Sonntag, 29. November 2020
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ADAC GT Masters
06.10.2015

GT Masters-Vize Baumann im Interview

Hochspannung beim Saisonfinale des ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring. Bis zuletzt hatte Dominik Baumann Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft. In einem packenden Finalrennen erzielte er gemeinsam mit DTM-Pilot Bruno Spengler den dritten Platz. Mit insgesamt vier Siegen und fünf Podestplätzen schließt der Österreicher die Saison als Vize-Meister ab. Erstmals gewann er zudem mit seinem BMW Sports Trophy Team Schubert die Teammeisterschaft im ADAC GT Masters.
 
Dominik, herzlichen Glückwunsch zur Vize-Meisterschaft im ADAC GT Masters. Hast du eher den zweiten Gesamtplatz gewonnen, oder den Titel verloren?
 
Abgerechnet wird immer erst am Ende. Ich bin aber ganz realistisch, für den Titelgewinn hätte einiges zusammenkommen müssen. An diesem Wochenende haben wir die Meisterschaft sicherlich nicht verloren. Wir sind mit 31 Punkten Rückstand auf die Spitze zum Finale nach Hockenheim gereist. Wir haben das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausgeholt mit Platz vier im ersten Rennen sowie dem Podestplatz am Sonntag. Unsere beiden Rennen und auch das Qualifying waren wirklich gut. Zum Schluss wurde es noch mal richtig spannend, uns fehlten nur noch 13 Zähler zur Meisterschaft. Du kannst eben nicht mehr machen als möglich ist. Deshalb freue ich mich jetzt über die Vize-Meisterschaft und damit das beste Ergebnis meiner Karriere im ADAC GT Masters.
 
Von Startplatz sechs hast du am Sonntag eine starke Leistung gezeigt und deinem Teamkollegen Bruno Spengler das Auto auf Platz vier liegend übergeben. Wie lief dein erster Stint?
 
Wegen der Mischbedingungen war es nicht einfach, das Auto auf der Strecke zu kontrollieren. Bei mir lief es gut und ich konnte einige Konkurrenten überholen. Zwei Safety-Car-Phasen im ersten Stint führten allerdings dazu, dass ich gar nicht so sehr angreifen konnte. Sicherlich habe ich Vollgas gegeben, schließlich bestand eine kleine Möglichkeit zum Titelgewinn. Ich bin aber genauso mit 100 Prozent gefahren wie in jedem anderen Saisonrennen auch. Wenn sich die Chance ergeben hätte, wären wir auf jeden Fall zur Stelle gewesen. Mit meiner Leistung kann ich also absolut zufrieden sein.
 
Nach der Übergabe hast du von der Boxenmauer aus beobachtet, wie Bruno auf das Podest fuhr. Was ging in der letzten Phase des Rennens in deinem Kopf vor?
 
Irgendwo im Hinterkopf habe ich schon ausgerechnet, was passieren muss, damit wir Meister werden. Ich denke, das ist normal. Aber eigentlich hatte ich damit abgeschlossen, nachdem ich Bruno den BMW übergeben habe. Der Mercedes ist das Rennen problemlos auf Rang fünf zu Ende gefahren, da hätte nicht mal ein Sieg von uns gereicht. Beim Fahrerwechsel habe ich zu Bruno gesagt: 'Fahr das Ding einfach nach Hause.' Das hat er mit dem Podestplatz perfekt umgesetzt. Glückwunsch an Sebastian und Luca, die über die ganze Saison hinweg stark gefahren sind.
 
Dein BMW Sports Trophy Team Schubert hat zum ersten Mal die Teammeisterschaft im ADAC GT Masters gewonnen. Was bedeutet das für dich als Fahrer?
 
Der Titelsieg ist eine tolle Bestätigung für das Team und ich freue mich für jeden Einzelnen. Ein schönes Geschenk zu meinem 23. Geburtstag und ein guter Anlass für eine Party! Wir haben über das Jahr immer hart gearbeitet und uns stark verbessert. Für mich als Fahrer ist der Fahrertitel zwar wichtiger, für unsere Jungs ist es aber der verdiente Lohn. Es freut mich, dass ich der Mannschaft mit vier Siegen und insgesamt fünf Podestplätzen in dieser Saison helfen konnte.
 
Du bist zum ersten Mal zusammen mit DTM-Pilot Bruno Spengler gefahren. Wie lief eure Zusammenarbeit?
 
Mir war schon vor dem Wochenende klar gewesen, dass Bruno auch den BMW Z4 GT3 richtig schnell um die Ecken fahren kann. Das hat er in Hockenheim allen bewiesen. Er war hier wirklich gut drauf, ist hochprofessionell und einfach ein super Typ. Er hat neue Eindrücke und frischen Wind ins Team gebracht. Schon im Qualifying hat er alles gut umgesetzt und brauchte kaum Eingewöhnungszeit. Am Sonntag hat er im Regen eine Top-Leistung ohne Vorkenntnisse bei solchen Bedingungen gezeigt. Hut ab, er hat meinen Teamkollegen Jens absolut würdig vertreten. Mit Bruno würde ich jederzeit wieder fahren.