Dienstag, 11. August 2020
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Interview
24.07.2020

Drei Fragen an Stefan Wendl

Nach langer Motorsport-Pause kehrten die Mercedes-AMG Customer Racing Teams Ende Juni wieder auf die Nürburgring-Nordschleife zurück. Beim Saisonauftakt der Nürburgring Langstrecken-Serie gelang der Sprung auf Rang zwei durch das neugegründete Haupt Racing Team (HRT), das zwei Wochen später bei den Saisonläufen zwei und drei jeweils zum Gesamtsieg fuhr. Auch das Team GetSpeed Performance platzierte seinen Mercedes-AMG GT3 in der Grünen Hölle auf dem Podium. 

Stefan, Mercedes-AMG Motorsport ist äußerst erfolgreich aus der langen Rennpause auf die Nürburgring-Nordschleife zurückgekehrt. Teams und Fahrer haben offensichtlich ihre Hausaufgaben während der Auszeit gemacht. Wie schätzt du die Erfolge ein? 
Stefan Wendl: „Nachdem einige Fahrer und Teams die Zeit in der virtuellen Welt überbrückt haben, waren alle heiß darauf, wieder im realen Cockpit Platz zu nehmen. Die Rückkehr auf die Rennstrecke hätte dann nicht besser laufen können. Die Erfolge bei der NLS-Doppelveranstaltung bekräftigen, wie gut der neue, seit diesem Jahr eingesetzte Mercedes-AMG GT3 funktioniert. Zwei Gesamtsiege, ein Gesamtpodium, ein weiteres Klassenpodium und alle gestarteten GT3 aus Affalterbach kamen ohne Probleme bei beiden Rennen ins Ziel. Und auch mit dem Mercedes-AMG GT4 sind wir sehr gut in die Saison gestartet. Drei Siege in drei Rennen in der Nürburgring Langstrecken-Serie durch BLACK FALCON Team TEXTAR in der Klasse SP8T sprechen für sich und stimmen uns zuversichtlich, auch in dieser Kategorie beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring um den Sieg fahren zu können.“

Wie laufen die Vorbereitungen auf dieses Highlight im September? 
„Bisher sehen wir uns voll im Plan, die letzten Wochen in der Eifel waren absolut zufriedenstellend für uns. Jetzt kommt es vor allem darauf an, unseren Fahrern möglichst viel Fahrzeit auf der Nürburgring-Nordschleife zu ermöglichen, was bei dem eng getakteten Rennkalender nicht einfach sein wird. Darüber hinaus ist es wichtig, strategisch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da das 24-Stunden-Rennen nun im September geplant ist, werden wir höchstwahrscheinlich andere Wetterbedingungen vorfinden als wir das im Mai getan hätten. Die größten Unterschiede werden hierbei bei der Reifenvorauswahl liegen, aber auch auf die längere Dunkelphase während des Rennens werden sich die Teams gezielt vorbereiten.“

Wie sieht das weitere Motorsport-Programm für dieses Jahr aus? 
„Durch den verdichteten Kalender warten in den kommenden Wochen viele Rennen auf uns, bei denen wir ehrgeizige Ziele verfolgen. In Imola beginnt an diesem Wochenende die GT World Challenge Europe. Dort wollen wir wieder ein gewichtiges Wort um die Meisterschaften im Endurance und Sprint Cup sowie in der Gesamtwertung mitreden. Anfang August startet das GT Masters auf dem Lausitzring in die Saison, auch hier sind wir mit stark besetzten Fahrzeugen vertreten. Neben dem 24-Stunden-Rennen Nürburgring bilden die 24 Stunden von Spa im Oktober das zweite große Highlight des Jahres. Wie in der GT World Challenge Europe gehen in Belgien je ein Mercedes-AMG GT3 von AKKA ASP und dem HRT Team mit erweitertem Support aus Affalterbach an den Start. Aber am Wichtigsten ist in der aktuellen Lage, dass die restlichen geplanten Rennveranstaltungen in diesem Jahr stattfinden können und wir alle zusammen, ob Fans, Fahrer, Teams oder Hersteller, noch viele spannende Rennen sehen können.“