Dienstag, 26. Januar 2021
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29.11.2020

MAHLE RACING TEAM führt BMW zum Vierfach-Triumph

Heißer Auftakt bei kalten Außentemperaturen in der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie presented by Goodyear: Die ersten Sieger der Wintersaison 20/21 heißen Sami-Matti Trogen und Alex Arana. Das Duo aus dem MAHLE RACING TEAM überquerte mit einem Vorsprung von 6,29 Sekunden vor den zweitplatzierten Laurin Heinrich und Rainer Talvar die Ziellinie am Nürburgring. Das Podium beim H&R 3h-Rennen komplettierten Jesse Krohn und Dominik Staib für Williams Esports. Die virtuelle BMW-Dominanz machten die Vorjahres-Champions Bruno Spengler, Nils Koch und Kay Kaschube auf Platz vier perfekt. Den schnellsten Mercedes-AMG GT3 pilotierten Philip Ellis, Jack Sedgwick und Aleksi Elomaa für das MANN-FILTER Team HTP-WINWARD auf Rang fünf.

„Das war ein grandioser Einstand in die neue Saison. Unser BMW Z4 GT3 hat sehr gut funktioniert“, sagte Rallyecross-Pilot Trogen, der in diesem Jahr auch seine ersten Rennkilometer in der realen Nürburgring Langstrecken-Serie absolviert hat. Das MAHLE RACING TEAM wechselte für die neue Saison von Audi zu BMW. „Dieser Wechsel wird sich auszahlen“, sagte Alex Arana. „Die beiden GT3-Boliden sind vollkommen unterschiedlich zu fahren. Der BMW ist in der Simulation iRacing einfach das richtige Auto, um in der DNLS im Kampf um die Meisterschaft dabei zu sein. Das ist unser Ziel, daher haben wir gewechselt.“

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Simracing-Star Laurin Heinrich, der 2020 seine erste Saison im realen Porsche Carrera Cup fuhr, hatte zusammen mit Rainer Talvar bis wenige Runden vor Schluss gute Chancen auf den Sieg. Dann wurde er jedoch in der Arembergkurve beim Überrunden in eine Kollision verwickelt und konnte mit seinem beschädigten Z4 zu keiner Schlussattacke mehr ansetzen. „Die Folgen des Crashs haben uns vor allem eine Menge Top-Speed gekostet. Das waren rund 5 km/h, was sich auf der langen Döttinger Höhe natürlich enorm bemerkbar macht“, sagt er. „Von daher bin ich sehr zufrieden damit, den zweiten Platz ins Ziel gebracht zu haben.“

Auch Williams Esports wechselte von Audi zu BMW. „Das war für mich ein sehr interessantes Rennen“, sagte Staib. „Es war sehr viel Vorbereitung nötig, um uns auf diesen Einsatz vorzubereiten. Wir haben das Maximum rausgeholt. Am Ende waren wir pro Runde rund zwei Sekunden schneller als mit dem Audi. Ein Riesenkompliment vor allem an Jesse, der erst vor zwei Tagen zu unserem Team hinzugestoßen ist und einen fehlerfreien Job abgeliefert hat.“

Ascher Racing erneut fehlerfrei

Ascher Racing dominierte die Cup 2-Klasse (Porsche 911 GT3 Cup) und fuhr souverän zum Sieg. „Das hat wieder eine Menge Spaß gemacht“, sagte Martin Ascher, der das Rennen zusammen mit Marcus Jirak bestritt. „Unser Qualifying lief perfekt und wir haben uns die Pole-Position in unserer Klasse gesichert. In der Startphase konnte ich mich dann aber nicht absetzen. Über die Distanz klappte das dann besser, weil wir fehlerfrei geblieben sind.“ Vor allem zu Rennbeginn konnten Keanu Buschmann und Till Norwig von Buttler-Pal Motorsport den Speed der späteren Sieger noch mitgehen, mussten sich am Ende aber mit Rang zwei begnügen. Dritte wurden Lucas Lippert und Thomas Asmussen von H2 Performance SRT.

Überraschungssieger in der SP10

In der GT4-Klasse SP10 feierte das Team RSO einen Überraschungssieg. Nils Lorenz und Nils Carstensen setzten sich mit ihrem Porsche Cayman 718 GT4 gegen SimRC (BMW M4 GT4) und CoRe SimRacing (Porsche Cayman 718 GT4) durch. „Wir haben nicht unbedingt damit gerechnet, heute ganz oben zu stehen und mit so einem großen Vorsprung zu gewinnen“, gestand Carstensen. „Ich habe mir in der Startphase angeschaut, was SimRC und CoRe vor mir machen haben und einfach auf einen Fehler gewartet. Der kam dann schließlich auch. Ich bin nicht nur an beiden vorbei, sondern konnte mich auch absetzen. Ein toller Saisonstart.“ Die Kollision der beiden Führenden erklärt SimRC-Pilot Marcel Fassbender: „Das war ein harter Fight. Mit dem BMW haben wir in den Kurven gegenüber dem Porsche eher Nachteile, dafür sind wir mit starkem Drehmoment und dem guten Topspeed vor allem aus den Kurven heraus und auf den Geraden schnell. In den Kurven kam mit CoRe immer sehr nah und ich habe mich breit gemacht, dann kam es zu einer Berührung.“

SimRC triumphiert mit Auftaktsieg zum vierten Mal in Folge

Sie avancieren zu den Seriensiegern in der Klasse SP3T: Jürgen Frank und Felix Luding von SimRC haben da weitergemacht, wo sie vor rund vier Wochen beim Finalrennen der DNLS-Debütsaison aufgehört haben und feierten ihren vierten Sieg in Folge. „Unser Audi RS 3 LMS hat heute wieder super funktioniert“, sagte Frank. „Das Rennen war am Ende nicht ganz so eng, wie bei den letzten Rennen. Aber in der ersten Hälfte hatten wir einen schönen Zweikampf mit dem Team Heusinkveld. Die waren dann aber in eine Kollision verwickelt, so dass wir einen Vorsprung herausfahren konnten.“ Besagte Pechvögel, Marcel Tie, Patrick Kubinji und Michael Schoettler, hatten in der letzten Kurve dann erneut einen Unfall. Steen Ledger schob Kubinji in der Hohenrain-Schikane von der Strecke und erhielt für diese vermeidbare Kollision eine 5-Sekunden-Strafe von der Rennleitung. So blieb dem Heusinkveld-Trio zumindest auf Platz zwei vor Ledger und Lard Bol.

Der zweite Lauf der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie presented by Goodyear findet am 19. Dezember statt. Am vierten Adventwochenende beschließt das MAHLE 3h-Rennen kurz vor Weihnachten das Motorsportjahr 2020. Die Wintersaison der DNLS ist dann jedoch noch lange nicht vorbei. Vor dem Saisonauftakt des realen Nordschleifen-Championats am 27.03.2021 stehen von Januar bis März noch drei weitere digitale Rennen auf dem Programm.