Freitag, 17. September 2021
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DTM
02.09.2021

ABT reist zur DTM nach Österreich

Nach zwei Jahren Pause kehrt die DTM nach Österreich zurück – und mit ihr die Fans: Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie sind bei DTM-Rennen wieder Zuschauer im Fahrerlager zugelassen. Die Nähe zu den Fans war immer eine Besonderheit der populären Rennserie, die zuletzt schmerzlich vermisst wurde.

Entsprechend groß ist die Vorfreude im Team ABT Sportsline auf die beiden Rennen auf dem Red Bull Ring (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1 und bei ran.de).

ABT Sportsline hat für das Wochenende vor allem ein Ziel: die Führung in der Team- und Fahrerwertung verteidigen. Dabei weiß man in der Johann-Abt-Straße in Kempten ganz genau, dass auf der malerisch gelegenen Rennstrecke bei Spielberg in der Steiermark immer viel passieren kann.

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Beim ersten Einsatz in Spielberg holte Laurent Aiello in der Saison 2001 mit dem kompakten Abt-Audi TT-R mit Platz zwei auf Anhieb ein Podium für ABT Sportsline – er war damals der einzige von drei ABT Piloten, der in einem turbulenten Rennen die Zielflagge sah.

Ein Jahr später erlebten die Fans eines der spektakulärsten Rennen der DTM-Geschichte, in dem Laurent Aiello nur zwei Punkte mehr gebraucht hätte als Bernd Schneider, um sich vorzeitig den DTM-Titel zu sichern. Nach einer denkwürdigen letzten Runde und einem Unfall in der Zielkurve mussten Aiello und ABT Sportsline noch drei weitere Wochen auf den ersten Titelgewinn in der DTM warten.

Der Sekt für den Meistertitel war damals in der Box schon kaltgestellt und vor den Toren der Rennstrecke wartete die ABT Hausband Fire44 auf ihren Einsatz.

2003 verpasste Aiello als Vierter knapp das Podium. Danach wurde der A1 Ring umgebaut und war längere Zeit nicht mehr Schauplatz eines DTM-Rennens.

2011 holte Oliver Jarvis auf dem neu eröffneten Red Bull Ring gleich das erste Podium für ABT Sportsline. Weniger gut sind in Kempten die Erinnerungen an das Qualifying in jenem Jahr: Miguel Molina und Mattias Ekström crashten mit Slicks im Regen in der Boxeneinfahrt (!) und mussten beide aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen.

Den ersten Sieg auf dem Red Bull Ring feierte ABT Sportsline im Samstagsrennen 2015 mit Edoardo Mortara. Einen Tag später siegte Mattias Ekström. Dem Schweden war ausgerechnet auf der Rennstrecke seines langjährigen Partners Red Bull bis dahin ein Podium verwehrt geblieben.

2017 triumphierte Ekström erneut. Nico Müller machte mit Platz drei ein Doppelpodium für ABT Sportsline perfekt – ein tolles Geburtstagsgeschenk für Thomas Biermaier, der am Renntag seinen 40. Geburtstag feierte.

Ein Jahr zuvor war Ekström nach dem Samstagsrennen der Kragen geplatzt, nachdem er schon in der ersten Kurve „umgedreht“ und bei seiner Aufholjagd aus seiner Sicht unfair blockiert wurde. „Das sind immer dieselben Clowns“, wetterte „Eki“ damals im Fernsehen. 

Zuletzt holte Nico Müller für ABT Sportsline auf dem Red Bull Ring vier Podien in Folge. 2018 hätte der Schweizer sogar gewinnen können, machte aber in beiden Rennen den Weg frei für seinen Markenkollegen René Rast, der kurz vor Saisonende noch Titelchancen hatte.

Zwölfmal war das Team ABT Sportsline bisher mit der DTM in Spielberg. Bei 15 Rennen holte das Team drei Siege und insgesamt elf Podiumsplatzierungen. Bei den letzten vier Einsätzen auf dem Red Bull Ring brachte ABT Sportsline immer mindestens zwei Pokale mit zurück nach Kempten. 


Stimmen vor den DTM-Rennen auf dem Red Bull Ring

Thomas Biermaier (Teamchef Team ABT Sportsline): „Wir haben auf dem Red Bull Ring schon viel erlebt. An die letzte Runde 2002 erinnere ich mich noch, als wäre es erst gestern gewesen. Der Red Bull Ring ist normalerweise Garant für spektakuläre Rennen. Es gibt aber auch Kurven, in denen es regelmäßig kracht. Ich hoffe also, dass unser Renndirektor bei der Fahrerbesprechung am Freitag ein paar ernste Worte spricht, damit sich Szenen wie zuletzt auf dem Nürburgring nicht wiederholen. Abgesehen davon freuen wir uns, dass Sophia zurück im Team ist.“

Kelvin van der Linde (ABT Audi R8 LMS #3): „Ich freue mich sehr, als Meisterschaftsführender zum Red Bull Ring zu kommen. Natürlich wollen wir auf dem 70. Sieg von ABT Sportsline in der DTM aufbauen und wieder erfolgreich sein. Wir haben auf dem Red Bull Ring getestet und daher eine gute Grundlage. Wir wissen aber auch, dass die Strecke mit den langen Geraden für unseren Audi besonders hart wird. Nichtsdestotrotz wollen wir wieder angreifen, das Maximum aus dem Wochenende herausholen und die Meisterschaftsführung verteidigen.“

Mike Rockenfeller (ABT Audi R8 LMS #9): „Der Red Bull Ring ist ganz klar eine der schönsten Strecken im Kalender. Die Strecke ist schön gelegen und die Anlage eine der modernsten. Es macht extrem viel Spaß, dort hinzukommen. Der Red Bull Ring ist wunderschön zu fahren. Sehr flüssig, bergauf, bergab. Sehr schnell. Ich bin gespannt, wie die Starts und Restarts dort den Berg hoch sein werden. Ich denke, da wird es viele Möglichkeiten geben, überholt zu werden oder zu überholen. Das wird spannend. Wir wissen auch, dass sich das Wetter dort extrem schnell ändern kann in den Bergen. Ich bin gespannt und freue mich drauf. Ich hoffe, viele Punkte zu holen und in der Meisterschaft Boden gutzumachen.“

Sophia Flörsch (ABT Audi R8 LMS #99): „Nachdem ich das Nürburgring-Wochenende von Le Mans aus verfolgt habe, freut es mich, wieder zurück in der DTM zu sein. Der Red Bull Ring ist eine meiner Lieblingsstrecken, auf die ich mich immer mega freue. Wir hatten dort einen Testtag, von daher weiß ich auf jeden Fall schon ein wenig, wie sich die Strecke im GT3 anfühlt. Das Wetter soll ja nun anscheinend auch gut sein, wobei man das am Red Bull Ring mit den Bergen nie so genau weiß. Ich bin einfach gespannt und freue mich, wieder mit ABT zusammenzuarbeiten.“