Dienstag, 21. September 2021
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Extreme E
04.04.2021

Glanzvolles Wüstenduell zum spektakulären Start der Extreme E

Extreme E hatte versprochen, an diesem Wochenende (3./4. April) in Al Ula eine Show zu liefern. Der Eröffnungstag des Desert X Prix tat genau das mit einem glanzvollem Wettbewerb, atemberaubender Kulisse, großem Drama - einschließlich einem atemstockenden Überschlag. Am Ende hat die X44-Fahrerpaarung Sébastien Loeb und Cristina Gutiérrez die Qualifikationsläufe gewonnen.

Die bahnbrechende elektrische SUV-Offroad-Rennserie hat sich für ihren ersten X Prix ins Herz der saudi-arabischen Wüste gewagt. Das herausfordernde 8,8 km lange Hochgeschwindigkeits-Streckenlayout inmitten einer atemberaubenden Landschaft nicht von dieser Welt wurde entworfen, um Fahrerinnen, Fahrer und Autos an ihre Grenzen zu bringen. Es hat nicht enttäuscht.

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Der von Felsen übersäte Kurs schlängelte sich spektakulär zwischen Canyons, durch Schluchten, über hohe Sanddünen und wurde von 33 Wegpunkten markiert. Er war gleichermaßen holprig und wellig, wobei steile Anstiege durch 'The Drop' ausgeglichen wurden - eine 100 m lange 45-Grad-Abfahrt, die einige Mitbewerber mit einer schwarzen Piste verglichen. Für fast alle war es eine Reise ins Unbekannte - und es wurde zu einem erinnerungswürdigen Ereignis.

Alejandro Agag, Gründer und CEO von Extreme E, sagte: „Ich denke, der erste Tag der Extreme E war absolut fantastisch. Ich war überwältigt von der Action und den Bildern - es gab einfach so viel zu sehen. Es war sogar besser als wir erwartet hatten und das Feedback in den sozialen Medien war unglaublich - und das war nur das Qualifying! Ich denke wirklich, dass wir hier etwas sehr Großes erleben.“

Das X44-Team von Lewis Hamilton beendete den Tag in der Gesamtwertung ganz oben nach einem intensiven Duell mit Nico Rosbergs gleichnamigem Rosberg X Racing-Team, als ob die beiden Formel-1-Weltmeister den Kampf in den Wüstendünen wieder aufleben lassen würden. Nur Sekundenbruchteile trennten die Führenden.

Der dreifache FIA-Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson und die ehemalige australische Rallye-Meisterin Molly Taylor haben im ersten Qualifying gemeinsam das Tempo vorgegeben. Kristoffersson zeigte seinen geschmeidigen Fahrstil während Taylor ihre bekannt hervorragende Kontrolle des Fahrzeugs demonstrierte.

Die schwedisch-australische Paarung erzielte in Q2 erneut die schnellste Zeit - sie stoppten die Uhr knapp fünf Sekunden schneller als ihre X44-Konkurrenten -, aber eine 60-Sekunden-Strafe für das Überschreiten des Tempolimits von 30 km / h in der Fahrerwechselzone sollte sie die Führung kosten.

Das machte Loeb und Gutiérrez zu den Siegern des heutigen Tages. Der neunfache französische FIA-Rallye-Weltmeister konnte einen vorherigen Fehler, bei dem er nach einem Sprung versetzt wurde, wieder wettmachen, während seine Teamkollegin - die erste spanische Fahrerin, die die legendäre Rallye Dakar in der Kategorie Autos beendete – den ODYSSEY 21 im Lauf des Tages immer stärker forderte.

Sébastien Loeb, X44-Fahrer, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass wir das Qualifying als Erster beenden konnten. Der heutige Tag verlief sehr gut und das gesamte X44-Team hat unter schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit mit dem Auto geleistet. Wir waren die Ersten, die auf die Strecke kamen, daher war es schwer zu wissen, was in der ersten Qualifikationsrunde zu erwarten war. Offensichtlich hat sich unsere Strategie ausgezahlt und wir haben die Zeit erreicht, die wir brauchten. Morgen ist ein neuer Tag und das Leistungsniveau der anderen Teams wird sehr hoch sein. Wir werden also einfach weitermachen und alles dafür tun, zu gewinnen."
 
Cristina Gutiérrez, X44-Fahrerin, sagte: „Wir hatten einen unglaublichen Tag, aber es war auch sehr herausfordernd! Wir konnten in den vergangenen Monaten keine Zeit im Auto verbringen, daher war es schwierig, uns wieder daran zu gewöhnen, aber wir haben gekämpft und eine gute Zeit erreicht. Es ist erstaunlich, im Qualifying Erster zu sein und unser Fahrzeug immer noch in einem hervorragenden Zustand zu sehen. Wir sind wirklich glücklich und können es kaum erwarten, morgen da raus zu fahren. Wir wissen, dass es nicht einfach sein wird, gegen die anderen Teams anzutreten, aber wir sind zuversichtlich und absolut bereit.“
 
Der zweimalige FIA-Rallye-Weltmeister Carlos Sainz war wohl der älteste Fahrer im Feld, aber dem 58-Jährigen hat es bei seinem ersten repräsentativen Lauf für das ACCIONA | Sainz XE Team nicht an Engagement gefehlt, und das nach einem Ausfall der Servolenkung beim gestrigen Shakedown. Der Spanier hatte Loeb während des gesamten Q2 eindrucksvoll unter Druck gesetzt. Seine Teamkollegin Laia Sanz - 13-fache Weltmeisterin im Motorrad-Trial – stellte ihre schnellen Lernfähigkeiten auf vier Rädern unter Beweis, um sich den zweiten Platz für die Mannschaft zu sichern.
 
Carlos Sainz, Fahrer des ACCIONA | Sainz XE-Teams sagte: „Da es gerade mal der erste Tag ist, sind wir ganz glücklich. Wir haben die zweitschnellste Zeit insgesamt gefahren und gute Punkte erzielt. Morgen werden wir im ersten Halbfinale sein, von wo aus nur zwei Teams das Finale erreichen werden. Wir werden versuchen, einen guten Job zu machen. Das Ziel für Sonntag ist es, ins Finale zu kommen. Wir wissen, dass es nach den Rundenzeiten, die wir heute gesehen haben, schwierig sein wird, aber das Team ist positiv gestimmt. Der Start wird sehr wichtig sein. Es wird das erste Rennen sein, bei dem alle Autos nebeneinander im Staub starten. Das wird interessant ... "
 
Laia Sanz, Fahrerin des ACCIONA | Sainz XE-Teams sagte: „Heute war ein positiver Tag. Vor dem Qualifying war uns noch einiges unbekannt, aber wir waren weiter vorne als ich erwartet hatte und ich bin glücklich. Es war ein anstrengender Tag, aber wir haben es ganz gut überstanden. Vielleicht bin ich im ersten Qualifying ein bisschen auf Nummer sicher gegangen, aber wir haben das Auto für die zweite Runde verbessert und die Zeiten waren schneller. Extreme E ist besonders herausfordernd, weil man von Anfang an wettbewerbsfähig sein muss und es schwierig ist, sich so schnell anzupassen. Aber mein Gefühl im Auto ist besser und wir gehen in die richtige Richtung. Das Ziel für Sonntag ist es, ein gutes Halbfinale zu erreichen, um unter die ersten beiden zu kommen, denn das würde uns ins Finale bringen. Das wäre ein großartiges Ergebnis für dieses erste Rennwochenende.“
 
Rosberg X Racing hatte sich gut genug aufgestellt, um nach der Strafe den dritten Rang halten zu können, so dass Kristoffersson und Taylor morgen im Halbfinale antreten werden.
 
Johan Kristoffersson, Rosberg X Racing-Fahrer, sagte: „Es war ein intensiver Start in das Wochenende, aber das Team hat großartige Arbeit geleistet, um uns im Qualifying auf den dritten Platz zu bringen, starke Punkte zu erzielen und uns für morgen ins Halbfinale zu bringen. Molly und ich lernen jedes Mal mehr über das Auto, wenn wir uns auf den Weg machen, und wir haben viele Rückmeldungen mit den Ingenieuren, um sicherzustellen, dass wir in einer starken Position sind, um Rennen zu fahren.“
 
Molly Taylor, Rosberg X Racing-Fahrerin, sagte: "Es war ein starker Start in das Wochenende für RXR, und ich bin mit unserer Leistung zufrieden. Der Kurs ändert sich während der Sessions stark, da Spurrinnen und neue Reifenspuren auftauchen. Jede Runde fühlt sich anders an als die vorherige und ist eine neue Herausforderung. Wir hatten einige wilde Momente im Qualifying 1, aber wir haben es geschafft, uns auf dem schnellsten Kurs zu halten und im Qualifying 2 einen starken Lauf zu haben, um morgen das Halbfinale zu erreichen.“
 
Andretti United konnte das Tempo gut mithalten, aber ein Reifenschaden in Q1 kostete das Team Zeit und sorgte für eine heldenhafte Leistung von Catie Munnings, die einen Großteil ihrer Runde mit einem platten Reifen absolvierte, der sich sogar von der Felge löste. Dies ließ die Britin und ihren schwedischen Teamkollegen Timmy Hansen auf den vierten Gesamtrang rutschen. Damit müssen sie sich morgen im „Crazy Race“ behaupten, um in das Finale kommen zu können.
 
Sie werden im Crazy Race von Hispano Suiza XITE Energy Team (Oliver Bennett / Christine Giampaoli Zonca) und JBXE (Jenson Button / Mikaela Åhlin-Kottulinsky) begleitet, die ebenfalls keinen reibungslosen Tag hatten. Erstere erhielten eine 75-Sekunden-Strafe für das Beschleunigen in der Fahrerwechselzone, während letztere durch einen kurzen Stopp Zeit auf der Strecke verloren, nachdem sie im Q1 einen Schlag in Kauf nehmen mussten.
 
Ein vielversprechender Lauf für Button und Åhlin-Kottulinsky in Q2 wurde dann durch Strafen von knapp drei Minuten für einen Verstoß in der Wechselzone und eine Geschwindigkeitsüberschreitung zunichte gemacht. Sie hatten nochmal Glück, denn drei ihrer Mitstreiter hatten noch größere Vergehen begangen.
 
Nach einem schwierigen Freitag setzten sich die Probleme von Segi TV Chip Ganassi Racing in Saudi-Arabien heute fort. Aufgrund eines Problems mit der Servolenkung mussten Kyle LeDuc und Sara Price ihren ODYSSEY 21 bis zum Ende des ersten Qualifyings körperliche Schwerstarbeit leisten - eine Situation, die LeDuc als „Faustkampf“ im Cockpit beschrieb. Weitere Fehlerteufel verhinderten dann, dass Price im zweiten Qualifying überhaupt die Startlinie erreichte, was bedeutet, dass für sie und LeDuc morgen das „Shoot Out“ übrig bleiben wird.

Andere Teams im Gefecht waren ABT CUPRA XE - deren Fahrerin Claudia Hürtgen glücklicherweise unversehrt aus mehreren massiven Überschlägen fast in Sichtweite der Q1-Ziellinie hervorging - und Veloce Racing mit Stéphane Sarrazins Überschlag, der ausreichte, um das britische Team für den Rest des Wochenendes aus dem Rennen zu werfen.
 
Alejandro Agag: „Heute waren ein paar Momente, an denen mir kurz das Herz stehen geblieben ist, besonders bei ABT CUPRA XE und Claudia Hürtgen. Ich denke, man kann mit Sicherheit sagen, dass wir uns alle freuen, dass sie alles gut überstanden hat. Dies ist ein Beweis für CBMM Niobium und sein robustes Chassis, das heute auf die ultimative Probe gestellt wurde und bestanden hat."
 
Der Renntag am Sonntag beginnt um 09:00 Uhr Ortszeit. Mit Shoot Out, Crazy Race, Halbfinale und Finale (13:00 Uhr Ortszeit) wird dann ausgetragen, wem die Ehre zuteil wird, der erste Sieger eines X Prix der Extreme E zu werden.

Ergebnisse Qualifying kombiniert:

1. X44 (Sébastien Loeb / Cristina Gutiérrez) 21m55.998s
2. ACCIONA | Sainz XE Team (Carlos Sainz / Laia Sanz) +41.097s
3. Rosberg X Racing (Johan Kristoffersson / Molly Taylor) +50.825s
4. Andretti United (Timmy Hansen / Catie Munnings) +1m08.536s
5. Hispano Suiza XITE Energy Team (Oliver Bennett / Christine Giampaoli Zonca) +3m14.734s
6. JBXE (Jenson Button / Mikaela Åhlin-Kottulinsky) +4m54.880s
7. Segi TV Chip Ganassi Racing (Kyle LeDuc / Sara Price) +2 Runden
8. ABT Cupra XE (Mattias Ekström / Claudia Hürtgen) +3 Runden
9. Veloce Racing (Stéphane Sarrazin / Jamie Chadwick) +4 Runden