Donnerstag, 13. Dezember 2018
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
VLN
06.10.2018

Frikadelli Racing mit Platz sechs unter eigenen Erwartungen

Mit Platz sechs für den 911 GT3 R von Felipe Laser (Leipzig), Lance David Arnold (Duisburg) und Klaus Abbelen (Barweiler) endete der achte und vorletzte Lauf zur diesjährigen Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring für Frikadelli Racing unter den eigenen Erwartungen. Beide Autos des Porsche-Kundenteams, das in diesem Jahr schon zweimal siegreich war, hatten während des Vierstundenrennens gute Chancen auf eine Podestplatzierung. Bereits in Runde vier musste Norbert Siedler (AT) jedoch die Startnummer 31 – die er sich mit Alex Müller (Rees) teilte – nach einer sehenswerten Aufholjagd wegen einer Kollision beim Überrunden abstellen.

Schon das 90-minütige Qualifying lief für Frikadelli Racing nicht nach Wunsch. Auf noch feuchter Strecke zeichnete sich die Session von Beginn an durch zahlreiche Unfälle und Code-60-Phasen aus, die entscheidende freie Runde für eine Top-Zeit trafen beide 911 GT3 R nicht. Im Auto mit der Startnummer 31 fing sich Norbert Siedler kurz vor Schluss durch Trümmerteile zudem einen Reifenschaden ein, der wertvolle Zeit kostete. Am Ende sprang für ihn und Alex Müller Startplatz 15 heraus. Der in der GT3-Premium-Klasse genannte Porsche von Abbelen, Arnold und Laser ging von der zehnten Position ins Rennen.

Anzeige
Dort übernahm Laser den Start und kämpfte sich in seinen sieben Runden vom zehnten bis auf den vierten Rang nach vorne. Dann übernahm Arnold und machte genau so weiter: Nach zwölf Runden rangierte der Duisburger bereits auf dem zweiten Platz, beim Fahrerwechsel zurück zu Felipe Laser nach Runde 15 lag er sogar auf der ersten Position. Felipe setzte das Rennen als Drittplatzierter fort, musste am Ende seines Stints aber eine 150-Sekunden-Strafe in der Boxengasse für ein Code-60-Vergehen von Arnold absitzen. Nach Runde 23 übernahm Klaus Abbelen den Porsche und fuhr den achten Saisonlauf routiniert auf Rang sechs zu Ende.


Stimmen nach dem Rennen

Klaus Abbelen (Teamchef und Fahrer Porsche 911 #30): „Mein Schlussturn mit unserem Nummer-30-Porsche lief ohne Probleme. Von dem Ergebnis am heutigen Tag bin ich aber enttäuscht. Wir hätten mit beiden Autos aufs Podium fahren können, haben uns jedoch selber ein Bein gestellt, was wir unbedingt vermeiden wollten. Aber Unfälle passieren im Motorsport manchmal und Tempoverstöße auch – wir hatten heute einfach kein Glück.“

Felipe Laser (Fahrer Porsche 911 #30): „Mein erster Stint war kurzweilig und intensiv. Wir sind mit einem Satz gebrauchter Dunlop-Reifen aus dem Qualifying gestartet, das funktionierte ganz gut – auch wenn am Anfang der sogenannte ,Peak' gefehlt hat, also diese Extra-Performance, den neue Pneus kurzzeitig entwickeln. Grundsätzlich war die Pace gut und ich konnte einige Positionen aufholen. Auch im zweiten Stint lief es gut, der hat richtig Spaß gemacht, die Dunlop-Reifen funktionierten von Anfang bis zum Ende meiner acht Runden tadellos. Leider hat uns die Strafe etwas zurückgeworfen, aber das passiert so schnell und gehört manchmal leider dazu.“

Lance David Arnold (Fahrer Porsche 911 #31): „Ich hatte einen guten Stint, der Porsche funktionierte soweit und ich konnte einen schönen Rhythmus fahren. Ich hatte mich vorne an der Spitze festgebissen. Aufgrund der verschiedenen Strategien konnte ich aber noch nicht erkennen, wohin die Reise geht, als ich das Auto an Felipe zurückgegeben habe.“

Norbert Siedler (Fahrer Porsche 911 #31): „Mein Start und die Aufholjagd waren soweit ok, aber es ist immer schwierig, anderen Autos hinterher zu fahren – ich wäre eigentlich schneller gewesen. Beim Überrunden bin ich kurz vorm zweiten Karussel auf einen langsameren Cayman aufgelaufen, der wiederum von einem BMW überholt wurde. Ich wollte in der Mitte durch, dabei hat mich der Porsche übersehen und ist mir aufs Hinterrad gefahren, wodurch ich im rechten Winkel in die Leitplanken abgebogen bin.“

Alex Müller (Fahrer Porsche 911 #31): „Das Wochenende haben wir uns leider etwas anders vorgestellt. Schon im Qualifying war es mit den feuchten Stellen und den vielen Code-60-Phasen auf der Strecke sehr schwierig. In den paar Minuten, in denen die Nordschleife mal frei war, hatten wir mit unserem Reifenschaden zu kämpfen – so etwas kann angesichts der ganzen Trümmerteile auf der Straße schnell passieren.“

Die Langstreckenmeisterschaft Nürburgring umfasst auch 2018 wieder neun Rennen. Los ging es am 24. März mit dem ersten Saisonlauf. Die vierstündigen Samstagsveranstaltungen führen über die Nürburgring-Nordschleife sowie die Kurzanbindung des Grand Prix-Kurses, die Streckenlänge beträgt dann 24,358 Kilometer. Am 18. August stehen sogar sechs Stunden auf dem Programm. Das Finale findet am 20. Oktober statt. Saisonhöhepunkt war das 24-Stunden-Rennen am 12. und 13. Mai, das nicht zur VLN zählt. Dabei nutzten die Teilnehmer die 25,378 Kilometer lange Streckenvariante inklusive Grand-Prix-Kurs ohne Mercedes-Arena.