Montag, 23. Mai 2022
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08.05.2022

Siege für Sebastian Job und Charlie Collins in der „Grünen Hölle“

Die Briten Sebastian Job von Oracle Red Bull Racing Esports und Charlie Collins aus dem Team VRS ließen sich als Sieger beim achten Lauf zum Porsche TAG Heuer Esports Supercup auf dem Nürburgring feiern. Job gewann den über drei Runden gehenden Sprint auf der 25,94 Kilometer langen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife. Collins überquerte in der virtuellen Version des 375 kW (510 PS) starken Porsche 911 GT3 Cup als Erster des über vier Runden gehenden Hauptrennens die Ziellinie. Der Portugiese Diogo Pinto aus dem Porsche24 Team Redline baute mit einem zweiten und einem dritten Rang seine Tabellenführung weiter aus.

Das beim berühmten 24-Stunden-Rennen genutzte Streckenlayout des Nürburgrings gilt als eine der größten Herausforderungen auch im virtuellen Motorsport. Die mit über 70 Kurven gespickte Nordschleife wird von Fahrern respektvoll „Grüne Hölle“ genannt. Die Entscheidung fällt häufig auf den letzten Metern der Finalrunde, am Ende der rund 2,7 Kilometer langen Geraden „Döttinger Höhe“. Wer hier den besten Windschatten erwischt, ist um entscheidende km/h schneller als die Konkurrenten.

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Und so blieben auch die beiden Rennen beim achten Lauf zum Porsche TAG Heuer Esports Supercup bis zum Schlussspurt spannend. Als Schnellster des Qualifyings startete Diogo Pinto von der Pole-Position in das Sprintrennen. Auch beim letzten Einbiegen auf die „Döttinger Höhe“ fuhr der Portugiese noch an der Spitze. Der beim Räubern über die Randsteine leicht beschädigte Frontsplitter seines Porsche 911 GT3 Cup kostete allerdings Tempo. Diese Chance ließ sich Sebastian Job nicht entgehen: Aus dem Windschatten heraus überholte er Pinto und sicherte sich den Sieg vor Pinto und dem Spanier Alejandro Sánchez aus dem Team SDK Gaming.

Zum Hauptrennen bezogen die ersten Acht des Sprints ihre Positionen in umgekehrter Reihenfolge des Zieleinlaufs. So startete Pintos Teamkollege Max Bennecke von der Pole-Position. Der Deutsche konnte sich aber nicht lange über Platz eins freuen. Durch geschicktes Ausnutzen des Windschattens auf der „Döttinger Höhe“ sowie im Streckenabschnitt „Kesselchen“ setzten sich abwechselnd der Australier Dayne Warren (Coanda) und der Brite Kevin Ellis Jr. (Apex Racing Team) an die Spitze. Sebastian Job, der Sieger des Sprintrennens, wurde dagegen schon kurz nach dem Start in eine Kollision verwickelt und gab auf.

Als zum letzten Mal die „Döttinger Höhe“ vor der Spitze lag, machten sich noch sechs Fahrer berechtigte Hoffnungen auf den Sieg. Zeitweise fuhren vier Porsche 911 GT3 Cup Seite an Seite in Richtung Bremszone. Kurz vorher kam es dann zu einer Berührung zwischen Ellis Jr. und Warren, die für beide in Drehern endete. Charlie Collins profitierte davon: Der Brite aus dem Team VRS bog als Erster auf die Start-Ziel-Gerade ein und sicherte sich den Sieg im Hauptrennen knapp mit 0,128 Sekunden Vorsprung vor Max Bennecke.

Pinto sammelte mit Rang drei weitere wertvolle Meisterschaftspunkte. Nach acht von zehn Läufen führt der Portugiese die Gesamtwertung des Porsche TAG Heuer Esports Supercup vor Kevin Ellis Jr. und Sebastian Job an.

Tyson Meier und Marco Bischoff gewinnen turbulente Allstar-Rennen

Auch Content Creator aus der Esports-Szene trugen auf dem Nürburgring zwei Rennen im Rahmenprogram des PESC aus. Als Wettbewerbsgerät diente den Allstars die virtuelle Version des Porsche 911 GT3 R. Im Qualifying, das nur über eine einzige Runde ging, sicherte sich Casey Kirwan die Pole-Position für den Sprint.

Der US-Amerikaner war auch im Sprintrennen zunächst der Schnellste und setzte sich in der ersten von drei Runden bereits um fast drei Sekunden vom Verfolgerfeld ab. Nach einem Ausrutscher Kirwans Ende der zweiten Runde konnten allerdings Tyson „Quirkitized“ Meier aus den USA und der Deutsche Marco „MabixTV“ Bischoff die Lücke schließen. Im Verlauf der Schlussrunde überholte Meier den bisherigen Spitzenreiter und verteidigte die Spitze anschließend bis ins Ziel. Bischoff fuhr nach drei Runden knapp vor Kirwan über die Ziellinie.

Ins Hauptrennen startete IndyCar-Legende und Indianapolis-500-Sieger Tony Kanaan von der Pole-Position. Doch der im Sprint nach einem Dreher ausgeschiedene Brasilianer verlor schon während der ersten Runde durch einen weiteren Ausrutscher alle Chancen auf ein Spitzenergebnis. Obwohl sie aus den hinteren Reihen ins Rennen gegangen waren, bildeten schon nach der ersten von drei Runden erneut Meier, Kirwan und Bischoff die Spitzengruppe. Mehrfach wechselten die drei die Positionen, alles lief auf ein entscheidendes Windschattenduell auf der „Döttinger Höhe“ kurz vor dem Ziel hinaus. Kirwan und Meier konnten tatsächlich Bischoff überholen, gerieten aber in der Bremszone am Ende der Gerade aneinander und drehten sich von der Strecke. Bischoff konnte den zwei kreiselnden Porsche 911 GT3 R ausweichen und sicherte sich den Sieg. Kirwan rettete Rang zwei vor Meier über die Ziellinie, der mit diesem Ergebnis seine Tabellenführung bei den Allstars ausbaute.

Vorschau auf Lauf 9: Von einer 24-Stunden-Rennstrecke zur nächsten

In zwei Wochen biegt der Porsche TAG Heuer Esports Supercup auf einer weiteren von 24-Stunden-Rennen bekannten Piste auf die Zielgerade ein: Am 21. Mai 2022 treten die 35 Teilnehmer auf dem Circuit des 24 Heures im französischen Le Mans zum neunten und damit vorletzten Saisonlauf an. Der 13,63 Kilometer lange Straßenkurs bietet mit vergleichsweise langen Geraden und anspruchsvollen Kurvenkombinationen beste Voraussetzungen für spannende Positionskämpfe mit den virtuellen Varianten des rund 375 kW (510 PS) starken Porsche 911 GT3 Cup.

Im vergangenen Jahr gewann der spätere Champion Joshua Rogers aus dem Team VRS sowohl das Sprint- als auch das Hauptrennen in Le Mans. Der Australier ist in der aktuellen Saison des Porsche TAG Heuer Esports Supercup nicht am Start.

Ebenfalls wieder an den Start gehen die Content Creator aus der Esports-Szene, die in Le Mans zwei Allstars-Rennen austragen. Sie eröffnen im virtuellen Porsche 911 GT3 R mit dem Qualifying ab 19:30 Uhr (MESZ) das Live-Streaming, gefolgt von ihren beiden Rennen ab zirka 19:45 Uhr. Der Porsche TAG Heuer Esports Supercup tritt dann gegen 21:15 Uhr live an.

Fans können das iRacing-Geschehen online über die Porsche-Kanäle auf YouTube (https://www.youtube.com/c/Porsche) und Twitch (http://www.twitch.tv/porsche) live verfolgen. Weitere Informationen zum Porsche TAG Heuer Esports Supercup halten der Porsche Newsroom, der Porsche Motorsport Hub und der Twitter-Account @PorscheRaces bereit.

Marco Bischoff (D): „Ich wollte einen Vorsprung herausfahren, um als Spitzenreiter in der letzten Runde auf die ‚Döttinger Höhe‘ zu gehen. Das hat leider nicht funktioniert. Einige waren dadurch aus dem Windschatten heraus schneller als ich. Aber am Ende habe ich das nötige Glück gehabt.“

Charlie Collins (GB/VRS): „Ehrlich gesagt, habe ich freiwillig auf die letzte Runden gewartet, um das entscheidende Manöver zu starten. Ich bin als Dritter auf die ‚Döttinger Höhe‘ eingebogen. Das war ideal, dadurch hatte ich einen perfekten Windschatten. Als sich Dayne Warren und Kevin Ellis Jr. berührt haben, hatte ich auch noch ein bisschen Glück.“

Maximilian Bennecke (D/Porsche24 Team Redline): „Das war eine ganz enge Kiste. Die letzte Runde auf der Nordschleife ist – wie wir heute wieder einmal gesehen haben – immer ein gewisses Lotteriespiel. Da an diesem Wochenende bei mir das Tempo nicht so richtig gepasst hat, bin ich wirklich froh, dass es am Ende doch zu Rang zwei gereicht hat.“

Diogo C. Pinto (P/Porsche24 Team Redline): „Beim Schlussspurt habe ich eigentlich mit Yohann Harth um Rang fünf gekämpft. Plötzlich haben sich vor uns zwei Autos gedreht. Ich habe sie auf meinen seitlichen Bildschirmen gesehen und gehofft, dass mich keiner trifft. Ich hatte wirklich Glück. Ich denke jetzt natürlich auch an den Titel und versuche, keine unnötigen Risiken einzugehen.“

Ergebnisse PESC

Nürburgring-Nordschleife, Sprintrennen
1. Sebastian Job (GB/Oracle Red Bull Racing Esports)
2. Diogo C. Pinto (P/Porsche24 Team Redline)
3. Alejandro Sánchez (E/SDK Gaming)
4. Zac Campbell (USA/VRS)
5. Charlie Collins (GB/VRS)

Nürburgring-Nordschleife, Hauptrennen
1. Charlie Collins (GB/VRS)
2. Maximilian Bennecke (D/Porsche24 Team Redline)
3. Diogo C. Pinto (P/Team Redline)
4. Cooper Webster (AUS/Oracle Red Bull Racing Esports)
5. Kevin Ellis jr. (GB/Apex Racing Team)

Punktestand nach 8 von 10 Wertungsläufen
1. Diogo C. Pinto (P/Team Redline), 443 Punkte
2. Kevin Eliis jr (GB/Apex Racing Team), 407 Punkte
3. Zac Campbell (USA/VRS), 380 Punkte
4. Sebastian Job (GB/Oracle Red Bull Racing Esports), 379 Punkte
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