Sonntag, 22. September 2019
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TCR Germany
23.05.2019

Ständiges Auf und Ab für HP Racing International in Most

Nach dem Saisonstart in Oschersleben ging es für die ADAC TCR Germany zum zweiten Kräftemessen der Saison nach Tschechien, in das rund 100 Kilometer südlich von Dresden gelegene Autodrom Most. Auf dem fahrerisch anspruchsvollen Kurs machten die HP Racing International-Piloten Hari Proczyk und Lukas Niedertscheider Jagd auf den Tabellenführer Mike Halder (Honda).

Dass der Mannschaft rund um Teamchef Tobias Niederberger ein kleiner Sprung nach vorne gelungen ist konnte man schon an den Ergebnissen der Trainingssessions ablesen. Im ersten Teil des Qualifyings ließ Lukas Niedertscheider mit einer Bestzeit aufhorchen, hatte aber leider im entscheidenden zweiten Teil etwas Pech und musste sich mit Startplatz 8 begnügen.

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Dank einer starken letzten Runde im Qualifying hatte sich Titelverteidiger Proczyk die Pole-Position für den ersten Lauf gesichert. Er fing in seiner letzten fliegenden Runde im Hyundai i30 N den Gesamtführenden Mike Halder noch um 80 Tausendstelsekunden ab.

Den Platz an der Sonne konnte aber Pole-Sitter Proczyk beim Start zum ersten Rennen nicht lange innehalten. Mit einem Fehler im Startprozedere verlor er schon auf den ersten Metern an Boden und lag nach der ersten Schikane nur mehr an vierter Position. Im Kampf um Platz drei machte Proczyk Druck auf Honda-Pilot Fugel, fand aber keinen Weg vorbei. Nach einem Ausrutscher von Fugel in der letzten Runde kletterte Proczyk aber doch noch auf das Siegerpodest. Den Sieg holte sich der Honda-Pilot Halder.

Auch bei Niedertscheider verlief der Start nicht ohne Probleme. Durch eine Berührung eines Kontrahenten beim Anbremsen zur ersten Kurve wurde sein Hyundai recht stark in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl dadurch die Möglichkeit in die Spitzengruppe zu fahren gestoppt wurde, war Niedertscheider über den letztendlich erreichten 7. Platz froh, überhaupt das Rennen beendet zu haben.

Einige Einstellungsänderungen wurden am Einsatzfahrzeug von Proczyk über Nacht getätigt und man erhoffte sich für das zweite Rennen, vom 9. Startplatz nach vorne pushen zu können. Ein erstmals gut funktionierender Start und vielversprechende Anfangsrunden sollten dies bestätigen. Ein sich angekündigtes Problem mit der Bremse wurde aber von Runde zu Runde immer schlimmer. Im Zweikampf mit dem französischen Markenkollegen Coicaud holte sich Proczyk zu Halbzeit des Rennens einen Bremsplatten und musste sich bis zum Ende des Rennens mit Rang 8 zufriedengeben. Nach der Begutachtung des Reifens, auf welchem teilweise nur mehr die Metallfasern sichtbar waren, war Proczyk glücklich, überhaupt die Zielflagge gesehen zu haben.

Stets im Windschatten von Hyundai-Pilot Hesse war Niedertscheider im zweiten Rennen, doch für einen Angriff war definitiv die Rennpace nicht ausreichend. Mit Rang 6 holte er aber erneut einen Top-Ten-Platz. Als Sieger wurde der Finne Buri (Audi) abgewunken.

Der Speed über eine Runde ist, wie schon in Oschersleben, sehr gut. Spezielle Konzentration gilt es beim nächsten Event auf dem Red Bull Ring vor allem auf Longruns. „Mit diesem sensationell guten Team werden wir auch diese Herausforderung in den Griff bekommen“, so Proczyk, der sich schon auf das bevorstehende Heimrennen freut.