Freitag, 21. September 2018
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
Sonstiges
25.06.2018

Tempo-Verstoß auf der Nordschleife: Team-Disqualifikation ist ungerecht

Ein Vorfall beim diesjährigen ADAC 24h-Rennen am Nürburgring sorgt auch Wochen nach dem Fallen der Zielflagge für Diskussionen. Ein teilnehmendes Team samt den Fahrern wurde von der Veranstaltung ausgeschlossen, nachdem ein Fahrer in seinem Turn in einem Code-60-Bereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h deutlich, mit mehr als 50 km/h, überschritten hat. Code-60-Phasen können insbesondere auf der Nordschleife des Nürburgrings bei Unfällen und Sicherungseinsätzen angeordnet werden. Der Deutsche Sportfahrer Kreis (DSK) als Vertretung der Aktiven hält die Bestrafung des beschuldigten Fahrers aus Sicherheitsgründen für wichtig und angemessen. Eine Disqualifikation des gesamten Teams, einschließlich der unschuldigen Fahrer-Kollegen, sieht der DSK dagegen als unangemessen und unfair an.

Der Zusatz im DMSB-Reglement „[...] sowie Disqualifikation für das betroffene Team“ muss unverzüglich gestrichen werden, fordert der DSK den DMSB auf. Der Unmut über die Code-60-Disqualifikation aller Fahrer eines Autos ist in dieser Saison, insbesondere anlässlich des 24h-Rennens am Nürburgring, deutlich zu spüren. Mitglieder, Fahrer und Teams sind an den DSK mit der Bitte herangetreten, sich für eine Abschaffung dieser Ungerechtigkeit – die die Falschen mitbestraft – einzusetzen. 

Anzeige
Auch wenn es sich bei Langstreckenrennen um Team-Sport handelt, liegt der Verstoß eines einzelnen Fahrers nicht im Handlungsbereich seiner mitfahrenden Kollegen oder im Verantwortungsbereich seines Teams. Ob der Geschwindigkeitsverstoß fahrlässig oder absichtlich begangen wurde, kann nicht bewertet werden. Eine derartige Sanktion trifft daher nicht nur die unschuldigen Teamkollegen, sondern auch das Team selbst und kann dort erhebliche negative wirtschaftliche Konsequenzen hervorrufen, insbesondere, wenn sich mehrere Fahrer ein Cockpit teilen und Fahrer ihre bereits bezahlten Einsatzkosten dann zurückfordern. 

In einem entsprechenden Brief hat sich der DSK vergangene Woche an den DMSB gewandt und im Interesse der Aktiven eine zügige Herausnahme der Team-Disqualifikation aus dem Reglement gefordert.