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FIA Formel E
26.01.2023

Porsche will in Diriyah an den starken Saisonstart anknüpfen

Nach dem erfolgreichen Saisonstart mit dem neuen Porsche 99X Electric Gen3 reist das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team zuversichtlich zum Diriyah E-Prix nach Saudi-Arabien. Auf dem historischen Stadtkurs werden am 27. und 28. Januar zwei spektakuläre Nachtrennen ausgetragen, die Läufe 2 und 3 der ABB FIA Formel-E-Weltmeisterschaft.

Stuttgart. Auf der 2,495 Kilometer langen Strecke unweit der Hauptstadt Riad setzt das TAG Heuer Porsche Formel-E-Team zwei seiner neuen Porsche 99X Electric Gen3 ein. Die Fahrer sind Pascal Wehrlein (GER/Startnummer 94), der die Saison 9 in Mexiko nach einem starken Rennen mit dem zweiten Platz einläutete, sowie António Félix da Costa (POR/Startnummer 13). Wehrlein bestreitet am Freitag sein 50. Formel-E-Rennen. Ebenfalls mit zwei Porsche 99X Electric Gen3 ist das Porsche-Kundenteam Avalanche Andretti am Start, der in Mexiko siegreiche Rennstall der US-Motorsportikone Michael Andretti.


Fragen und Antworten zum Diriyah E-Prix


Florian Modlinger, Gesamtprojektleiter Formel E


Was lief beim Saisonstart in Mexiko besonders gut für das Team und woran müsst ihr noch arbeiten?
„Für den Porsche 99X Electric Gen3 und das Team war das ein erfolgreicher Start. Wir haben im ersten Rennen unser erstes Podium geholt und beide Fahrzeuge in die Punkte gebracht. Die Umsetzung und die Durchführung des Rennwochenendes sind sehr gut gelaufen. Die Abläufe haben gepasst. Schade, dass Antonio die Duellphase um zwei Tausendstelsekunden verpasst hat. Wir befinden uns am Anfang der Gen3, somit ist noch sehr viel Potential im Fahrzeug. Das müssen wir jetzt Schritt für Schritt heben.“

Welche Erkenntnisse nehmt ihr von Mexiko mit nach Diriyah und was sind eure Erwartungen?
„Die Performance in Mexiko hat gepasst. Es ging extrem eng zu mit fünf Autos innerhalb einer knappen Zehntelsekunde. Die Nachtrennen in Diriyah mit einer ganz anderen Streckencharakteristik sind eine völlig neue Herausforderung. Die Performance der einzelnen Teams kann dort ganz anders aussehen. Sicher ist nur, dass auch in Diriyah Sekundenbruchteile den Ausschlag geben können. Unser Ziel ist klar: Wir wollen erneut keine Fehler machen und versuchen, das Maximale aus unserem Auto herauszuholen, um wieder um vordere Platzierungen kämpfen zu können.“


Pascal Wehrlein, Porsche-Werksfahrer (#94)


Wie zufrieden bist du mit deinem Saisonstart und worauf liegt jetzt in den nächsten Rennen der Fokus?
„Wir sind super in die Saison gestartet. Ich bin sehr glücklich, wie es in Mexiko gelaufen ist. Vor dem Wochenende war sich keiner im Team so richtig sicher, wo wir mit unserer Performance im Vergleich zur Konkurrenz stehen. In Mexiko wurde das Team für die viele Arbeit belohnt, die es in unser neues Auto und in die Vorbereitung der Saison investiert hat. Jeder kann zufrieden sein. Jetzt müssen wir einfach hart weiterarbeiten. Im Laufe der Saison wird an den Autos sicherlich noch viel Potential gefunden werden und wir müssen sicherstellen, dass wir in diesem ganz normalen Prozess unsere Spitzenposition halten.“

Was funktionierte besonders gut im ersten Rennen mit dem neuen Porsche 99X Electric Gen3 und wo siehst du noch Potential?
„Wir haben uns während des gesamten Rennwochenendes in Mexiko keine Fehler geleistet. Dadurch hatten wir für unser neues Auto ein fast perfektes Start-Setup, mussten nur noch wenig anpassen und waren deshalb vom ersten Freien Training an voll konkurrenzfähig. Bei einem neuen Auto kann man immer Dinge besser machen und noch mehr Performance herausholen. Wir lernen jeden Tag dazu und ich bin sicher, dass uns das gelingen wird.“ 


António Félix da Costa, Porsche-Werksfahrer (#13)


Der Saisonauftakt in Mexiko war dein erstes Rennen mit Porsche. Wie hast du es erlebt?
„Es war auf jeden Fall ein starkes Rennen und ein toller Erfolg für Porsche. Ich persönlich kann nicht hundertprozentig zufrieden sein. Es ist nicht mein Anspruch, Siebter zu werden. Ich will gewinnen. Es war jedoch eine super Erfahrung zu sehen, wie gut das Paket ist, das uns in dieser Saison zur Verfügung steht. Diese Erkenntnis aus Mexiko mit nach Hause zu nehmen, war für jeden im Team eine große Motivation und ein Ansporn, weiter hart zu arbeiten und die Latte für unsere Konkurrenten noch höher zu legen. So gesehen bin ich glücklich mit dem Saisonstart, doch in den nächsten Rennen will ich mich natürlich noch verbessern.“ 

Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Team und was sind die Besonderheiten der Strecke in Diriyah bei Nacht?
„Das Wichtigste für ein Rennteam ist es, in allen Bereichen gut zusammenzuarbeiten. Das haben wir in Mexiko getan und uns dafür belohnt. Seit wir unser neues Auto zum ersten Mal auf der Rennstrecke hatten, lernen wir dazu. Wir wissen nicht erst seit Mexiko, worauf wir uns konzentrieren müssen. Jeder im Team ist voll motiviert und bereit, in Diriyah da weiterzumachen, wo wir in Mexiko aufgehört haben. Die Strecke ist anspruchsvoll und technisch schwierig. Da wir bei Dunkelheit fahren, werden die Temperaturen sehr viel niedriger sein. Eine große Herausforderung wird sein, die Reifen zum Funktionieren zu bringen, vor allem wenn anfangs der Grip noch nicht so gut ist, weil Sand auf der Piste liegt. Doch am Ende des Tages sind die Bedingungen für alle gleich.“


Die Strecke

Alte Festungsanlagen und eine historische Stadtmauer bilden die exotische Kulisse für den Diriyah E-Prix. Der anspruchsvolle Kurs ist 2,495 Kilometer lang und weist 21 Kurven auf. Das Energiemanagement und die Rennstrategie spielen auf dieser schnellen Strecke mit zwei langen Geraden eine wichtige Rolle. Beleuchtet wird der Kurs mit modernster LED-Technologie. Für Pascal Wehrlein ist Diriyah „eine der besten Strecken im Formel-E-Kalender.“
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