Montag, 16. Dezember 2019
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Formel 3
20.03.2016

Die deutsche Formel 3 feiert 70. Geburtstag

Bertram Schäfer ist eine Legende im deutschen Formel-3-Sport. 1976 und 1978 gewann der Bitburger als Fahrer die Deutsche Formel-3-Meisterschaft und führte danach jahrelang den bis dato erfolgreichsten Rennstall in der deutschen Formel-3-Geschichte. Sieben Meisterschaftssiege, unzählige Vizetitel und rund 80 Einzelsiege von Fahrern aus Schäfers Team, darunter beispielsweise Stefan Bellof, Tom Kristensen oder Nick Heidfeld. Bertram Schäfer zeichnete 1975 verantwortlich für die Gründung der Formel-3-Vereinigung e.V. und ist seitdem in der Vorstandschaft aktiv.

AM 18. März 2016 feierte „Die deutsche Formel 3“ seinen 70. Geburtstag. Ein Blick auf eine äußerst erfolgreiche Vita zusammen mit Nick Heidfeld und Tom Kristensen. Bertram Schäfer lebt für die deutsche Formel 3 wie kein Zweiter. Schon mit der Gründung der Formel-3-Vereinigung e.V. 1975 hat der Bitburger den deutschen Formelsport aus einem Dornröschenschlaf geholt und ihn in ruhmreiche Zeiten geführt. So gewann Michael Schumacher 1990 die Internationale Deutsche Formel 3 Meisterschaft. Ihm folgten Tom Kristensen, Jarno Trulli, Nick Heidfeld oder auch Gary Paffett. Sie alle feierten und feiern internationale Erfolge in der Formel 1, der DTM und bei Langstreckenrennen. 
 
Mit Tom Kristensen zum Erfolg
 
Als Tom Kristensen ins Team von Bertram Schäfer Racing kam, war der Däne ein kleiner Junge ohne Geld oder Sponsoren, aber mit großen Wünschen und viel Leidenschaft, wie er selbst sagt. Noch heute liegt ihm Bertram Schäfer sehr am Herzen. Schon bei seinem ersten Sieg in Zolder soll Bertram gesagt haben „Du wirst einmal eine Profikarriere machen“. „Wir gewannen die Deutsche Meisterschaft dank unserer ruhigen und konzentrierten Herangehensweise bereits am vorletzten Rennwochenende. Schließlich war uns bewusst, dass dies die Chance für mich war, im Motorsport voranzukommen. Beim Saisonfinale auf dem legendären (alten) Hockenheimring bewiesen wir erneut, dass wir die Meisterschaft verdient hatten, indem wir den Rundenrekord von Michael Schumacher und Mika Häkkinen aus dem Vorjahr schlugen“, weiß Kristensen noch ganz genau. „Er hatte recht, als er sagte: „Tom, Du wirst eine Profikarriere machen.“ Ich möchte jedoch hinzufügen‚aber nur weil Bertram an mich geglaubt und mir die unbezahlbare Chance gegeben hat.“ 2016 ist Tom Kristensen der erfolgreichste Rennfahrer in der Sportwagengeschichte. Er hat das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans als Einziger neunmal gewonnen. Nach über 37 Jahren im Motorsport ist Tom Kristensen eine echte Rennfahrerlegende. „Mister LeMans“ hat in allen Serien, in denen er angetreten ist, Rennen gewonnen. 
 
Eine besondere Person in der Karriere von Nick Heidfeld
 
Mit Frank Jelinski (1980/1981), Kris Nissen (1986), Tom Kristensen (1991), Nick Heidfeld (1997), Christijan Albers (1999) und Toshihiro Kaneishi (2001) fuhr Bertram Schäfer und sein Team zum Sieg. Dafür erntete er internationale Anerkennung. Nick Heidfeld wusste genau, dass Bertram Schäfer Racing ein Garant für den Erfolg ist. Sein Sieg ist mittlerweile fast zwanzig Jahre her. „Auch im Nachhinein betrachtet war Bertrams Team eines der bestgeführten, in dem im ich je gefahren bin. Die Arbeitsmoral, das Know-How, die Effizienz, die Mitarbeiter, die Familie, die Zielstrebigkeit, all das gefestigt in und mit einem tollen Teamgeist“, berichtet der Mönchengladbacher. „Mit dem Geist meine ich nicht Bertram selbst, obwohl auch er irgendwie mit einer tollen Übersicht über dem Team schwebte. Gleichzeitig hat er jedoch auch selbst angepackt und überdies seine reichhaltige Erfahrung in allen Bereichen eingebracht. Dies war fantastisch und hat uns nicht nur viele Erfolge beschert, sondern mich auch sehr viel gelehrt. Ich habe diese Zeit unglaublich genossen.“ Heidfeld fuhr zwischen 2000 und 2011 in der Formel 1 13 Podestplätze heraus, bevor er bei den Sportwagen mit etlichen Klassensiegen, darunter Le Mans und Petit Le Mans, erfolgreich war. Aktuell ist „Quick Nick“ in der FIA Formel E aktiv.
 
Anknüpfung an legendäre Zeiten 
 
Schon bei der Gründung der Formel-3-Vereinigung e.V. am 29. November 1975 legten die Verantwortlichen eines in der Satzung fest: kalkulierbar, ehrlich, beständig und fair sind die Attribute, die die Formel-3-Vereinigung schätzt und lebt. Das sind auch die Werte, für die Bertram Schäfer einsteht. „Mein Ziel für die Formel-3-Vereinigung ist es, die Deutsche Formel 3 wieder zu alter Stärke zurück zu führen und den Status der Deutschen Meisterschaft wieder zu vergeben“, so der Legendenmacher. Seit 2015 pausiert die deutsche Formel 3. Das vorläufige Ende des ATS Formel 3 Cup hat eine jahrelange Erfolgsgeschichte unterbrochen. Doch Bertram Schäfer gibt nicht auf. Auch in Zukunft soll die deutsche Formel 3 einem hohen Qualitätsanspruch gerecht werden und Nachwuchspiloten aus aller Welt eine interessante Plattform zu einem vernünftigen Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Auf der sportpolitischen Bühne erfolgen erste Änderungen, die eine Rückkehr ins aktive Renngeschehen möglicherweise zulassen. In den kommenden Monaten gilt es nun, alle Optionen zu erläutern, damit es erneut gelingt, die deutsche Formel 3 aus ihrem Dornröschenschlaf zu holen und an legendäre Zeiten anzuknüpfen. Das wäre dann ein weiterer Meilenstein in der Karriere von Bertram Schäfer, der am 18. März 2016 seinen 70. Geburtstag feiern durfte.