, ich würde sagen, es gehört zu meinen Top-Drei. Dass es mein erster Sieg mit Porsche war, macht es natürlich schon besonders. Vor allem, weil mein Start in diese Saison nicht einfach war. Doch mit der Unterstützung meines Teams habe ich mich aus dem Tief gekämpft. Ich bin fest davon überzeugt, dass uns das zusammengeschweißt und noch stärker gemacht hat. Ich fühle mich inzwischen viel besser in meinem Auto und hoffe, dass wir jetzt durchstarten und zusammen noch weitere Rennen erleben werden wie das in Kapstadt.“ 

Du bist sehr gerne in Brasilien. Woher kommt diese Liebe zu dem Land und wie hast du die Zeit vor dem São Paulo E-Prix genutzt?
„Da die Formel E nicht in Portugal fährt, ist São Paulo schon so etwas wie mein Heimrennen. Ich liebe Brasilien. Ich fahre dort jedes Jahr ein Stock-Car-Rennen, und ich werde von den Fans immer sehr herzlich empfangen. Die Fahrer sind nicht ganz so gut auf mich zu sprechen, weil ich meistens gewinne oder zumindest auf dem Podium lande. Trotzdem komme ich mit allen gut klar. Vor São Paulo hatten wir etwas mehr Zeit als vor den bisherigen Rennen. Dadurch konnten wir etwas tiefer in die Analyse eintauchen, um herauszufinden, wo wir uns noch verbessern können. In Hyderabad und Kapstadt haben wir uns auf neuen Strecken ganz gut geschlagen. Ich wüsste nicht, warum uns nicht auch in São Paulo etwas Großes gelingen sollte.“


Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94)


Kam dir die längere Pause vor São Paulo entgegen oder wärst du nach Deinem Ausfall in Kapstadt lieber schon früher wieder ins Auto gestiegen?
„Am liebsten wäre ich schon am nächsten Tag wieder ein Rennen gefahren. Nach einem schlechten Resultat will man immer so schnell wie möglich wieder ins Auto steigen, um mit einem guten Resultat das schlechte vergessen zu machen. Trotzdem habe ich mich auf die Pause gefreut. Der Auftakt der Saison war doch sehr anstrengend – alle zwei Wochen ein Rennen in unterschiedlichen Zeitzonen und dazwischen die Simulatorarbeit. Die Auszeit habe ich dazu genutzt, die bisherigen Rennen noch einmal Revue passieren zu lassen und Daten zu analysieren sowie Zeit mit meiner Familie zu verbringen. In São Paulo ist unser Team dann wieder mit frisch aufgeladenen Batterien am Start.“

Du führst in der Weltmeisterschaft. Wie blickst du auf die ersten Saisonrennen zurück?
„Insgesamt bin ich sehr glücklich mit meinem Start in die Saison. Ich habe zwei Rennen gewonnen, wurde einmal Zweiter und konnte viele Punkte sammeln. Ich führe in der Weltmeisterschaft, genauso wie unser Team. Das ist ein schöner Erfolg. Wir haben uns als Team super entwickelt. Bei uns herrscht eine unglaublich positive Energie. Wir haben alle das gleiche Ziel. Dafür arbeitet jeder hart, alle wollen in jedem Rennen das maximale Ergebnis erreichen. Ich bin sehr stolz auf das Team und darauf, ein Teil davon zu sein. Mir als Fahrer macht es sehr viel Freude, in so einem tollen Auto zu zeigen, was in uns steckt.“


Die Strecke

Der São Paulo Street Circuit ist 2,933 Kilometer lang und weist elf Kurven auf. Er führt durch das Anhembi Sambadrome, in dem zur Karnevalszeit 100.000 Zuschauer den farbenprächtigen Umzug der Sambaschulen verfolgen können. Der Kurs ist eine typische Formel-E-Strecke mit 90-Grad-Kurven sowie einer Schikane auf der Gegengerade. Es gibt keine High-Speed-Kurven. Um diese Jahreszeit regnet es in São Paulo fast täglich. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 Grad Celsius.
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