Dienstag, 24. Oktober 2017
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ADAC Kart Masters
02.10.2017

Hochspannendes Finale des ADAC Kart Masters in Wackersdorf

Das ADAC Kart Masters erlebte am vergangenen Wochenende ein krimireifes Saisonfinale. Im Prokart Raceland Wackersdorf starten 138 Fahrer in den sechs Klassen und lieferten sich aufregende Rennen um die letzten Meistertitel. Am Sonntagabend gab es strahlende Sieger und Titelträger - für Abwechslung sorgte zusätzlich das Wetter.

Jan Philipp Springob (X30 Senior) und Leon Köhler (KZ2) standen bereits seit der vorletzten Veranstaltung in Oschersleben als Meister fest, in den anderen Klassen war hingegen noch alles offen. Nach Sonnenschein am Samstag, veränderten Regen und kalte Temperaturen am Sonntag die Bedingungen auf der 1.190 Meter langen Strecke. Im Kampf um die Meisterschaften trugen sich letztlich Marc Schmitz (Bambini), Daniel Gregor (X30 Junior), Marius Zug (OK Junior) und Felix Arnold (OK) in die Siegerlisten ein. 
 
 

Bambini: Doppelsieg und Meisterschaft für Marc Schmitz 

Nach einem spannenden Finale bei den Jüngsten im ADAC Kart Masters hatte Marc Schmitz (Neuwied/Maxim Racing Sport) allen Grund zur Freude. Der Rookie behielt im Prokart Raceland eine reine Weste und sicherte sich mit einem knappen Doppelsieg in seiner ersten Bambini-Saison den Meistertitel. "Ich kann es gar nicht glauben. Vom Saisonbeginn in Ampfing bis jetzt zum Finale war es immer sehr eng. Ich habe versucht die Konzentration zu halten und bin stolz gewonnen zu haben. Ein großer Dank an mein Team und meine Betreuer für deren Unterstützung", fasste der Zehnjährige zusammen. 
 
So deutlich wie das Ergebnis, waren die beiden Rennen aber nicht. Schnellster im Zeittraining war Mitfavorit Pablo Kramer (Hamm-Sieg/Team FSR Racing Performance). Doch bereits im Verlauf der Heats rutschte er ab und musste zusehen wie sich seine direkten Kontrahenten Schmitz und Lilly Zug (Mitterscheyern/rl-competition.com) an der Spitze etablierten. Auf nasser Fahrbahn gewann Polesetter Marc Schmitz auch den Start und fuhr direkt ein Polster zu seinen Verfolgern heraus. Die schnelle Bayerin Zug ließ aber nicht locker, schloss die Lücke und ging sogar kurzzeitig am Führenden vorbei. Schmitz schaffte aber den Konter und siegte vor Zug, Vincent Andronaco (Wentorf/Team Hemkemeyer), Jannik Julius-Bernhart (Oberleichtersbad/ADAC Nordbayern e.V.) und Kramer. 
 
Ein ähnliches Bild dann im letzten Finale des Jahres. Wieder lieferten sich Schmitz und Zug einen fairen Schlagabtausch. Die Beiden wechselten gleich mehrmals den Spitzenplatz, am Ende fiel auf der Start-Ziel-Geraden die Entscheidung. Schmitz hatte den längeren Atem und feierte seinen fünften Saisonsieg. Mit einem hauchdünnen Rückstand folgte Zug. Neben dem Gewinn der Vizemeisterschaft, verteidigte sie auch den Titel im Ladies Cup. Rang drei ging an Arthur Tohum (Limburg/TR Motorsport) vor Julien Koch (Wehrheim/ADAC Hessen-Thüringen e.V.) und Maxim Rehm (Blaubeuren). 
 
Meisterschaftsendstand Klasse Bambini:
1. Marc Schmitz (225 Punkte)
2. Lilly Zug (193 Punkte)
3. Pablo Kramer (180 Punkte)
4. Vincent Andronaco (119 Punkte)
5. Arthur Tohum (113 Punkte) 
 
 

X30 Junior: Daniel Gregor gewinnt Rennen und Meisterschaft 

Philipp Damhuis (Haren Ems/Team Hemkemeyer) und Daniel Gregor (Leinsweiler/Team Zinner) reisten als Meisterschaftsfavoriten nach Wackersdorf. Im Zeittraining und den Heats holte Gregor den ersten Matchball. Der Youngster führte das Klassement vor seinem Titelkontrahenten an. Das Duo machte dann auch im ersten Finale den Sieg unter sich aus und fuhr den Verfolgern davon. Vier Runden vor Ende fand Damhuis eine Lücke und zog am Erstplatzierten Gregor vorbei. Bis zum Ziel änderte sich an der Reihenfolge nichts mehr. Doch Damhuis hatte einen herabgeklappten Frontspoiler und fiel durch die resultierende Zeitstrafe auf Platz fünf zurück. Als Sieger wurde Gregor vor Christian Wilken (Oldenburg/Team Zinner), Max Rosam (Taunusstein/RMW Motorsport) und Valentino Catalano (Westheim/Kali Kart Stern Motorsport) geehrt. 
 
Im zweiten Durchgang nutzte Damhuis seine letzte Chance zum Gewinn der Meisterschaft. Der Emsländer kämpfte sich zurück an die Spitze des Feldes und fuhr seinen fünften Saisonsieg ein. Zum Titelgewinn reichte es aber nicht mehr. Gregor folgte hinter Josh Dufek (Altendiez/HTP Kart Team) als Dritter. "Im Rennen habe ich nicht mehr alles riskiert und versucht ohne Ausfall das Ziel zusehen. Das ist ein toller Erfolg, in meiner ersten Junioren-Saison direkt die Meisterschaft zu gewinnen. Ein großer Dank an mein Team für die tolle Unterstützung", strahlte der Leinsweiler im Ziel. Platz vier und fünf holten Wilken und Catalano. 
 
Meisterschaftsendstand Klasse X30 Junior: 
1. Daniel Gregor (220 Punkte)
2. Philipp Damhuis (216 Punkte)
3. Valentino Catalano (167 Punkte)
4. Josh Dufek (163 Punkte)
5. Marcel Schminke (116 Punkte) 
 
 

X30 Senior: Dreifache Freude bei Phillip Britz 

Mit Jan Philipp Springob (Olpe/HTP Kart Team) stand bei den X30 Senior schon nach dem Halbfinale der neue Meister fest. Er nutzte das Wochenende in Wackersdorf bereits um Erfahrung in der Kategorie OK zu sammeln. Den Spitzenplatz nach dem Zeittraining nahm Patrick Degenbeck (Neumarkt St.-Veit/RS Motorsport) ein. In den Heats verlor er seine Position jedoch an Luka-Max Pierschke (Zwingenberg/Team Zinner) - ein Sieg und ein zweiter Rang brachten ihm die Pole-Position für das erste Finale ein. 
 
Pierschke gewann auch den Start in das erste Rennen, doch der Druck der Verfolger war groß. Nach wenigen Runden geriet er leicht ins Aus und fiel auf Rang vier zurück. Neuer Spitzenreiter war Philipp Britz (Saarbrücken/KÜS Team PJM Motorsport), dem seine Verfolger bis ins Ziel eng im Nacken hingen. Der Saarländer wehrte aber alle Angriffe ab und siegte. Zweiter wurde Degenbeck vor Henrik Schulze Frenking (Nottuln/Team Hemkemeyer). Eine spätere Zeitstrafe warf den Intrepid-Piloten jedoch auf Platz sechs zurück. Neuer Dritter war Pierschke vor Philipp Walsdorf (Blankenfelde/HTP Kart Team) und Maximilian Dappert (Kleinrinderfeld/TR Motorport). 
 
Ein spannendes Finale erlebten die Zuschauer im zweiten Durchgang. Britz und Walsdorf lieferten sich einen sehenswerten Kampf um den Sieg. Das Duo wechselte über fünf Mal die Führung. Beim Fallen der Zielflagge hatte Britz die Nase vorne und sicherte sich mit seinem Doppelsieg die Vizemeisterschaft. "Nach dem der Titel schon in Oschersleben vergeben war, wollte ich mit der Vizemeisterschaft das Maximale heraus holen. Die heutigen Rennen verliefen sehr gut für mich und ich freue mich nun über meinen Erfolg", sagte Britz abschließen. Hinter dem Duo stand Degenbeck als Dritter wieder auf dem Siegerpodium. Felix Arndt (Wickede-Ruhr) folgte als Vierter vor Louis Kulke (Bad Salzuflen/HTP Kart Team). 
 
Meisterschaftsendstand Klasse X30 Senior: 
1. Jan Philipp Springob (217 Punkte)
2. Philipp Britz (174 Punkte)
3. Patrick Degenbeck (168 Punkte)
4. Luka-Max Pierschke (142 Punkte)
5. Henrik Schulze Frenking (142 Punkte) 
 
 

OK Junior: Marius Zug fährt zur Meisterschaft - Doppelsieg für Miroslaw Kravchenko 

Meisterschaftsmitfavorit Hugo Sasse (Aschersleben/CRG TB Racing Team) startete mit einer Pole-Position in das Renngeschehen. In den Heats schaffte er es aber nicht seine gute Ausgangslage zu nutzen und fiel zurück. Seinen Platz nahm nach zwei Siegen Miroslaw Kravchenko (Krefeld/TR Motorsport) ein und gab damit schon einen kleinen Ausblick auf die Wertungsläufe. 
 
Auch in diesen war Kravchenko nicht zu halten. Beide Mal siegte er und gewann im Endklassement noch die Vizemeisterschaft. "Das Wochenende verlief fast perfekt. Ich wusste das wir in den Rennen den nötigen Speed haben und wollte keine Fehler machen - das ist mir gelungen", freute er sich am Abend. Hinter dem Niederrheiner ging es aber eng zu: Marius Zug (Mitterscheyern/rl-competition.com) und Sasse duellierten sich im ersten Durchgang um Rang zwei. Im Windschatten seines ADAC Stiftung Sport-Teamkollegen legte sich Sasse seine Taktik zu recht, doch vier Runden vor Ende wurde der Lauf nach einem Unfall vorzeitig beendet. Letztlich verlor Sasse durch eine Zeitstrafe auch noch den dritten Rang. Diesen übernahm Ben Dörr (Butzbach/CRG TB Racing Team) gefolgt von Levi O´Dey (Jülich/KSM Schumacher Racing Team) und Rico Volz (Schömberg/Solgat Motorsport). 
 
Der Kampf um die Meisterschaft entschied sich im zweiten Rennen bereits nach dem Start. Sasse und Niels Tröger (Großfriesen/CRG TB Racing Team) verloren durch eine Kollision alle Chancen auf eine vordere Platzierung. Zug riskierte hingegen nichts, folgte wieder als Zweiter und holte damit den Titel. "Die Spitzenposition hat im Jahresverlauf mehrfach gewechselt. Ich war vor dem Finale der Erstplatzierte und wollte an diesem Wochenende nicht zu viel riskieren. Das ist mir in beiden Rennen gelungen", fasste der Bayer im Interview zusammen. Im Rennen den Sprung auf das Podium schaffte O´Dey vor Davids Trefilovs (Berlin/ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) und Dörr. 
 
Meisterschaftsendstand Klasse OK Junior: 
1. Marius Zug (196 Punkte)
2. Miroslaw Kravchenko (176 Punkte)
3. Hugo Sasse (159 Punkte)
4. Niels Tröger (159 Punkte)
5. Davids Trefilovs (100 Punkte) 
 
 

OK: Felix Arnold gewinnt Titel-Dreikampf 

Mit 27 Teilnehmern stellte die Klasse OK beim Finale das stärkte Feld und machte den Kampf um die Meisterschaft bis über das Ende hinaus spannend. Felix Arnold (Gorxheimertal/KSM Schumacher Racing Team), Luca Maisch (Neustetten/CRG TB Racing Team) und Tim Tröger (Plauen/CRG TB Racing Team) gingen mit Titelambitionen an den Start. Nach einem verhaltenen Zeittraining, lieferte Arnold zwei starke Vorläufe ab und führte die Zwischenwertung vor Tröger an. 
 
An der Reihenfolge änderte sich auch im ersten Rennen nichts. Arnold wies alle Angriffe seines Verfolgers ab und siegte. Tröger und Maisch blieben als Zweiter und Vierter aber ebenfalls im Titelrennen. Zwischen dem TB-Duo fuhr René Kircher (Hünfeld/Valier Motorsport) als Dritter auf das Siegerpodium. Abgeschlossen wurden die Top-Fünf von Kristian Thaqi (Dettenheim/Valier Motorsport). 
 
Die Titelentscheidung fiel dann im letzten Wertungslauf des Jahres. Tim Tröger legte eine starke erste Runde hin und übernahm die Führung. Seine Verfolger Arnold und Maisch hielten aber den Anschluss. Wenige Runden vor dem Ende kam es dann zur entscheidenden Szene. Tröger und Arnold kollidierten, wobei Tröger leicht auf die Wiese rutschte und auf Rang drei zurück fiel. Arnold ließ sich danach nicht mehr von der Spitze verdrängen und gewann vor Maisch. Doch anschließende Zeitstrafen für Arnold und Tröger sorgten für Verschiebungen. Neuer Sieger war Maisch vor Thaqi und dem neuen Champion Arnold. "Was für ein Herzschlagfinale. Meine Gefühlslage glich einer Achterbahnfahrt, ich bin glücklich die Meisterschaft entschieden zu haben, am Ende zählte jeder Punkte. Ein großer Dank an mein Team, meine Partner und Sponsoren die meinen Einsatz möglich machen", war der Hesse erleichtert im Ziel. Als Vierter und Fünfter wurden im Rennen das Solgat Motorsport-Duo Matej Kacovsky (Prag) und André Matisic (Hamburg) gewertet. 
 
Meisterschaftsendstand Klasse OK: 
1. Felix Arnold (226 Punkte)
2. Luca Maisch (220 Punkte)
3. Tim Tröger (218 Punkte)
4. Phil Dörr (115 Punkte)
5. Luke Füngeling (107 Punkte) 
 
 

KZ2: Laufsiege für Alessio Curto und Leon Köhler 

Bereits vor den finalen Rennen der Schaltkart-Klasse KZ2 stand Leon Köhler (Kleinwallstadt/KSM Schumacher Racing Team) als Champion fest. Der Bayer ließ es sich aber trotzdem nicht nehmen in Wackersdorf an den Start zu gehen und bestimmte das Tempo am Samstag. Aus der Pole-Position nahm er somit den ersten Wertungslauf in Angriff und löste sich direkt vom Gesamtfeld. Doch auf abtrocknender Strecke büßte er an Speed ein und reihte sich im Ziel hinter Alessio Curto (Massenbachhaus/Beule Kart Racing Team) und Ronny Tabakovic (Kaiserslautern/ADAC Pfalz e.V.) als Dritter ein. Komplettierte wurden die Top-Fünf durch Stephan Schönlebe (Freiberg) und Emilien Denner (Schirrhein/Eric Denner). Letzterer setzte bei den feuchten Bedingungen auf Slickreifen und stürmte zum Ende als schnellster Fahrer durch das Feld. 
 
Auch im zweiten Finale kämpften die Piloten mit den wechselhaften Wetterverhältnissen. Bei leichtem Nieselregen fand Köhler die beste Linie auf dem 1.190 Meter langen Kurs und überquerte das Ziel mit fast 15 Sekunden Vorsprung als Sieger. "Das war ein schöner Saisonabschluss", freute sich der Fahrer aus dem KSM Schumacher Racing Team im Ziel. Auf den weiteren Plätzen lieferte sich die Konkurrenz dagegen einen engen Fight. Mario Ljubic (Lichtenstein/TR Motorsport) führte das Verfolgerfeld an, doch ein späterer Wertungsverlust warf ihn zurück. Neuer Zweiter war Curto vor Luca Walter (Blaustein), Denner und Tabakovic. 
 
Meisterschaftsendstand Klasse KZ2: 
1. Leon Köhler (260 Punkte)
2. Luca Walter (178 Punkte)
3. Ronny Tabakovic (165 Punkte)
4. Alessio Curto (126 Punkte)
5. Rick Hartmann (122 Punkte) 
 
Nach dem Ende der Jubiläumssaison blickt der ADAC schon auf das Jahr 2018. Das ADAC Kart Masters hält dabei an seinem beliebten Konzept fest. Erneut umfasst die Kartrennserie fünf Veranstaltungen verteilt im gesamten Bundesgebiet. Die Termine, sowie weitere Neuerungen werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.