Montag, 17. Dezember 2018
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10.08.2018

DPSA: Triathlet Manuel Reuter schult die Rennfahrer von morgen

Für den Zuschauer sieht es manchmal so aus, als ob der Rennwagen die ganze harte Arbeit auf der Strecke erledigen würde. Doch Kenner wissen genau, dass körperliche Fitness und mentale Stärke über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Um den Förderkandidaten der Deutsche Post Speed Academy diese Lektion zu vermitteln, wurden die acht Nachwuchsrennfahrer nach Stuttgart eingeladen. Hier konnten sie ihre Fitness unter Beweis stellen und lernten von Manuel Reuter, wie wichtig ein gut trainierter Körper ist, um den Belastungen im Rennwagen standzuhalten.

Los ging der erste von zwei Tagen für die Rennsport-Talente um 12 Uhr mit einem Lactattest, wie er bei Leistungssportlern üblich ist. Die acht Förderkandidaten mussten immer schwerer werdende Belastungstests absolvieren. Nach jeder Trainingseinheit wurde den jungen Motorsportlern Blut abgenommen, um die Lactatwerte unter der Belastung zu testen. „Anhand der Resultate kann man nicht nur sehen, wie fit die Kandidaten sind, sondern auch, wie stark die Beanspruchung sein muss, um den bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen“, erklärt Sportmediziner Dr. Sialis Ioannis sachlich.


Nachwuchsrennfahrer mit hervorragenden Ergebnissen

Die Kandidaten erlebten die Tests naturgemäß etwas emotionaler und waren schon vor Beginn gespannt darauf, wie gut sie wohl abschneiden würden. Abgesehen von der Blutabnahme mitsamt den ständigen Stichen ins Ohr äußerten sich alle PS-Talente durchweg positiv über die Erfahrungen des Workshops: „Der Lactattest war schon sehr anstrengend, aber ich glaube, dass ich mich recht gut geschlagen habe. Trotzdem möchte ich noch fitter werden“, schildert derzeit Drittplatzierte in der TCR Germany, Luca Engstler (18), seine Erlebnisse in Stuttgart. Auch Leon Köhler (19), derzeit Fahrer in der ADAC Formel 4, möchte seine Fitness zukünftig weiter verbessern: „Ich habe auf dem Ergometer wirklich alles gegeben und ein anständiges Ergebnis erreicht. Trotzdem sehe ich bei mir selbst noch viel Potenzial für die Zukunft und möchte meine Leistungen noch steigern.“ 

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Nicht nur die Förderkandidaten waren mit ihren Leistungen zufrieden, sondern auch der Sportmediziner Dr. Sialis Ioannis: „Die Ergebnisse des Lactattests haben gezeigt, dass die Jungs bei den Fitnessübungen deutlich über dem Durchschnitt in ihrer Altersklasse liegen. Auch in den Disziplinen Reaktionsgeschwindigkeit und Koordination schnitten die Förderkandidaten überwiegend gut ab. Aber trotz guter Werte gibt es noch Luft nach oben: „Jeder hatte seine Stärken, aber auch seine Schwächen, an denen man zukünftig noch arbeiten könnte“, wertet Dr. Ioannis die Testergebnisse aus.


Manuel Reuter über Fitness im Motorsport

„Zwischen einem Renn- und einem Leistungssportler sollte es im Idealfall keine Unterschiede geben“, sagt Ex-Rennfahrer und Triathlet Manuel Reuter. „Es ist besonders wichtig, dass unsere Förderkandidaten begreifen, wie bedeutend körperliche Fitness im Rennsport wirklich ist. Immerhin müssen die Piloten auch bei hohen G-Kräften im Cockpit ein ganzes Rennen lang konzentriert bleiben und dürfen nicht müde werden, sonst leiden die Rundenzeiten“, beschreibt das Jurymitglied des Förderprogramms die Bedeutung von körperlicher Fitness im Rennsport. „Für einige der Jungs war das heute sicherlich eine ganz neue Erfahrung“, ergänzt Alexander Safavi, Projektleiter der Deutsche Post Speed Academy. „Die ganzheitliche Ausbildung ist ein wichtiger Aspekt für die Deutsche Post Speed Academy. Wer bei uns erfolgreich sein möchte, muss offen für neue Erfahrungen sein“, fasst Safavi den Kurs und den Anspruch der Speed Academy zusammen.