Sonntag, 22. Oktober 2017
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Tourenwagen Allgemein
20.04.2017

Dauenhauer gelingt erfolgreicher Einstieg in Tourenwagensport

Hinter Motorsportprofi Tobias Dauenhauer liegen turbulente Monate: Nach sensationellen Erfolgen im Kartsport und erfolgreichen Testfahrten im Formel-4-Boliden Ende letzten Jahres stand der Einsatz in der Formel 4 für die Saison 2017 fest. So hatte Dauenhauer bereits einen festen Platz im Team bei KUG Motorsport und auch das „Talentförderprogramm“ des ADAC, die Stiftung Sport, hatte Anfang dieses Jahres die Zusage erteilt, der 19-Jährige bleibe weiterhin in der Förderung – sein Einstieg in die F4 war somit beschlossene Sache. Doch dann kam alles anders.

KUG-Teamchef Kurt Gewinnus fiel aufgrund einer Krankheit unverhofft aus und konnte dadurch zeitnah kein Team konfigurieren. Zudem kam die ADAC Stiftung Sport nicht mehr ihren Versprechungen nach und nahm Dauenhauer kurz vor Saisonbeginn wider Erwarten aus dem Programm – sportliche Gründe hierfür wurden bis heute nicht genannt. 

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Eine kurzfristige Planänderung musste her – im Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit keine einfache Aufgabe. Die neue Richtung war jedoch klar, nachdem Dauenhauer bereits des Öfteren mit dem Tourenwagensport geliebäugelt hatte und das Fernziel eh der GT-Sport ist. Es folgten erfolgreiche Verhandlungen mit dem Rennstall P1 Racing by Ehret Motorsport und die gute Nachricht über den Einsatz in der Tourenwagenserie „National Endurance Series 500“ (NES500) für das Jahr 2017.

Sein Debütrennen hat der Mörlenbacher bereits mit Bravour gemeistert. Samt neuem Arbeitsgerät, einem BMW M235i RC mit rund 333 PS, hat der Motorsportler vom ADAC Hessen Thüringen am vergangenen Wochenende auf der Formel-1-Rennstrecke Circuit de Spa-Francorchamps eine überzeugende Show abgeliefert. Ohne vorherige Testphase und Streckenkenntnissen stellte sich der angehende Student seiner neuen Herausforderung und zeigte, dass er sich schnell an neue Rahmenbedingungen gewöhnen kann. 

Bereits im freien Training am Freitag konnte der Motorsportler aus der Nähe von Heppenheim sein Können in der Klasse „NES7“ unter Beweis stellen. Unter sonnig-trockenen Bedingungen lieferte er schnelle Zeiten ab und ging den Speed seiner drei Teamkollegen ohne Probleme mit. 

Auch das 45-minütige Qualifying auf der „Ardennen-Achterbahn“ verlief ohne Komplikationen. Die mehrfachen Schauer, die nasse Fahrbahn und der heckgetriebene BMW waren für den neuen Tourenwagenpiloten kein Problem.

Nach dem fliegenden Start von Rang vier starteten zwei Teamkollegen von Dauenhauer noch unter nassen Bedingungen mit Regenreifen. Mit der Zeit trocknete die Strecke ab und der Odenwälder durfte als erstes mit Slicks in den dritten Stint starten. Auch wenn die Strecke an manchen Stellen noch nicht ganz abgetrocknet und leicht rutschig war, behielt er die Nerven, fuhr sauber und lieferte erneut Top-Zeiten ab – Einstand geglückt. Mit souveräner Debütleistung übergab er den Wagen an seinen Teamkollegen, der das Langstreckenrennen zu Ende fuhr. Schließlich landete das Team von P1 Racing by Ehret Motorsport in der NES7-Klasse auf dem glorreichen zweiten Platz. 

„Ein super Ergebnis. Dass ich mich auf Anhieb so gut eingefunden habe, freut mich sehr – vor allem wenn man bedenkt, dass ich hier quasi ins kalte Wasser geworfen wurde. Ich freue mich schon riesig auf die nächsten Rennen und bestenfalls erneut das Podium! Mein Dank gilt dem ganzen Team, meinen Rennfahrer-Kollegen sowie dem ADAC Hessen-Thüringen, der nach wie vor hinter mir steht und mich tatkräftig unterstützt“, so Tobias Dauenhauer. 

Neben den geplanten Einsätzen bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft stehen folgende Termine bereits fest:
  • 12.-14. Mai: Preis der Stadt Magdeburg (Oschersleben)
  • 14.-16. Juli: P9 – Euro-Speedweekend (Lausitzring)
  • 13.-15. Oktober: Westfalentrophy (Nürburgring)