Samstag, 21. April 2018
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Rallye WM
09.04.2018

Sébastien Ogier fährt im Ford Fiesta WRC dritten Saisonsieg ein

Mit ihrem gut 380 PS starken Ford Fiesta WRC haben Sébastien Ogier/Julien Ingrassia auch die WM-Rallye Frankreich gewonnen. Bei ihrem Heimspiel auf Korsika setzten sich die beiden Franzosen bereits auf der fast 50 Kilometer langen ersten Wertungsprüfung (WP) mit einem wahren Husarenritt an die Spitze des hochkarätigen Felds und gaben die Führung mit einer taktisch cleveren Vorgehensweise bis ins Ziel nicht wieder her. Durch die drittschnellste Zeit auf der abschließenden „Power Stage“ erhöhten sie ihre Punktebeute um drei weitere auf insgesamt 28 Zähler.

Nach Siegen bei der Rallye Monte Carlo und in Mexiko haben Ogier/Ingrassia drei der vier ersten WM-Läufe der neuen Saison gewonnen und dadurch ihren Vorsprung in der Fahrerwertung auf 17 Punkte ausgebaut. Ihr Teamkollege Elfyn Evans rundete gemeinsam mit Ersatzbeifahrer Phil Mills den Erfolg von M-Sport Ford bei der anspruchsvollen „Tour de Corse“ mit dem fünften Rang ab. In der Herstellertabelle konnte das britische Team den Rückstand auf Hyundai auf nur noch vier Punkte verkürzen. Das allradgetriebene World Rally Car von M-Sport Ford basiert auf dem in Köln-Niehl produzierten Fiesta* und besitzt einen 1,6 Liter großen EcoBoost-Turbomotor mit Direkteinspritzung.

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„Mit diesem erneuten Sieg haben Sébastien Ogier und Julien Ingrassia ihr unfassbares Talent einmal mehr unter Beweis gestellt und dabei auch gezeigt, dass M-Sport Ford mit dem Fiesta WRC ein erfolgreiches Rallye-Auto gelungen ist“, gratuliert Steven Armstrong, Vizepräsident der Ford Gruppe und als Präsident der Ford Motor Company verantwortlich in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. „Um die ,Tour de Corse' zu gewinnen, bedarf es enormer Ausdauerqualitäten. Wir sind stolz, dass der Ford Fiesta dies bei der ,Rallye der 10.000 Kurven' bestätigt hat. Im Laufe dieses Jahres kommt mit dem neuen Fiesta ST ein betont sportliches Derivat auf den Markt, das von der WM-Titel gewinnenden EcoBoost-Motorentechnologie besonders profitiert.“

„Als wir am Freitagmorgen von der ersten Wertungsprüfung die ersten Zwischenzeiten sahen, waren wir geradezu geschockt, wie schnell Sébastien Ogier fuhr“, berichtet M-Sport-Teamchef Malcolm Wilson. „Mit dem souveränen Vorsprung, den sich Séb und Julien Ingrassia gleich zu Beginn erkämpft hatten, konnten sie es anschließend taktisch angehen und haben sich bis ins Ziel keinen Fehler erlaubt. Schon auf den Schotterprüfungen in Mexiko glaubten wir, eine der bis dato besten Vorstellungen der beiden überhaupt gesehen zu haben. Dass sie dies hier nun auf Asphalt wiederholen konnten, gibt dem ganzen Team natürlich enormen Auftrieb. Unter den gegebenen Umständen haben auch Elfyn Evans und Phil Mills einen hervorragenden Job gemacht. Sicher hatten wir alle gehofft, Elfyns Stammbeifahrer Daniel Barrett wäre bis Korsika wieder fit, aber seine Genesung braucht noch etwas Zeit. Darum waren wir sehr dankbar, dass Phil eingesprungen ist und die beiden so schnell so gut miteinander funktioniert haben.“


Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC, Startnummer 1); Platz: 1

Die amtierenden Titelverteidiger haben die Weichen für ihren dritten Sieg beim vierten Saisonlauf des Jahres gleich auf der ersten WP gelegt und fuhren mit dem Ford Fiesta WRC – der mit klar verbesserter Performance auch auf reinen Asphaltprüfungen seine Konkurrenzfähigkeit bestätigte – in ihrer eigenen Klasse. Auf den verbliebenen zwei Etappen konnten sich Ogier/Ingrassia das Tempo einteilen, unnötigen Risiken aus den Weg gehen und ihren Aufschrieb auf den neuen Streckenabschnitten weiter verfeinern.

„Wir haben ein tolles Wochenende erlebt, ich bin sehr zufrieden mit unserer Vorstellung – insbesondere im Vergleich mit dem Vorjahr, als wir auf Korsika noch mit Problem kämpfen mussten“, so Ogier. „Wir legten bereits am Freitag ein hohes Tempo vor, danach konnten wir unseren Vorsprung verwalten. Jetzt scheint alles in die richtige Richtung zu weisen. Die Fortentwicklung des Ford Fiesta WRC funktionieren, ich fühle mich mit dem Auto immer besser verbunden.“


Elfyn Evans / Phil Mills (Ford Fiesta WRC, Startnummer 2); Rang: 5

Die Verbindung zwischen einem Rallye-Fahrer und seinem Copiloten ist etwas sehr Spezielles: Beide müssen einander fast blind vertrauen. In absoluter Perfektion funktioniert dies normalerweise erst nach vielen Jahren. Elfyn Evans und Phil Mills bauten dieses Vertrauensverhältnis in kürzester Zeit auf: Daniel Barritt, der Evans für gewöhnlich „vorbetet“, war nach dem Unfall bei der Rallye Mexiko noch nicht wieder einsatzbereit. Mills, der gemeinsam mit Petter Solberg 2002 die Rallye-WM gewonnen hatte, sprang kurzfristig ein. Mehr als sechs Ritte über den sogenannten „Shake-down“, die offizielle Testgelegenheit vor Beginn der Rallye, blieb ihnen nicht zur Eingewöhnung. Dennoch funktionierte das Experiment: Das frisch zusammengewürfelte Duo verpasste Rang vier bei der Asphalt-Rallye auf Korsika – wo Beifahrer aufgrund der rasant aufeinander folgenden Kurven unter besonders schwierigen Bedingungen arbeiten.

„Ich hatte damit gerechnet, dass uns ein schwieriges Wochenende bevorsteht, aber Phil hat einen wirklich unglaublich guten Job abgeliefert“, gesteht Evans. „Er ist in buchstäblich letzter Sekunde ins Auto gesprungen und hat mich ohne einen Patzer durch dieses Kurvenlabyrinth gelotst. Wir nehmen einen soliden Sack voller Punkte mit. Im Kampf um die Weltmeisterschaft müssen wir noch hart arbeiten, aber wir können jetzt mit einem positiven Gefühl nach Argentinien reisen und auf den Schotterprüfungen das nächste starke Resultat anpeilen.“

Julius Tannert aus Zwickau peilt Podestplatz in der Junior-WM an Die Hoffnungen von Julius Tannert auf eine weitere Top-Platzierung beim zweiten Lauf zur Junior-Weltmeisterschaft erhielten bereits auf der ersten Etappe einen Rückschlag: Gemeinsam mit Beifahrer Jürgen Heigl aus Österreich rutschte der Zwickauer in der zweiten Wertungsprüfung von der Straße und verlor gut zehn Minuten. „Das war ein schwieriges Wochenende für uns“, so Tannert. „Vom Tempo her konnten wir ganz vorne mithalten und hätte eine gute Chance gehabt, aufs Podium zu fahren. Aber wir haben wieder viel gelernt. Mal sehen, was wir bei den kommenden WM-Läufen ausrichten können.“