Freitag, 7. Oktober 2022
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ROTAX MAX Euro Trophy
20.09.2022

Neue Champions im Regenchaos von Wackersdorf gekürt

Die Entscheidungen in der Rotax MAX Challenge Euro Trophy sind gefallen. Im bayerischen Wackersdorf sorgten anspruchsvolle Bedingungen am vergangenen Wochenende für eine besonders aufregende Endphase. Ereignisreiche Rennen auf überwiegend nassem Asphalt brachten am Abend vier neue Tagessieger auf dem Podest hervor. Mit Ethan Jeff-Hall (Junior MAX), Sean Butcher (Senior MAX), Mark Kimber (DD2) und Denis Thum (DD2 Masters) wurden zudem die neuen Champions der internationalen Rennserie im Prokart Raceland gekürt.

Mehr als 100 Fahrerinnen und Fahrer aus einer Vielzahl von Nationen griffen am zurückliegenden Wochenende in Wackersdorf in die Lenkräder ihrer Rennkarts. Die vierte und letzte Station der Rotax MAX Challenge Germany machte es noch einmal spannend. Nach dem Auftakt im belgischen Genk zog der Rennzirkus weiter ins französische Val d’Argenton, ehe im belgischen Mariembourg im Juli bereits erste Vorentscheidungen gab. Der 1.197 Meter lange Kurs in Wackersdorf stand nun ganz im Zeichen der Duelle um die verbleibenden Titel und Tickets zur Teilnahme an den RMC Grand Finals im portugiesischen Portimão. Während Ethan Jeff-Hall (Strawberry Racing) schon vorzeitig als Sieger der Junior MAX-Kategorie feststand, war in den übrigen drei Kategorien zu Beginn des Wochenendes noch nichts entschieden.

Junior MAX: Doppelsieg für Austin Lee – Ethan Jeff-Hall erhält Meisterpokal

Die Rennaction der Junior MAX lag in dieser Saison bisher fest in den Händen von Ethan Jeff-Hall (Strawberry Racing). Der Brite kürte sich bereits in Mariembourg vorzeitig zum Champion, ließ im Kampf um den Gesamtsieg keine Zweifel mehr aufkommen und ging beim Saisonfinale nicht mehr an den Start. Fortan übernahm Austin Lee (JJ Racing) im Regenchaos von Wackersdorf das Zepter. In den Heats holte der Youngster zwei von drei möglichen Siegen und knüpfte auch in den Rennläufen nahtlos an seine Top-Vorstellung an. In beiden Rennen gewann der JJ Racing-Pilot mit solidem Vorsprung und ergatterte damit den verdienten Tagessieg.

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Im ersten Lauf war mit Leon Zelenko (JJ Racing) schnell ein direkter Verfolger des Polesetters gefunden. Der Kroate setzte sich nach dem Start in den Windschatten des Taktgebers und fuhr, gefolgt von Tommie van der Struijs (Bouvin Power), an der Spitze mit. Mit zunehmender Renndistanz machte Kasper Schormans (JJ Racing) jedoch Druck und reihte sich auf der zweiten Position ein. Van der Struijs kam als Dritter in das Ziel und klassierte sich damit vor Gustavs Usakovs (Dan Holland Racing) und Maxim Shchurko (Lenktyniu Linija).

Auch im zweiten Wertungslauf hielt Schormans als Zweiter den Anschluss zu Lee und unterstrich damit seine Ambitionen. Im Ziel warf den Niederländer eine Zeitstrafe aber wieder auf die fünfte Position zurück. Mikkel Pedersen (JJ Racing) rückte damit auf Rang zwei vor. Van der Struijs wurde erneut als Dritter abgewinkt und krönte sich zum neuen Vize-Champion. Die Top-Fünf des letzten Rennens dieser Saison komplettierte Shchurko auf Rang vier.

Senior MAX: Lewis Gilbert in seinem Element – Sean Butcher holt den Titel

Bei den Senioren startete Sean Butcher (KR Sport) als Führender der Gesamtwertung in das letzte Rennwochenende der Saison. Nach dem Zeittraining fand sich jedoch ein neues Gesicht an der Spitze des Klassements. Nevio Fischer (Kraft Motorsport) brannte im Trockenen die absolute Bestzeit in den Asphalt des Prokart Racelands und hatte damit zu Beginn die besten Chancen. Teamkollege Lewis Gilbert übernahm anschließend allerdings die Oberhand. Der Schotte platzierte sich im Zwischenranking auf Rang eins und ließ in beiden Wertungsläufen unter schwierigsten Streckenbedingungen jeweils einen einwandfreien Start-Ziel-Sieg folgen.

Hinter Gilbert lag der Fokus im ersten Rennen auf Butcher. Der KR Sport-Pilot setzte sich von Position sechs aus stark in Szene, verbesserte sich bis auf Platz zwei und stand damit bereits nach dem vorletzten Rennen des Jahres als Senior MAX-Gesamtsieger fest. Kai Hunter (Dan Holland Racing) fuhr auf Platz drei in das Ziel gefolgt von Janne Stiak (Kraft Motorsport) und Farin Megger (JJ Racing) als Viert- respektive Fünftplatzierter.

Turbulent verlief anschließend der Start in das zweite Rennen. Butcher und Stiak schieden aus dem Führungspulk aus und machten den Weg für eine Neubesetzung der Top-Positionen frei. Die Verfolgerrolle war mit Hunter schnell bezogen. Der Brite beendete das Rennen als Zweiter, erhielt im Ziel allerdings eine Zeitstrafe und fiel damit aus den Spitzenrängen zurück. Andrej Petrovic (KSCA Sodi Europe) rückte damit auf Position zwei vor und kam damit vor Kai Rillaerts (JJ Racing) in das Ziel. Rillaerts überzeugte mit starken Manövern und schaffte es mit Platz drei in seiner Premierensaison bei den Senioren zum Vizetitel. Megger bestätigte seine gute Form erneut als Vierter und trug sich damit vor Alexander Abkhazava (Dan Holland Racing) in die Ergebnislisten ein.

DD2: Van Leeuwen beweist Stärke – Mark Kimber hat am Ende die Nase vorn

Auch bei den DD2 zeigte sich auf der anspruchsvollen Strecke in der Oberpfalz viel Abwechslung. Mark Kimber (Strawberry Racing) ging als Tabellenführer mit großen Erwartungen auf die Reise, musste sich im Zeittraining jedoch hinter dem Finnen Ville Viiliaeinen (RS Competition) einreihen. Im Zwischenranking stand dann mit Martijn van Leeuwen (Schepers Racing) die niederländische Flagge auf Platz eins.

Für van Leeuwen sah es auch im ersten Rennen nach einem ungefährdeten Sieg aus. Nach Freigabe des Rennens verschaffte sich der Routinier einen soliden Vorsprung zu seinen Verfolgern. Doch dahinter setzte Petr Bezel (KSCA Sodi Europe) immer mehr zum Angriff an. In der letzten Runde schaffte der Tscheche das entscheidende Manöver, ging an van Leeuwen vorbei und holte den Sieg. Patriks Noels Locmelis (MRG Racing) bewies sich als Dritter vor Stan Pex (SP Motorsport) sowie Mathias Bjerre Jakobsen (RS Competition) auf Platz fünf.

Am Start des zweiten Laufes ergriff van Leeuwen dann aber wieder seine Chance. Sofort übernahm der KR Kart-Pilot die Führung und gab diese die gesamte Renndistanz nicht mehr her. Bezel musste sich geschlagen geben und schaffte es als Zweiter über den Zielstrich. Pex rückte dahinter auf Rang drei vor. Das Duell um den Einzug in die Top-fünf sorgte daneben für besonders viel Aufsehen. Locmelis und Lukas Thomsen (Kartschmie.de) lagen nach Kollisionen zwischenzeitlich beide im Mittelfeld und ließen danach mit starken Aufholjagden nichts mehr anbrennen. Nach Ablauf der 14 Rennrunden reihte sich das Duo auf den Positionen vier und fünf ein. Mit Blick auf die Meisterschaft hatte Kimber letztlich allen Grund zur Freude. Trotz einer Nullrunde im finalen Wertungslauf nahm der Strawberry Racing-Fahrer am Abend den Siegerpokal in der Meisterschaft sowie sein Ticket für die Grand Finals entgegen.  

DD2 Masters: Auf und ab für Martynas Tankevicius – Denis Thum neuer Champion

Martynas Tankevicius (Lenktyniu Linija) legte bei den DD2 Masters anfangs eine Meisterleistung ab. Sowohl im Zeittraining auf trockener Strecke als auch in den Vorläufen bei regnerischen Bedingungen bewies der Litauer sein Können fehlerfrei und führte das Feld vor Titelaspirant Denis Thum (Kraft Motorsport) an.

Auch im ersten Lauf behauptete sich der Polesetter bis zum Fallen der Zielflagge auf Position eins. Thierry de Jong (Kraft Motorsport) startete mehrere Manöver gegen den Routinier und übernahm sogar zeitweise die Führung. Über die Renndistanz musste der Niederländer allerdings abreißen lassen. Als Zweiter platzierte sich de Jong am Ende vor Michael Becker und Rainer Born (Kraft Motorsport). Nach dem Rennen sorgte ein Wertungsausschluss von Tankevicius aber zu einer Neusortierung des Klassements und machte de Jong zum Sieger.

Im zweiten Rennen machte es Tankevicius anschließend allerdings umso deutlicher. Von Startplatz vier aus ging der erfahrene Kartfahrer innerhalb kürzester Zeit an seinen Kontrahenten vorbei und fuhr schließlich als ungefährdeter Gewinner über den Zielstrich. Für de Jong reichte ein zweiter Platz im Rennen für den Tagessieg. Becker platzierte sich dahinter als Dritter vor Born auf Platz vier ein. Den Gewinn des Euro Trophy-Titels war Thum trotz Nichtteilnahme am letzten Rennen nicht mehr zu nehmen.

Nach dem Saisonfinale der Rotax MAX Challenge Euro Trophy ist das Rennjahr 2022 für die erfolgreichsten Fahrer des hochkarätigen Championats allerdings noch nicht vorbei. Insgesamt 14 Tickets für die RMC Grand Finals sind nach dem vergangenen Wochenende endgültig vergeben. Vom 19. bis 26. November gehen folgende Repräsentanten der Euro Trophy auf die Reise: Boaz Maximov (Mini MAX), Thijs Stevens und Tijs Daems (beide Project E20 Junior), Luca Köster und Eric le Moine (beide Project E20 Senior), Ethan Jeff-Hall, Tommie van der Struijs und Scott Marsh (alle Junior MAX), Sean Butcher, Kai Rillaerts und Lewis Gilbert (Senior MAX), Mark Kimber und Petr Bezel (beide DD2) sowie Denis Thum (DD2 Masters).
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