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24.10.2019

DMV BMW 318ti Cup in der Eifel: Vollak verhilft Schultz zum Vizetitel

Mit einem Sieg für Sebastian Vollak und Romano Schultz (Vollak Motorsport) endete die Saison des DMV BMW 318ti Cup auf dem Nürburgring. Bei schwierigen Streckenbedingungen siegte das Duo vor Phillipp Stahlschmidt und Christopher Rink (Smyrlis Racing). Auf Rang drei landeten Timo Kaul und Kevin Walter (Cerny Motorsport).

Die Eifel fuhr beim letzten Lauf noch einmal alles auf. Strömender Regen, Nebel, Dunkelheit und Sonne – all das machte die finale Entscheidung durchaus kniffelig. Zumindest Sebastian Vollak konnte das letzte Saisonrennen relativ entspannt angehen. Bereits beim vorletzten Lauf sicherte sich Vollak den Meistertitel. Auf dem Nürburgring spannte Vollak wieder mit Romano Schultz zusammen. Im Gegensatz zum letzten Auftritt, beim MASTERS in Zandvoort heimste das Duo diesmal den zweiten gemeinsamen Erfolg ein. Bereits im Qualifying hatte Vollak die schnellste Zeit vorgelegt – die siebte Pole im siebten Anlauf. Da der DMV BMW 318ti Cup erstmals als eigene Startgruppe ins Rennen geschickt wurde, war die Pole zudem noch gleich etwas ganz Besonderes. Allerdings musste sich Startfahrer Romano Schultz zunächst hinter den späteren Zweitplatzierten Phillipp Stahlschmidt und Christopher Rink anstellen, die bis zu ihrem ersten Stopp in der 22. Runde die Pace machten. Schultz, zusätzlich noch im eigenen Auto im Einsatz, kam dagegen bereits in der zehnten Runde an die Box. Somit dröselte sich das Bild erst nach allen absolvierten Pflichtstopps auf. Im 23. Umlauf übernahm Vollak die Spitze und gab die erste Position bis zum Ablauf der 2-Stunden Distanz auch nicht mehr. Beim Finale in der nasskalten Eifel zeigte Vollak noch einmal, dass er zurecht der gerade abgelaufenen Saison seinen Stempel aufgedrückt hatte. Über 1:22 Minute betrug der Abstand zu Rang zwei. „Wir sind am Ende des Rennens im Schnitt zwei Sekunden schneller gefahren als die Konkurrenz. Begünstigt durch eine Safety-Car Phase hatten wir Glück und einen Vorsprung von 50 Sekunden herausfahren können. Im weiteren Rennverlauf konnten wir nochmals grob 30 Sekunden draufpacken. Bei diesen Wetterbedingungen das Auto mit Semislicks über den Kurs zu zirkeln, kann schnell etwas schiefgehen. Aber es hat alles echt wunderbar funktioniert. Das Auto war von unseren Jungs wieder perfekt vorbereitet“, berichtete Vollak. Mit dem Erfolg sicherte sich Teilzeit-Teamkollege Romano Schultz zudem mit drei Pünktchen Vorsprung die Vizemeisterschaft vor Christopher Rink.

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Einzig die beiden VLN-erfahrenen Phillipp Stahlschmidt und Christopher Rink schafften es auf der Zwei-Stunden Distanz zumindest ansatzweise das Tempo des Siegers mitzugehen. An ihrem zweiten Gesamtrang gab es nichts zu deuteln. Ebenso souverän sicherten sich mit einem starken Schlussspurt Timo Kaul und Kevin Walter (Cerny Motorsport) den letzten verbliebenen Platz auf dem Treppchen. Zu Rennbeginn lag das Duo von Cerny Motorsport lange auf der fünften Gesamtposition. Doch nach dem Stopp in der 19. Runde ging es mit großen Schritten nach vorne und mit dem 23. Umlauf lag man bereits auf der dritten Position. „Unser Quali lief nicht so ganz wie wir wollten. Die Reifen brauchten etwas mehr Zeit als gedacht um auf Temperatur zu kommen. Wir hatten nur wenige Runden um gute Zeiten fahren zu können. Am Ende war es dann Startplatz sechs. Nach einer Stunde übernahm ich das Auto auf P5 von Timo. Ich merkte schnell, dass man bei diesen Bedingungen mit einem kontrollierten Gasfuß fahren muß. Aber es machte Spaß und ich konnte nach und nach bis auf P3 fahren. Ich hängte mich an den Meister, weil ich wusste, dass ich von seiner Linie noch eine Menge lernen kann. So konnte ich den Vorsprung auf P4 ausbauen und dem Team Cerny einen Platz auf dem Podium sichern. Das persönliche Ziel war somit auch erreicht,“ so Kevin Walter.

Dahinter kam nochmal Romano Schultz, gemeinsam mit Andreas Kast im Auto, zwar näher, doch nachdem Schultz in der 31. Runde Alesia und Jacqueline Kreutzpointner (Cerny Motorsport) geschnappt hatte, zogen Kaul/Walter das Tempo noch einmal an. Somit trennten die beiden 318er im Ziel an die 42 Sekunden. Ebenfalls noch in der selben Runde waren Alesia und Jacqueline Kreutzpointner, die gerade bei den schweigen Bedingungen eine starke Leistung boten. Die beiden schnellen Mädels hatte sich nach dem Boxenstopp vor Dominique Rickert und Justin Wichman (Smyrlis Racing) gesetzt. Einen ganz starken Einstand lieferte der erst 16 jährige Luca Alpert ab. Gemeinsam mit Teamkollege Thorsten Kramer absolvierte er für das neu in den Cup gekommene JAS Rennsport Team eine glänzende Premiere ab. Florian Sternkopf zeigte sich vom Nachwuchstalent beeindruckt: „Das Team JAS Rennsport war zum ersten Mal mit dabei. Sie kommen aus dem Logan Cup. Luca ist 16 Jahre alt und konnte um die ersten Plätze super mitkämpfen. Er hat keine Fehler gemacht und das ist eine super Leistung.“ Sternkopf und Teamkollege Tim Potberg mussten nach einer starken Anfangsleistung, die sie zwischenzeitlich auf Platz zwei gebracht hatte, mit dem achten Platz vorlieb nehmen. Roger Wild/Henry Cerny (Cerny Motorsport) und Marius-Jonas Schäfer/Hinrich Groeneveld (ATT Racing) komplettierten die Top-Ten.

Mit einem beeindruckenden Teilnehmerfeld von 16 Fahrzeugen war der DMV BMW 318ti Cup in das Finale gegangen. Auf allen Positionen ging es wieder eng, aber auch fair zu. Bei solch schwierigen Streckenbedingungen ist das keine Selbstverständlichkeit. „Das gesamte Feld hat die widrigen Bedingungen gut gemeistert. Es gab keinen Abflug und kein kaputtes Auto. Es lief alles fair und diszipliniert ab“, fand Florian Sternkopf lobende Worte.

Mit Sebastian Vollak gab es einen überragenden Meister der Saison. Ein Erfolg, dem Mitorganisator Sternkopf seinen Respekt zollt: „Rückblickend muss man sagen, dass Sebastian Vollak der überragende Fahrer im Cup war. Wenn man sich die Gesamtwertung anschaut, sieht man, dass mit Vollak, Schultz und Rink viel Qualität an der Spitze ist. Dahinter sind sehr viele Rookies wie ein Timo Kaul, der seine erste komplette Saison fuhr, oder Justin Wichmann und Dominique Ricker, die aus der eigenen Jugendförderung am Anfang des Jahres ausgewählt wurden.“ Mit der Entwicklung des Cups zeigt sich Sternkopf dementsprechend zufrieden. Neun Teams bauen bereits an neuen Fahrzeugen für das kommende Jahr, so dass mit an die 25 Autos zu rechnen ist. „Bedanken möchte ich mich bei unseren Partnern Dunlop, Schmidt, Wiechers, KW und Ravenol u.v.m. die zusammen mit uns diesen Cup etabliert haben. Ich bin stolz, dass wir damit die Lücke zwischen Slalom/Kartsport und den teuren Serien geschlossen haben und den Leuten ohne großes Budget eine Möglichkeit bieten können trotzdem weiterzumachen und dabei richtigen Motorsport auf hohem Niveau zu erleben.