Samstag, 6. März 2021
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17.01.2021

Sebastian Job gewinnt das Hauptrennen, Joshua Rogers den Sprint

Titelverteidiger Sebastian Job hat beim zweiten Lauf des Porsche TAG Heuer Esports Supercup (PESC) seinen ersten Saisonsieg erzielt. Der britische Fahrer des Teams Red Bull Racing Esports gewann auf dem virtuellen Circuit de Catalunya in Barcelona das Hauptrennen über 18 Runden. Joshua Rogers (Virtual Racing School) wurde nach starker Aufholjagd Zweiter. Der Australier hatte zuvor das Qualifying und den Sprintwettbewerb für sich entschieden. Die Tabellenführung übernahm Rogers US-amerikanischer Teamkollege Mitchell deJong.

Wie bereits beim Saisonauftakt im brasilianischen Interlagos hatte sich Qualifying-Spezialist Joshua Rogers erneut die Pole Position gesichert – die 18. im Porsche Esports Supercup für den Meister der Saison 2019. Auch beim Start in das Sprint-Rennen ließ Rogers nichts anbrennen und übernahm direkt die Führung vor DeJong, Dayne Warren (Australien, DirectForce Pro) und Charlie Collins (Großbritannien, beide VRS Coanda Simsport). Dieses Quartett führte das Feld über die folgenden neun Runden an, zumeist nur durch Sekundenbruchteile getrennt. Positionsveränderungen ergaben sich nicht: Ebenfalls wie in Brasilien gewann Rogers auch in Barcelona das erste Tagesrennen.

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Collins kostete ein Fehler kurz vor Schluss den Anschluss an die ersten Drei. Dadurch geriet er unter Druck von Sindre Setsaas (Norwegen, CoRe SimRacing), konnte sich aber als Vierter ins Ziel retten. Während Mack Bakkum (Niederlande, LEGO Technic Esports Team) und Martin Krönke (Deutschland, (AUS/DirectForce Pro) die Ränge sechs und sieben eroberten, entbrannte hinter ihnen auf den letzten Metern ein spannender Kampf um den wichtigen achten Platz – aufgrund der umgedrehten Startreihenfolge für die ersten Acht ist er gleichbedeutend mit der Pole Position für das Hauptrennen. Dabei trieb ein hart attackierender Sebastian Job zunächst den vor ihm liegenden Tommy Östgaard (Norwegen, Coanda Simsport) in einen Fehler. Anschließend musste der Titelverteidiger aber Jeremy Bouteloup (Frankreich, Coanda Simsport) passieren lassen, während sich von hinten auch Maximilian Benecke (Deutschland, Team Redline) in das Gerangel einschaltete. Mit einem weiteren mutigen Manöver eroberte Job den achten Platz jedoch wieder zurück.

Beeindruckende Aufholjagd von Joshua Rogers im Hauptrennen
Die vorderste Startposition für das Hauptrennen nutzte der Brite als Steilvorlage. Er verteidigte seine Führung in der ersten Kurve, während Krönke und Bakkum weit zurückfielen. Die zweite Position übernahm dadurch Setsaas vor Collins und Warren. Rogers, als Sprint-Laufsieger von Rang acht ins Rennen gegangen, kehrte aus der Auftaktrunde bereits als Fünfter zurück und lag direkt vor DeJong und Benecke. Während Job an der Spitze sukzessiv seinen Vorsprung ausbauen konnte, kämpfte sich Rogers Stück für Stück nach vorne. Dabei profitierte er auch von Reifenproblemen, die Setsaas einen Platz nach dem anderen kosteten. Nach sieben Runden lag der Australier wieder auf Platz zwei. Dass er dieses Ergebnis trotz abbauender Pneus über die Distanz brachte, verdankte er auch seinen Teamkollegen Collins und Warren: Sie hatten bei ihrer Verfolgungsjagd auf übermütige Aktionen verzichtet.

Als Fünfter sah DeJong die Zielflagge vor Setsaas und Alejandro Sánchez (MSI eSports). Der Spanier war kurz vor Schluss mit einem wagemutigen Ausbremsmanöver an dem vor ihm liegenden DeJong vorbeigeschossen und hatte Maximilian Benecke torpediert. Der Deutsche verlor hierdurch seinen hart erkämpften fünften Platz und beendete das Hauptrennen des zweiten Saisonlaufs nur auf Rang zehn. Porsche Junior Ayhancan Güven (Türkei, Coanda Simsport) wurde im Sprintrennen nach einer unverschuldeten Rempelei als 39. gewertet und arbeitete sich im Hauptrennen bis auf die 20. Position vor.

Die Spitze der Fahrerwertung hat nach den ersten beiden von zehn Rennwochenenden des Porsche TAG Heuer Esports Supercup Mitchell deJong mit 124 Punkten übernommen. Ihm folgen Joshua Rogers (118), Dayne Warren (107) und Maximilian Benecke (86). Sebastian Job liegt nach einem verpatzten Start in den PESC mit 72 Zählern auf Rang 7.

Das dritte Rennwochenende des Porsche TAG Heuer Esports Supercup führt die 40 Fahrer der digitalen 911 GT3 Cup am 30. Januar auf das Autodromo Internazionale im italienischen Imola.

Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esports): „Die erste Runde des Sprintlaufs war vielleicht der beste Start, der mir je gelungen ist. Ich konnte einen Platz nach dem anderen aufholen und bin auf Rang acht gefahren – auch wenn ich bei meinem letzten Überholmanöver einen kleinen Fehler gemacht habe, auf den ich nicht sonderlich stolz bin. Das Hauptrennen konnte ich mir von der Pole Position aus dann gut einteilen.“

Joshua Rogers (AUS/Virtual Racing School): „Kurve 1 nach dem Start ins Hauptrennen war etwas haarig, ich musste bei der Wahl der Linie sehr vorsichtig sein – sonst stehst du schnell verkehrt herum auf der Strecke, anstatt wichtige Punkte einzufahren. Ich habe sehr auf meine Reifen geachtet und bin mit meiner Vorstellung und dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Kampf mit Charlie Collins und Dayne Warren hat Spaß gemacht.“

Charlie Collins (GB/VRS Coanda Simsport): „Rang drei, das fühlt sich richtig gut an. Dayne Warren, Joshua Rogers, Mitchell deJong und Sebastian Job sind unglaublich schnell, da ist dieses Resultat für mich eine große Überraschung. Joshua hat mit mir im Windschatten nur gespielt. In den letzten acht Rennrunden musste ich mit den hinteren Reifen kämpfen.“

Ergebnisse

Barcelona, Sprintrennen
1. Joshua Rogers (AUS/Virtual Racing School)
2. Mitchell deJong (USA/VRS Coanda Simsport)
3. Dayne Warren (AUS/DirectForce Pro)
4. Charlie Collins (GB/VRS Coanda Simsport)
5. Sindre Setsass (N/CoRe SimRacing)

Barcelona, Hauptrennen
1. Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esports)
2. Joshua Rogers (AUS/Virtual Racing School)
3. Charlie Collins (GB/VRS Coanda Simsport)
4. Dayne Warren (AUS/DirectForce Pro)
5. Mitchell deJong (USA/VRS Coanda Simsport)

Punktestand nach 2 von 10 Wertungsläufen
1. Mitchell deJong (USA/Virtual Racing School t), 124 Punkte
2. Joshua Rogers (AUS/Virtual Racing School), 118 Punkte
3. Dayne Warren (AUS/DirectForce Pro), 107 Punkte