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Kartsport Allgemein
18.05.2022

Schweizer Kart-Meisterschaft: Vorhang auf für Runde 2

Am Wochenende geht die autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in ihre zweite Runde. Austragungsort des zweiten Laufs ist – nach einem Jahr Pause – das französische Mirecourt. Am Start: 70 Fahrer und Fahrerinnen. 70 FahrerInnen haben sich für den zweiten Lauf der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft 2022 am kommenden Wochenende in Mirecourt (F) eingeschrieben. Das grösste Teilnehmerfeld stellt die Kategorie Super Mini. Bei den Jüngsten, den 8- bis 12-Jährigen, stehen 21 FahrerInnen am Start. Das zweitgrößte Feld mit 16 TeilnehmerInnen findet man in der X30 Challenge Switzerland, also dort, wo mit Einheitsmotoren gefahren wird.

Bei den Super Minis hat sich mit Dan Allemann der Favorit beim Saisonauftakt durchgesetzt. Der Sohn von Spirit-Gründer und -Teamchef Kevin Allemann hat im italienischen Franciacorta beide Vorläufe und das Finale für sich entschieden. Nur die Zusatzpunkte für die schnellste Rennrunde (3) und die Pole-Position (2) gingen dem 10-jährigen Nachwuchsfahrer aus dem Aargau durch die Lappen. Diese gingen an Orlando Rovelli respektive Arnaud Voutat, die Allemann in der Gesamtwertung auf den Plätzen 2 und 3 im Nacken sitzen. Auf ein besseres Wochenende als zuletzt in Franciacorta hoffen Dario Palazzolo und Matt Corbi. Beide gingen im Finale leer aus und liegen bereits 52 respektive 53 Punkte hinter Allemann. Für Corbi gilt es in Mirecourt auch wieder Vertrauen zu fassen. Nach drei Unfällen in drei Monaten hat der 11-jährige Jurassier zuerst ans Aufhören gedacht. Nun macht der Fahrer aus dem Team Spirit Racing aber weiter.

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In der Kategorie OK Junior stehen in Mirecourt 12 Jungs und mit Chiara Bättig ein Mädchen am Start. Diese hat beim Saisonauftakt den Tarif durchgegeben und wie Allemann bei den Super Minis alle drei Rennen gewonnen. Ob die schnelle Zürcherin, die kürzlich bei der FIA Academy in Genk am Start gestanden hatte, auch in Mirecourt wieder überlegen ist, wird sich zeigen. Mit SM-Neuling Kilian Josseron und dem letztjährigen Gesamtzweiten bei den Super Minis, Elia Epifanio, gibt es mindestens zwei Fahrer, die Bättig in Mirecourt das Leben schwer machen werden. Aufmerksam beobachten sollte man auch Kevin Rabin und die Gebrüder Ben und Tim Ziegler, die im Finallauf in Franciacorta die Plätze 3 bis 5 belegten.

Als Gesamtführender in der X30 Challenge Switzerland kommt Kilian Streit nach Mirecourt. Der 20-Jährige aus Schüpfen im Kanton Bern hat nach dem Abgang von X30-Serienmeister Savio Moccia die Favoritenrolle inne. Und er ist dieser in Franciacorta – abgesehen von einem kleinen Ausrutscher im ersten Lauf – auch gerecht geworden. Trotzdem wird Streit in Mirecourt alle Register ziehen müssen. Die Konkurrenz, allen voran Nicolaj Sabo aus Wilchingen (ZH) und Michael Sauter aus Gempen (BL), hat schon beim Saisonauftakt bewiesen, dass sie bei einem Fehler von Streit sofort zur Stelle ist. Auch der Viertplatzierte Kilian Boss hat in Franciacorta mit Top-5-Ergebnissen eifrig Punkte gesammelt.

Das wohl ausgeglichenste Feld bietet die Kategorie OK Senior. Hier liegen nach dem ersten Rennwochenende zwei Fahrer gleichauf an der Spitze: OK-Senior-Neuling Jérôme Huber und der amtierende Meister Patrick Näscher. Letzterer ist zuversichtlich, dass er in Mirecourt stärker sein wird. „Franciacorta ist nicht unbedingt unsere Paradestrecke”, sagt der Liechtensteiner aus dem Kartteam Meier. „Mirecourt wird mir und unserem Kart besser liegen.” Hinter Huber und Näscher liegt Lyon Mathur auf Platz 3. Der Aargauer hat in Franciacorta die beiden Vorläufe gewonnen und wird auch in Frankreich ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Gespannt darf man auch auf das Abschneiden von Savio Moccia sein. Der fünfmalige Schweizer Kart-Champion hat seine auf dieses Jahr abgeschlossene Zusammenarbeit mit Swiss Hutless nach nur einem Rennen beendet und tritt in Mirecourt wieder mit dem bewährten „Alonso-Chassis” und unter Bewerber MH Racing an.

In der KZ2 geht das Duell zwischen Ethan Frigomosca aus Locarno (TI) und Sebastian Kraft aus Aeschlen ob Gunten (BE) in die zweite Runde. In Franciacorta stand Kraft, der seine zweite Saison bei den Schaltkarts bestreitet, zum ersten Mal ganz oben in einem Finallauf. Weil Kraft aber im zweiten Vorlauf einen Nuller kassierte, und Frigomosca das eiskalt nutzte, führt der Tessiner die Gesamtwertung an. Nicht am Start ist voraussichtlich erneut Vorjahresmeister Nicolas Rohrbasser. Der Dominator der letzten zwei Jahre liess ausrichten, dass er sich von seiner Rippenverletzung noch nicht erholt habe und sich deshalb in Mirecourt aufs Coaching konzentrieren möchte. Davon könnte Nathan Neuhaus profitieren. Der Teamkollege von Rohrbasser erwischte keinen idealen Saisonstart und hat deshalb sicher nichts gegen ein paar Tipps des Routiniers.

Zur Strecke: Mirecourt, eine Autostunde südlich von Nancy, gilt als technisch anspruchsvolle Strecke, die viele Überholmöglichkeiten bietet. Mit 1.267 Metern Bahnlänge ist sie die zweitlängste Strecke im diesjährigen Kalender der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft. Einer langen Gerade folgt ein abwechslungsreiches Infield mit sehr engen, aber auch langgezogenen Kurven.
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