Samstag, 15. Dezember 2018
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Interview
05.08.2018

Drei Fragen an Toto Wolff

Sommerpause in der Formel 1 und der DTM: Toto Wolff zieht eine Zwischenbilanz und wirft einen Blick voraus auf die zweite Saisonhälfte.

Toto, die Formel 1 geht nun in die Sommerpause. Wie sieht Dein Fazit nach zwölf Rennen aus? 
Toto Wolff: „Der Kampf an der Spitze ist so spannend wie nie und auch im Mittelfeld ist es sehr eng. Dabei bieten die Rennen nicht nur tolle Duelle auf der Strecke, sondern immer wieder auch überraschende Sieger: Sieben der bisherigen zwölf Rennen wurden nicht vom schnellsten Auto gewonnen. Insgesamt ist die Saison 2018 erstklassige Werbung für den Sport. Auch für uns als Team fällt das Fazit positiv aus: Wir liegen derzeit in beiden WM-Wertungen vorne. Das haben wir der Mannschaft in Brackley und Brixworth und dem fahrerischen Können von Lewis und Valtteri zu verdanken. Gleichzeitig wissen wir jedoch auch, dass wir in mehr als einem Rennen Punkte liegengelassen haben. Wir geben daher absolut Vollgas, um noch mehr Performance für die zweite Saisonhälfte zu finden. Daran werden wir noch bis zum Wochenende mit Hochdruck arbeiten, bevor es dann in die durch das Reglement vorgeschriebene Sommerpause geht – eine Pause, die sich alle unsere Teammitglieder mehr als verdient haben. Wir werden dann die nötige Kraft tanken, um in der zweiten Saisonhälfte noch eine Schippe draufzulegen.“

Und wie sieht es mit der DTM aus? 
„Auch in der DTM liegen wir derzeit in allen Wertungen vorne – eine Spitzenleistung des Teams in Affalterbach! Wir haben den Fans vor der Saison versprochen, dass wir uns so erfolgreich wie möglich aus der DTM verabschieden wollen und haben bisher Wort gehalten. Die Performance des Autos ist sehr ermutigend, das Gleiche gilt für unsere Fahrer. Jeder von ihnen hatte einige Highlights und eine Reihe von Fahrern kämpft um die Meisterschaft. Aber wir wissen auch, dass man beim Racing einen Schritt nach dem anderen machen muss. In einer so hart umkämpften Serie wie der DTM zählt jedes Detail – und ein einziger Fehler kann einen teuer zu stehen kommen. Deshalb bleiben wir am Boden und gehen jedes Rennwochenende als neue Herausforderung an. Nächste Woche geht es nach Brands Hatch, wo das Team auf dem Grand Prix Circuit antreten wird. Ich bin mir sicher, dass es für jeden Racer ein echtes Erlebnis sein wird, diese Autos auf dieser Strecke zu fahren – einer Strecke, die neben dem besten technischen Package auch fahrerisches Können und Mut belohnt. Uns bleiben noch fünf Rennwochenenden in unserer letzten DTM-Saison und wir wollen jedes einzelne davon zu einem Highlight machen.“

Ende 2019 geht Mercedes in der Formel E an den Start, seit Kurzem steht auch der Name des Teams fest: Mercedes EQ Formel E Team. Was gibt es sonst von dort zu vermelden? 
„Unser Engagement in der Formel E nimmt immer konkretere Formen an. Neben dem Namen und der Bekanntgabe unseres ersten Partners SAP haben wir auch einige Entscheidungen getroffen, um das Team bestmöglich in unsere derzeitigen Motorsport-Aktivitäten einzubinden, um so auf die bereits bestehende Expertise zurückgreifen zu können. So werden wir den Antriebsstrang bei HPP in Brixworth entwickeln, wo bereits unsere Formel 1-Motoren entstehen. Damit können wir das Know-how nutzen, das wir dort bereits im Bereich der Hybridmotoren in der Formel 1 gesammelt haben. Auch aus Brackley, wo unser Chassis für die Formel 1 entsteht, wird Unterstützung für den Aufbau des Formel E-Teams kommen. Den Renneinsatz werden wir durch die HWA AG durchführen, die für uns ja bereits hervorragende Arbeit in der DTM leistet. Die Mannschaft aus Affalterbach wird bereits ab der kommenden Saison an der Formel E teilnehmen, zunächst als Kundenteam von Venturi, um die Serie schon einmal kennenzulernen. Je konkreter die Pläne für unseren Einsatz in der Formel E werden, desto mehr steigt auch die Vorfreude auf diese neue Herausforderung.“