Dienstag, 5. Juli 2022
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24h Nürburgring
01.06.2016

Platz 3 für Daniel Bohr beim 24h-Rennen

Bereits zum 5. Mal startete der junge Luxemburger Daniel Bohr beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Ziel war es diesmal erneut möglichst ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Doch durch einen Unfall des Teamkollegen in der Nacht rückte dieses Ziel in weite Ferne. Am Ende freute sich die Mannschaft aber dennoch über Platz 3 in der Klasse Cup 3 (Porsche Cayman GT4-Trophy).

Gut aufgestellt und voll motiviert zeigte sich Daniel Bohr und seine Teamkollegen Frank Schmickler und Pierre Humbert. Schon in den freien Trainingssitzungen zeigte sich das Potential der jungen Mannschaft. Der Porsche Cayman GT4 CS des Teams Mühlner Motorsport war immer ganz vorne zu finden. Und so sollte es auch nach dem Qualifying sein: Poleposition für den Porsche mit der Start-Nr.355 in der Klasse Cup 3. „Das Qualifying ist schon einmal optimal für uns gelaufen. So darf es gerne weitergehen. Mit der Poleposition in unserer Klasse haben wir jetzt eine perfekte Ausgangsposition. Aber 24 Stunden sind bekanntlich lang! Wir geben alles“, so ein strahlender Daniel Bohr nach dem Zeittraining.

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Pünktlich um 15.30 Uhr ging es für alle Teilnehmer auf die „Hatz zwei Mal Rund um die Uhr“. Daniel Bohr, der die Startphase übernahm, setzte sich gleich zu Beginn durch und behielt die Führung inne. Runde um Runde überzeugte er mit konstant schnellen Rundenzeiten. Doch dann zeigte die Eifel ihr typisches Gesicht. Von einer Minute auf die andere schlug das Wetter um. Starkregen und Hagel prasselten auf die Nordschleife nieder und verwandelten die Strecke in eine Rodelbahn – und das Ende Mai. Wie so viele andere Teilnehmer geriet auch Daniel Bohr ins Trudeln und rutschte im Streckenabschnitt „Aremberg“ von der Bahn. Dabei touchierte er die Leitschienen zum Glück nur leicht. Aus eigener Kraft konnte er den Porsche mit nur einem kleinen Lackschaden in die Box retten.
 
Die Rennleitung entschied sich schnell, das Rennen mit der „roten Flagge“ zu unterbrechen. Mehr als drei Stunden sollte es dauern, bis alle Fahrzeuge, darunter auch einige die etwas mehr Schaden genommen hatten, als der Porsche von Daniel Bohr, wieder startbereit waren.

Als sich um 19.00 Uhr alle Fahrzeuge in Bewegung setzten, regnete es immer noch stark und so entschied sich die Rennleitung für insgesamt 3 Informationsrunden, so dass das Rennen erst um 20.00 Uhr erneut frei gegeben wurde.

Den Start im Porsche Cayman GT4 CS mit der Start-Nr.355 übernahm erneut der Luxemburger und auch hier konnte er die Führung in der Klasse Cup 3 eindrucksvoll verteidigen. Doch kurz nach 01.00 Uhr in der Nacht begann das Drama. Pierre Humbert hatte den Porsche Cayman von Frank Schmickler übernommen, als es im Bereich „Mutkurve“ beim Überrunden eines langsameren Kontrahenten zum Unfall kam. Der Teamkollege von Daniel Bohr wollte einer wohl etwas unbedachten Aktion eines Kontrahenten beim Überrunden aus dem Weg gehen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Dabei geriet er auf den immer noch nassen Teil der Strecke, verlor den Porsche und schlug vehement in die Leitschienen ein.

Verzweifelt vermeldete Pierre Humbert zunächst, dass der Porsche nicht mehr fahrbar sei. Doch nach vielen langen Worten überzeugte ihn Teamchef Bernhard Mühlner es doch zu versuchen, den Cayman aus eigener Kraft in die Box zu bringen. Dies gelang und gleich nach Eintreffen des Havaristen machten sich die Mechaniker ans Werk. Nach dem Austausch von sämtlichen Achskomponenten war der Porsche mit der Start-Nr. 355 wieder dabei und Daniel Bohr machte sich wieder auf die Strecke. Schon nach der ersten Runde stand fest: Er läuft wieder und wir sind wieder dabei.

Nach dem Schrecken in der Nacht verliefen die weiteren Stunden ohne große Probleme. Daniel Bohr übernahm dann gut zwei Stunden vor Schluss noch einmal das Volant. Mit schnellen Zeiten sicherte er den dritten Rang in der Klasse. Für die letzten vier Runden des Rennens übernahm dann noch einmal Frank Schmickler das Volant, da der Luxemburger sonst seine im Reglement festgeschriebene zulässige Fahrzeit überschritten hätte.

Am Ende der 24 Stunden freute sich die Mannschaft von Mühlner Motorsport mit Daniel Bohr, Pierre Humbert und Frank Schmickler über die Trophäe für den dritten Rang in der Klasse Cup 3.

„Was für ein Rennen. Zum Glück bin ich bei dem Glatteis da draußen nur leicht angeschlagen und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Andere unserer Kontrahenten hat es da viel Schlimmer erwischt. In der Nacht hatten wir dann etwas Pech, als Pierre ausgerutscht ist. Aber auch das haben wir in den Griff bekommen. Obwohl sich unser Porsche nicht mehr so gut angefühlt hatte, wie vor dem Crash, haben wir es geschafft und sind angekommen. Somit bin ich mit dem dritten Rang in unserer Klasse zufrieden. Den Pokal für den Sieg beim 24h holen wir uns dann halt 2017. Danke noch ans Team für die tolle Arbeit – gerade nach dem Unfall!“, so Daniel Bohr nach dem Rennen.

In gut drei Wochen geht es für den jungen Luxemburger im Rennsport weiter. Am 25.06.2016 steht der 4. Lauf der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Programm.
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