Dienstag, 25. Januar 2022
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Rallye Dakar
03.01.2022

Getriebeschaden, Wüste bei Nacht – bitterer erster Tag für Dirk von Zitzewitz

Mehr Abenteuer als erhofft: Dirk von Zitzewitz hat einen gebrauchten ersten Tag  bei der Rallye Dakar erwischt. Knackpunkte: ultra-späte Startposition, Getriebeschaden bei Kilometer 68, herbe Enttäuschung inklusive, sowie extrem erschwerte Wegsuche bei Nacht.

Die erste Etappe des Wüstenklassikers führte an den nördlichsten Punkt der 2022er-Ausgabe und prüfte Mensch und Material mit schnellen Sandpisten und kniffligen Dünen. Auch die Navigatoren waren voll gefragt: Angesichts vieler sich kreuzender, abzweigender und parallel verlaufender Pisten war hier volle Konzentration gefragt. Scheich Khalid Al-Qassimi und Dirk von Zitzewitz mussten bereits früh einen unfreiwilligen Stopp einlegen. Der Reihe nach gaben die Gänge vier, sechs und fünf auf – ein Getriebewechsel war angesagt. Während Dirk von Zitzewitz die Schalteinheit für den Wechsel vorbereitete, wartete das Duo auf den Race-Truck und setzte die Fahrt anschließend an die Hilfestellung in die einbrechende Nacht hinein fort. Mehr als 200 Kilometer absolvierten sie in Dunkelheit, eine falsch im Roadbook angegebene Weggabelung führte zu einer enorm ausufernden Suche. Al-Qassimi/von Zitzewitz erreichten das Ziel so erst nach der vorgegeben Maximalzeit.

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Der Tagessieg ging in einer chaotisch verlaufenden Etappe an Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA, Toyota) vor Sébastien Loeb/Fabian Lurquin (FRA/BEL, Prodrive), während andere Favoriten reichlich Zeit einbüßten.
„Erst hat sich der Vierte, dann der Sechste und schließlich der Fünfte verabschiedet – Getriebeschaden. Ohne diese drei Gänge wäre es höchst unwahrscheinlich gewesen, dass wir das Ziel erreicht hätten. Also: Auf den Racetruck warten und Getriebe tauschen, um in der Wertung zu bleiben. Aber das ist natürlich ein besonders enttäuschender Auftakt in die Rallye Dakar und man kann jetzt schon sagen: Game Over. Aber im Sinne des Abenteuers 'Dakar‘ und von Thierry Sabine haben wir uns durchgekämpft.“
Dirk von Zitzewitz nach Etappe 01 der Rallye Dakar 2022

Bereits die zweite Etappe von Ha'il nach Al Artawiyah bildet den ersten Teil einer sogenannten Marathon-Etappe, auf der ein abendlicher Service nur durch die Teilnehmenden selbst erlaubt ist. Auch Ersatzteile können nur durch Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden – auch untereinander. Wohl dem, der gut auf sein Material achtet. Das "Aber": Mit 63 Prozent Sand/Pisten, 27 Prozent kniffligen Dünenpassagen stellt diese Etappe Fahrer, Beifahrer und Technik auf eine harte Probe.

Dirk von Zitzewitz vor Etappe 02 der Rallye Dakar 2022: "Die Marathon-Etappe kommt in diesem Jahr sehr früh, vermutlich ein Entgegenkommen für neue Werksteams, denn zu Beginn der 'Dakar' sind die Autos noch recht frisch. So könnte es für Fahrer und Beifahrer weniger zu Reparieren geben. Die Wertungsprüfung ist nicht zu verachten. Ich denke, dass sie einer Etappe vom letzten Jahr in der gleichen Gegend ähneln wird, auch wenn für den Veranstalter in Sachen Terrain großer Variantenreichtum zur Verfügung steht. Es gibt viele Arten von Dünen, beispielsweise besonders weiche, dafür kleinere. Das kann also eine heftige Etappe werden."