Montag, 26. September 2022
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Formel 4
21.08.2022

Taylor Barnard entscheidet Herzschlagfinale auf dem Lausitzring für sich

Spannung bis zum Schluss: Taylor Barnard (18/GBR/PHM Racing) setzte sich in einem packenden Rennen der ADAC Formel 4 am Sonntag nur knapp vor seinem Teamkollegen Nikita Bedrin (ITA) durch. Dahinter sicherte sich Valentin Kluss (15/Bad Mergentheim/PHM Racing) erst auf den letzten Metern des DEKRA Lausitzrings den dritten Platz und damit sein erstes Podium. „Unglaublich, dass ich vom achten Startplatz noch den Sieg einfahren konnte. In meinem Rückspiegel habe ich gesehen, dass der Vorsprung auf Nikita immer weniger wurde. Die letzten Runden waren definitiv nichts für schwache Nerven, aber ich konnte Platz eins ins Ziel retten“, sagte der Doppelsieger des fünften Saisonwochenendes. Damit feierte der Berliner Rennstall PHM Racing beim Heimspiel in der Niederlausitz einen Dreifach-Erfolg. Schon am Vormittag ging der Sieg an Barnard, Kacper Sztuka (16/POL/US Racing) holte sich den zweiten Platz vor dem 16-jährigen Bedrin.

Die Besucher des Family & Friends Festivals im Rahmen des ADAC GT Masters sahen, wie Barnard seine Pole-Position im 14. Saisonlauf am Sonntagvormittag nutzte und sich bereits in den ersten Runden auf dem 3,478 Kilometer langen Kurs einen Vorsprung erarbeitete. Unter bewölktem Himmel und Temperaturen von 19 Grad Celsius bremste eine Safety-Car-Phase den Pole-Setter allerdings wieder aus und neutralisierte das Feld. Doch beim Re-Start in der neunten Runde ließ sich Barnard nicht überraschen und brachte anschließend seinen Sieg ins Ziel. Sztuka und Bedrin duellierten sich über die gesamte 30-minütige Renndistanz um den zweiten Platz. Sztuka zog in der letzten Runde noch an Bedrin vorbei und wurde vor dem Samstagssieger Zweiter. Als Vierter freute sich Kluss über den Pokal für den ersten Platz in der Rookie-Wertung. Mit Jonas Ried (17/PHM Racing) komplettierte ein weiterer Fahrer aus Deutschland die besten Fünf.

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Zachary David (US Racing) begann durch die Reverse-Grid-Regel das 15. Saisonrennen von Position eins. Erstmals startete mit dem 15-Jährigen ein Fahrer von den Philippinen in der Talentschmiede des ADAC. Allerdings übernahm der Finne Rasmus Joutsimies (19/Jenzer Motorsport) bei Sonnenschein und Temperaturen von 23 Grad Celsius bereits am Ende der ersten Runde die Führung. Der heranstürmende Barnard setzte nach seiner Aufholjagd im achten Umlauf zum rennentscheidenden Manöver an. Zunächst baute der mittlerweile vierfache Saisonsieger seine Führung aus, musste diese aber in einem spannenden Finale gegen den Zweitplatzierten Bedrin verteidigen. „Ich habe alles gegeben und versucht, noch an Taylor vorbeizufahren. Zwar hat es am Ende nicht ganz gereicht, aber ich bin glücklich mit diesem Ergebnis“, sagte Bedrin.

Hinter dem PHM-Duo wurde es dramatisch: In der Schlussphase musste sich Joutsimies gegen Kluss behaupten und erst auf der Zielgeraden fiel die Entscheidung. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport überquerte lediglich drei Tausendstelsekunden vor Joutsimies die Ziellinie und jubelte neben dem Podest-Erfolg auch über Platz eins in der Rookie-Wertung. „Für mich wird ein Traum wahr, denn ich stehe auf dem Podium der ADAC Formel 4. Nach meinem eher schwierigen Start war das für mich nicht mehr vorstellbar, aber ich habe nie aufgegeben. Das ist ein großer Erfolg für mich“, erklärte Kluss. Joutsimies wurde Vierter, David kam mit Rang fünf auf sein bestes Ergebnis beim Debüt-Wochenende in der ADAC Highspeedschule. Ried aus dem baden-württembergischen Ehingen belegte hinter dem Thailänder Nandhavud Bhirombhakdi (16/THA/Jenzer Motorsport) den siebten Rang. Sztuka, Michael Sauter (17/SUI/Sauter Engineering + Design) und Ruiqi Liu (16/CHN/US Racing) fuhren ebenfalls in die Top Ten.

Das Saisonfinale der ADAC Formel 4 findet auf dem Nürburgring statt. Vom 14. bis 16. Oktober geht es für die Nachwuchs-Stars von morgen im Rahmen des ADAC Racing Weekend um die letzten Siege der Saison. Andrea Kimi Antonelli (15/ITA/Prema Racing) reist als Führender zum großen Showdown mit dem Zweitplatzierten Barnard in die Eifel.
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