Dienstag, 18. Juni 2019
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Sonstiges
17.12.2018

Berufe im Motorsport – Teamchef (Teil 1/6)

Was macht man, wenn die Karriere aus unterschiedlichen Gründen im Motorsport einfach nicht weitergehen will, man aber weiterhin irgendwie dem Rennsport verbunden bleiben möchte? Man sucht sich einen Job im Bereich von Racing und ist nah dabei! Möglichkeiten gibt es viele… In dieser Serie stellen wir ein paar Personen und ihre Berufe im Motorsport vor.


1. TEAMCHEF – Übersicht behalten wie Wolfgang Land

Durch einen Freund kam Wolfgang Land vor 47 Jahren zum Motorsport, wurde Vizemeister im Deutschen Bergpokal und zweimal Carrera Cup Meister (1993 und 1997). Nach Siegen ist er immer noch der erfolgreichste Carrera-Cup-Fahrer aller Zeiten – obwohl heute, im Gegensatz zu früher, zwei Rennen an einem Wochenende gefahren werden. Teamchef wurde er eher zufällig. „Eigentlich wollte ich 1996 schon als Fahrer aufhören“, so Land. Doch dann kam Cup-Chef Helmut Greiner und erklärte, dass man ein Porsche-Junior-Team gründen würde und da man gerne den Kampf jung gegen alt sehen wolle, „mussten Harald Grohs und ich noch eine Saison dranhängen“, lacht der Westerwälder. In Personalunion wurde Land als Teamchef und Fahrer 1997 Meister.

Für Wolfgang Land ist ein Teamchef gleichzeitig der „Dompteur eines Motorsport-Zirkus“. Man muss die Horde zusammenhalten“, sagte er. In diesem Job arbeitet man 12 bis 14 Stunden am Tag, auch unter Stress. „Das muss man aushalten, sonst lässt man es besser sein“, weiß Land. Aber der Familienvater, dessen Sohn Christian und auch Frau Marion im Team mitarbeiten, ist sehr zufrieden: „Ich bin mit 65 Jahren stolz auf unseren Erfolg und mein Team. Solange die Gesundheit mitspielt und ich Spaß bei der Sache habe, möchte ich weitermachen.“ Und Wolfgang Land ist zu Recht stolz. 2017 gewann man mit Markus Winkelhook/Christopher Mies/Kelvin van der Linde/Connor de Philippi die 24 Stunden vom Nürburgring. Dazu gewann das Team Montaplast by Land-Motorsport mit Christopher Mies und Connor de Philippi 2016 das ADAC GT Masters.

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Veränderung sieht er in den letzten 20 Jahren viele: „Alles ist professioneller geworden. Ich denke, ich habe schon früher wenig Fehler gemacht – aber heute macht man es anders.“ Sollte man den Job des Teamchefs machen wollen, so braucht man in seinen Augen Organisationstalent, muss gut mit Zahlen umgehen und auch noch gut improvisieren können. „Dazu muss man manchmal auch ein kleiner Politiker sein!“ Und was sollte man als Vorkenntnisse mitbringen? „Egal ob man Fahrer, Ingenieur oder Mechaniker war. Alles bringt Vorteile. Ich war Fahrer und  habe mir früher meine Autos und Motoren selber gebaut, habe einige Autos auf Rohkarosse aufgebaut, und auch einige Teile selbst entwickelt und selbst angefertigt“, so Land.