Freitag, 23. Oktober 2020
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Sonstiges
24.09.2020

Sicherheit vor Geschwindigkeit – im Sport und auf der Straße

In den vergangenen Jahren setzten sich im Motorsport viele Maßnahmen durch, welche die Sicherheit der Fahrer auf Dauer erhöhen sollen. Und auch im Straßenverkehr konnte die Zahl der Verkehrstoten in den letzten Jahren deutlich reduziert werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Geschwindigkeit, mit der sich die Teilnehmer auf der Straße fortbewegen. Woher dieser große Einfluss stammt, das nehmen wir hier in diesem Artikel genau unter die Lupe.


Klare Entwicklung bei den Rennklassen

In den Anfängen des Motorsports war jedes einzelne Rennen von besonderer Gefahr geprägt. Die Teilnehmer wurden zu Helden, da sie sich mehrmals pro Monat heroisch den großen Gefahren aussetzten. Was zunächst die Begeisterung des Publikums sicherstellte, hatte auf der anderen Seite eine deutliche Kehrseite. Denn schlimme Unfälle, die in vielen Fällen auch ein tödliches Ende nahmen, gehörten bisweilen zum Bild, welches sich die Massen vom Sport machten.

Nach den schlimmen Ereignissen, die den Sport in den 1970er Jahren heimsuchten, wurden verschiedene Maßnahmen zur Absicherung der Rennfahrer vorgenommen. Stets bewegten sich die Verantwortlichen dabei auf einem schmalen Grat. Denn zunächst befürchteten sie, die Dynamik des Motorsports könnte auf diese Weise verloren gehen. Somit dauerte es Jahrzehnte, bis sichere Mechanismen durchgesetzt werden konnten, wie sie die Fahrer von heute im Motorsport schützen. Während Unfälle mit schweren Verletzungen heute eher die Ausnahme sind, bleibt der Motorsport jedoch eine besonders riskante Angelegenheit.


Sicherheit durch angepasste Geschwindigkeit

Im Motorsport lag der Fokus vor allem auf der technischen Ausstattung, als die Sicherheit Stück für Stück erhöht wurde. Im Straßenverkehr ist es hingegen die Geschwindigkeit, die einen großen Einfluss auf die Sicherheit aller Teilnehmer hat. Rund ein Drittel aller tödlichen Unfälle geht auf eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurück. Die Kampagne ,Vorsicht.Rücksicht.Umsicht.‘ des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg klärt mit seinem diesjährigen Schwerpunktthema auf ironische und humorvolle Art darüber auf. 

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Ziel ist es, die unvorhersehbaren Faktoren ins Gedächtnis der Fahrerinnen und Fahrer zu rufen, die auf den Straßen lauern können. Dazu zählt auch die Anforderung, die Geschwindigkeit stets an die Verhältnisse anzupassen. So muss bei schlechter Sicht, bei der Gefahr von Wildwechseln und bei einem schlechten Zustand der Fahrbahn deutlich langsamer gefahren werden. Nach dem allgegenwärtigen Motto „Abstand halten“ trägt auch der notwendige Sicherheitsabstand seinen Teil zur sicheren Fahrt bei. Alle Infos rund um die Kampagne stellt das Verkehrsministerium Baden-Württemberg auch auf seiner Webseite zur Verfügung.


Eine positive Bilanz

Dass diese Bemühungen allesamt nicht ins Leere laufen, das zeigt ein Blick auf die Bilanz der vergangenen Jahrzehnte. Im Straßenverkehr konnten die Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen präzise festgehalten werden. Hier wird deutlich, wie stark der positive Einfluss doch ist, den die verschiedenen Sicherheitsmechanismen ausüben.

Noch deutlicher ist die positive Bilanz in der Welt des Motorsports ausgeprägt. So sank der Anteil der tödlichen Unfälle in den hohen Rennklassen insgesamt ab und auch die Zahl der Unfälle insgesamt konnte im Laufe der Jahrzehnte stetig reduziert werden. Trotzdem will sich niemand auf diesen Erfolgen ausruhen, denn nach wie vor sterben 100 Menschen pro Jahr im Motorsport. Die Erfolge, die in den letzten Jahrzehnten eingefahren werden konnten, geben jedoch Anlass zur Hoffnung. Die enorme Bedeutung der Sicherheit ist im Konzept des Motorsports schon längst angekommen. So bleibt zu hoffen, dass auch die Kampagne des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für mehr Sicherheit im normalen Straßenverkehr sorgen wird und es allgemein – sowohl im Sport als auch im öffentlichen Verkehr – zu weniger Unfällen kommt.