Samstag, 20. Juli 2019
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Kartsport Allgemein
17.06.2019

Schweizer Kart-Meisterschaft: Saisonhöhepunkt mit viel Girl-Power

Der dritte Lauf zur autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen (CH) war am vergangenen Wochenende nicht nur gute Werbung für den Schweizer Nachwuchsrennsport. Er war vor allem der Beweis, dass es in der Schweiz neben vielen talentierten Fahrern auch ein paar schnelle Rennfahrerinnen gibt.

Unter dem Motto „Das Beste kommt zum Schluss” bot das Finale der KZ2 bei der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft in Wohlen Spannung bis zum Zielstrich. Großen Anteil daran hatte Isabelle von Lerber. Dank eines ausgezeichneten Starts ging die Bernerin in der ersten Kurve in Führung. Und obwohl der Druck über 26 Runden immens war, setzte sich die Swiss-Hutless-Pilotin erfolgreich gegen Vincenzo Alvaro und Denis Tuia durch. „Das war ein hartes Stück Arbeit”, sagte von Lerber. „Ich hatte keine Zeit zum Verschnaufen und musste immer wieder Kampflinie fahren. Aber ich bin sehr erleichtert, dass ich diesem Druck standgehalten habe. Es war ein tolles Rennen.”

Anzeige
In den beiden Vorläufen musste sich von Lerber noch mit den Plätzen 5 und 4 begnügen. Im ersten Rennen hatte Dominik Weibel vor seinem Bruder Samuel die Nase vorn. Im zweiten Heat lautete die Reihenfolge genau umgekehrt. In beiden Rennen komplettierte Vincenzo Alvaro das Podium. Weil Mike Müller, der Leader bei den Schaltkarts, in Wohlen nicht über die Ränge 4, 9 und 6 hinauskam, haben die Verfolger etwas Boden gut gemacht. Zwar führt Müller nach wie vor mit 180 Punkten. Doch dahinter lauern von Lerber (142), Alvaro (137) sowie Samuel (133) und Dominik Weibel (115).

Ihren dritten Finalsieg im dritten Rennen der Saison feierte Léna Bühler. Doch diesmal stand die schnelle Dame aus Yverdon nicht nur im Finale ganz oben, sie entschied auch beide Vorläufe zu ihren Gunsten. Hinter Bühler teilten sich die beiden anderen Titelanwärter Savio Moccia und Rafael Aguiar die Ehrenplätze. „Warum ich so schnell bin?”, fragte Bühler nach dem Finale. „Ich weiß es nicht. Es läuft einfach alles perfekt.” In der Meisterschaft liegt Bühler bei Halbzeit der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft mit 171 Zählern in Führung. Gefolgt von Aguiar (165) und Moccia (146).

Als dritte erfolgreiche Dame ließ sich Ekaterina Lüscher feiern. Die Exprit-Pilotin lieferte sich im Finale der OK Junioren einen spannenden Zweikampf mit Elia Sperandio und kletterte nach Platz 3 im zweiten Vorlauf auch im Finale als Dritte aufs Podest. Unangefochtener Finalsieger war Sebastian Kraft, der nach Rang 2 im ersten Heat bereits im zweiten Vorlauf erfolgreich war. „Ich hatte im Finale keine frischen Reifen mehr. Trotzdem habe ich den Sieg nach Hause gefahren”, sagte Kraft, der in der Meisterschaft als Zweiter 21 Punkte Rückstand auf Sperandio hat. Ob Kraft in den verbleibenden drei Rennen den Rückstand noch wettmachen kann, ist offen. „Beim übernächsten Lauf in Levier gibt es für mich eine Doppelbelastung mit einem Rennen in Deutschland. Mal schauen, wie sich das auf die Meisterschaft auswirkt.”

Immer besser in Fahrt kam im Verlaufe des Samstags auch der amtierende OK-Senior-Meister Patrick Näscher. Im ersten Vorlauf noch Vierter, verbesserte sich der Liechtensteiner im zweiten Heat auf Platz 2. Im Finale liess Näscher dann nichts anbrennen und gewann vor Lukas Muth (Sieger Lauf 2) und Pascal von Allmen. „Ich hatte vor diesem Rennen kaum trainiert”, sagte Näscher. „Deshalb dauerte es ein Weilchen, bis ich wieder voll da war. Aber im Finale lief es dann super, auch wenn die 26 Runden richtig anstrengend waren. Ich hoffe, dass ich nun die restlichen Rennen auch bestreiten kann und es keine Terminkollisionen mit meinem Studium gibt.”

Im ersten Durchgang bei den Senioren setzte sich übrigens Gaststarter Fabio Scherer durch. Doch der Pilot aus der FIA Formel 3 wurde wegen eines fehlerhaften Filters disqualifiziert. Statt Scherer durfte Alain Baeriswyl über den Sieg jubeln. In der Meisterschaft führt von Allmen (145) vor den punkt-gleichen Timo Moser und Alain Baeriswyl (beide 116) sowie Näscher (115).

Bei den Super-Minis setzte sich im Finale Elia Pappacena gegen Roy Alan Shaw (Sieger im zweiten Vorlauf) und Enea Frey durch. Pechvogel von Wohlen war Loris Achermann. Der Sieger des ersten Vorlaufs musste im Finale zuschauen, nachdem er noch vor dem Start in eine Kollision verwickelt war. Der Stand in der Meisterschaft: 1. Shaw 172, 2. Frey 149, 3. Pappacena 147.