Dienstag, 19. September 2017
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Porsche Carrera Cup
11.09.2017

Podestplätze und Klassensiege für raceunion Huber Racing

Für das fünfte Rennwochenende des Porsche Carrera Cup Deutschland 2017 reiste raceunion Huber Racing an den Nürburgring. 78.000 Zuschauer begaben sich in die Eifel, um im Rahmenprogramm der DTM Deutschlands schnellsten Markenpokal hautnah zu erleben. Auf der Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke stellten sich die sechs Piloten von Teamchef Christoph Huber nicht nur ihren 19 Konkurrenten, sondern auch dem typischen Eifelwetter. In zwei packenden Rennen erzielte das Team aus Neuburg am Inn ein Podestplatz durch Michael Ammermüller im Gesamtklassement sowie zwei Klassensiege und ein Podium in der B-Wertung. 


Die A-Wertung 

Michael Ammermüllers Aufgabenstellung für die Rennen neun und zehn im Porsche Carrera Cup war alles andere als einfach: Nach einem schwierigen Qualifying standen für ihn die Startpositionen sechs und sieben zu Buche. In beiden Läufen legte der Bayer mit starken Starts den Grundstein für seine Aufholjagden. Am Samstag kämpfte er über weite Strecken in der Spitzengruppe um den Sieg, um am Ende als Dritter die Ziellinie zu überqueren. Im zweiten Rennen holte er nach einem engen Duell mit Christian Engelhart den vierten Platz. 

Ein durchwachsenes Wochenende erlebte Ryan Cullen. Der Ire war das erste Mal mit dem Porsche GT3 Cup auf dem Nürburgring unterwegs. Die regnerische Trainingssession erschwerte es dem amtierenden Meister der Porsche GT3 Cup Challenge Middle East zudem, sich auf die Traditionsrennstrecke einzustellen. Mit den Plätzen acht und zwölf betrieb Cullen in den Zeittrainings Schadensbegrenzung. In den Rennen sah er als Achter und Elfter die Zielflagge. 

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Das sagt Michael Ammermüller: „An diesem Wochenende war das Qualifying unser Problem. Das hat es für uns sehr schwierig gemacht. In den Rennen war die Pace des Autos immer gut und ich war in der Lage nach vorne fahren. Mit einer besseren Ausgangslage wäre sicherlich noch mehr drin gewesen als der eine Podestplatz. Wir müssen beim nächsten Mal sicherstellen, dass es im Zeittraining besser läuft. Wenn wir weiter vorne stehen, werden wir nicht in diese ganzen Kämpfe verwickelt und können von Anfang an um den Sieg fahren.“ 

Das sagt Ryan Cullen: „Die Strecke zu lernen war sehr schwierig. Ich konnte erst im Qualifying die ersten Erfahrungswerte im Trockenen sammeln. Dafür waren meine Startpositionen in Ordnung. Im ersten Lauf war es nass, was ich aus dem Training kannte. Mit dem achten Platz war ich zufrieden. Am Sonntag war es schwieriger. Ich hatte einen guten Start, habe aber den Erfahrungsnachteil im Trockenen sofort gespürt. Erst gegen Rennende war meine Pace konkurrenzfähig.“ 


Die B-Wertung 

Wolfgang Triller setzte auf dem Nürburgring seine beeindruckende Sieges-Serie in der B-Wertung fort. Der amtierende Champion in der Gentlemen-Klasse gewann schon zuletzt auf dem Norisring in beiden Rennen die Wertung der B-Fahrer. In der Eifel wiederholte er dieses Kunststück, indem er im Gesamtklassement die Ränge zwölf und 15 belegte. Bei zehn Rennen stand Triller sieben Mal ganz oben auf dem Treppchen der B-Wertung. Seine Führung in der Meisterschaft baute er damit auf 34 Zähler aus. 

Nachdem Wolf Nathan am Samstag noch mit den nassen Bedingungen kämpfte, sorgte er im zweiten Rennen für einen race Union Huber-Doppelsieg in der B-Wertung. Der Niederländer schüttelte das Pech der vergangenen Wochenenden ab und fuhr am Sonntag als 16. hinter Triller über den Zielstrich. Für Nathan bedeutete das den fünften Podestplatz in dieser Saison. Für das Team war es der erste Doppel-Triumph in der B-Wertung 2017. 

Das sagt Wolfgang Triller: „In der B-Wertung dieses Wochenende die maximale Ausbeute mit zwei Siegen einzufahren, war natürlich genial. Am Samstag war einfach mein Tag. Ich liebe Regenrennen und hatte eine wirklich starke Pace bei diesen Bedingungen. Das zweite Rennen am Sonntag war nicht ganz so spektakulär, aber meine Rundenzeiten waren wieder auf einem guten Niveau. Ich habe im Kampf mit einigen A-Fahrern kurz überlegt, ob ich Platz machen soll und lieber an meine Punkte denke. Aber dafür war der Rennfahrerehrgeiz doch zu groß.“ 

Das sagt Wolf Nathan: „Ich war wegen der Sommerpause lange nicht gefahren und dann ging es gleich mit Regen los. Im Qualifying bin ich leider einmal neben der Strecke gelandet und so waren nur die Startplätze 21 und 19 drin. Nachdem es beim Regenrennen am Samstag nicht gut lief, war der zweite Lauf ein Rennen ganz nach meinem Geschmack. Ich hatte einen guten Start und überholte gleich einige A-Fahrer. Zum Schluss habe ich noch versucht Wolfgang einzuholen, aber er war zu weit weg. Mit Platz zwei war ich sehr zufrieden. Es war ein tolles Gefühl, wieder auf dem Podium zu stehen.“ 


Die Rookie-Wertung 

Für Henric Skoog gestaltete sich sein erster Auftritt im Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Nürburgring knifflig. Nachdem er zuletzt im Qualifying mühelos unter die ersten Zehn gefahren war, gelang ihm dieses Mal keine freie Runde. Das Resultat war Startplatz 18 für beide Läufe. Am Samstag fuhr Skoog Rundenzeiten auf Top-Ten-Niveau. Technische Schwierigkeiten sorgten dafür, dass nicht mehr als Rang 15 möglich war. Im zweiten Rennen fuhr der Schwede auf Platz 14. 

Toni Wolf kehrte am Nürburgring zu raceunion Huber Racing zurück und wird auch die restlichen Saisonrennen für das Team bestreiten. Im verregneten Training überzeugte er mit einem Top-Ten-Ergebnis. Im Zeittraining tat sich Wolff etwas schwerer, bestätigte aber seine Form in den beiden Rennen mit den Plätzen zehn und 13. Am kommenden Wochenende steht für Wolf das Heimrennen auf dem Sachsenring an. Der 18-Jährige lebt in Lengenfeld nur etwa 30 Autominuten von der Rennstrecke entfernt. 

Das sagt Henric Skoog: „Unsere Pace im Qualifying war gut, aber ich hatte einfach kein Glück. Ich hatte auf all meinen schnellen Runden Verkehr und wurde aufgehalten. Im ersten Rennen war das Auto sehr schnell und ich machte einige Plätze gut. Es hätte sicherlich so weitergehen können, doch dann habe ich etwas Leistung verloren. Der 14. Platz am Sonntag war wenig zufriedenstellend. Ich will jetzt so schnell wie möglich an den Sachsenring, um es besser zu machen.“ 

Das sagt Toni Wolf: „Ich kam im Regen wirklich sehr gut mit dem Porsche klar. Allgemein habe ich mit dem Auto mittlerweile ein sehr gutes Gefühl. Das Qualifying-Ergebnis war nicht optimal, aber die Ausgangslage nicht schlecht. Ich hatte in beiden Rennen harte Kämpfe. Angesichts des wenigen Trainings kann ich mit den Plätzen zehn und 13 durchaus zufrieden sein. Jetzt freue ich mich auf mein Heimrennen auf dem Sachsenring. Dort bin ich zuletzt 2015 in der ADAC Formel 4 gefahren. Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, aber sie macht mir großen Spaß. Und natürlich ist es immer besonders, vor Freunden, Familie und Partnern zu fahren.“ 

Die Teamwertung 


Auf dem Nürburgring hat raceunion Huber Racing zurück in die Erfolgsspur gefunden. Das Team sammelte 39 Punkte und belegt weiter den vierten Platz in der Teamwertung. Das drittplatzierte Team liegt mit nur sechs Zählern Abstand in Schlagdistanz, bevor vom 16. bis 17. September 2017 das vorletzte Rennwochenende im Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Sachsenring ansteht.

Das sagt Teamchef Christoph Huber: „Mit dem Podium und Platz vier von Michael müssen wir angesichts der Startpositionen zufrieden sein. In der Spitzengruppe ist es schwierig, im Porsche Carrera Cup Plätze gutzumachen. Insgesamt waren das wichtige Punkte für uns. Ryan und unsere Rookies sind an diesem Wochenende alle auf einem Niveau gefahren. Im zweiten Lauf haben sie zweitweise hart gegeneinander gekämpft, was für mich als Teamchef spannend war. Die Jungs haben hervorragend aufgepasst und sind gut miteinander umgegangen. In der B-Wertung hatten wir wieder einmal ein sensationelles Wochenende. Gegen Wolfgang ist dort kein Kraut mehr gewachsen und Wolfs zweiter Platz am Sonntag war für mich ein richtiges Highlight. Nun freut sich das gesamte Team auf die Rennen am Sachsenring. Wir sind hoch motiviert, innerhalb einer Woche weitere gute Ergebnisse einzufahren.“