Mittwoch, 21. Februar 2018
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Rallye Dakar
19.01.2018

Al-Attiyah gewinnt vor Peterhansel

Die Ankunft in der Region von San Juan hat nichts mit einer sanften Landung zu tun, müssen sich die Fahrer doch zuvor dem längsten Special der Rallye mit 523 Kilometern stellen. Der Streckenabschnitt ist geprägt von sandigen Passagen, von schnellen Pisten und steinigen Wegen – eine immense Herausforderung für die Fahrer, welchen die Müdigkeit der letzten zwölf Tage jetzt schon ordentlich zusetzt. Die Etappe der Motorräder und Quads muss wegen Sicherheitsproblemen aufgrund der Witterungsverhältnisse abgesagt werden.

Mit über einer Stunde Rückstand auf Carlos Sainz, den Führenden in der Gesamtwertung, ist sich Nasser Al-Attiyah bewusst, dass er diese Dakar wahrscheinlich nicht mehr gewinnen wird. Das hält den Toyota-Fahrer aber nicht davon ab, eine kompromisslose Attacke zu starten und sich seinen dritten Etappensieg seit dem Startschuss in Lima zu holen – trotz der beiden Reifenpannen während der Stage. Stéphane Peterhansel ist dem Katari immer auf den Fersen und holt sich vor seinem spanischen Teamkollegen und Gesamtführenden Platz zwei. Ton Van Genugten hat in der Gesamtwertung der Trucks keine Chance mehr, holt sich aber noch Etappensiege. Der Iveco-Fahrer triumphiert erneut und hat in den letzten fünf Stages nunmehr drei erste Plätze eingefahren. Den fünften Etappensieg bei der diesjährigen Dakar holt sich Reinaldo Varela in der SxS-Kategorie. Der Fahrer im Can Am kann seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den Franzosen Patrice Garrouste, somit weiter ausbauen.


Glanzleistung des Tages

Nasser Al-Attiyah beweist bei dieser Dakar mit drei Etappensiegen erneut, dass er ein Allrounder ist, der auf verschiedensten Terrains gewinnen kann. Der zweifache Dakar-Gesamtsieger gewinnt bei der diesjährigen Rallye die kürzeste Etappe mit 31 Kilometern und auch die längste Etappe mit 523 Kilometern. Insgesamt hält der Katari damit aktuell bei 30 Etappensiegen, einem weniger als Carlos Sainz und einem mehr als Jacky Ickx.


Größter Rückschlag

Genauso wie die neunte, muss auch die zwölfte Etappe für Motorräder und Quads gecancelt werden. Eine herbe Enttäuschung für all jene Fahrer, welche die Streckenabschnitte nach San Juan genießen und sich vielleicht in der Gesamtwertung noch verbessern wollen. Kevin Benavides und Toby Price haben den Traum vom Gesamtsieg noch nicht zur Gänze aufgegeben, damit aber eine Chance weniger, Matthias Walkner noch vom Thron zu stoßen. Auch für Gerard Farres und Antoine Méo rückt ein möglicher Podiumsplatz wieder ein Stück weiter weg.


Statistik des Tages

Eine Sekunde. Das ist der Vorsprung von Kamaz-Fahrer Eduard Nikolaev, dem neuen Gesamtführenden, vor Federico Villagra im Iveco, der heute den ersten Platz räumen muss. 7.518 Kilometern nach dem Start in Lima wird die Entscheidung bei den Trucks also auf den letzten beiden Etappen fallen.


Zitat des Tages

Bernhard ten Brinke: „Wir sind eine gute Etappe gefahren. Leider ist ein Sensor gebrochen und der Motor ausgefallen. Das hat uns eine Minute und dreißig Sekunden gekostet. Nasser zu schlagen war heute nicht das Ziel. Unser Ziel war es, eine gute Zeit zu fahren und nicht zu viel Zeit auf der Strecke zu lassen. Das haben wir geschafft.“


Die Deutschen im Rennen

Dirk von Zitzewitz, als bester deutscher Vertreter im Rennen, rangiert auch nach der heutigen Etappe noch auf Rang fünf. Der 49-Jährige mit seinem südafrikanischen Piloten Giniel de Villiers, kann zwar auf seinen Teamkollegen Ten Brinke im Toyota-Werksteam 4 Minuten aufholen, auf den in den Top drei liegenden Al-Attiyah verliert das Duo aber 4 Minuten. „Wir waren heute echt gut unterwegs. Der erste Teil ging durch das Gebirge mit vielen Flussbetten, dort mit viel Geröll, Steinen und Ausspülungen, viel Wasser und Vegetation. Hier war die Navigation sehr schwierig und man brauchte viel Geduld. Allerdings haben auch zwei Platten Zeit gekostet. Der zweite Teil verlief durch die Wüste und es gab erneut Flussbetten. Schnell und schön zu fahren, mit viel Sand. Allerdings war die Route auch ziemlich kaputt und damit eine Echte Buggy-Landschaft. Es hat ganz schön gescheppert in unserem Hilux und wir haben als Insassen auch viele Schläge eingesteckt. Mit dem dritten Rang in der Tageswertung sind wir sehr zufrieden“, so von Zitzewitz nach der Etappe.

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Die hessische Minitruppe rund um Sven Quandt kann sich mit Rang vier für Orlando Terranova endlich auch mal wieder über ein gutes Ergebnis freuen. Bester MINI im Rennen bleibt aber der Pole Jakub Przygonski auf Platz sechs in der Gesamtwertung. Jürgen Schröder, mit Sohn Max unterwegs, reißt sich knapp fünf Kilometer vor dem Ziel die Vorderradaufhängung ab. Obwohl die Reparatur 45 Minuten Zeit kostet, können die beiden die Etappe noch als 27. beenden. Im Gesamt liegt der Privatfahrer inzwischen auf Platz 24.