Donnerstag, 13. August 2020
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VLN
14.10.2014

Das sportliche Herz von Hyundai schlägt am Ring

Klassensieger beim 24-Stunden-Rennen, standfeste und erfolgreiche Einsätze in der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring und vielschichtige Entwicklungsarbeit für die Serienproduktion auf der härtesten Rennstrecke der Welt: Die legendäre Nürburgring-Nordschleife ist zum festen Bestandteil der sportlichen DNA von Hyundai geworden.

Vor etwas mehr als einem Jahr eröffnete die Hyundai Motor Group am Nürburgring ein modernes Testzentrum. Schon vorher gehörten Härtetests auf dem legendären Eifelkurs zum Dauertest-Programm aller Hyundai Serienmodelle. Seit der Eröffnung der neuen Anlage, die auf 3.600 Quadratmetern viel Platz für Büros, Werkstätten und einen Besucherbereich bietet, wurden diese Tests deutlich ausgeweitet.

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Hausherr dieses Testzentrums ist das Hyundai Motor Europe Technical Center (HMETC). In dessen Zentrale in Rüsselsheim entwickelt Hyundai bereits seit 2003 seine Modelle für den europäischen Markt. Den Nürburgring nutzt Hyundai vor allem für sogenannte „beschleunigte Dauertests“, bei denen alle Hyundai Modelle in kürzester Zeit mindestens 480 Runden, also rund 10.000 Kilometer, auf dem Traditionskurs absolvieren müssen. Die Belastungen dabei entsprechen in etwa 150.000 bis 180.000 Kilometern im normalen Straßenverkehr.

Motorsport-Projekt begleitet Serienerprobung in der „Grünen Hölle“

Aber nicht nur wegen der Entwicklung der Serienmodelle ist der Nürburgring für Hyundai zu einer zweiten Heimat geworden. Auch in Sachen Motorsport hat die „Grüne Hölle“, wie der Eifelkurs ehrfürchtig genannt wird, mittlerweile eine große Bedeutung für Hyundai. Auf Initiative von Markus Schrick, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland, begann das Unternehmen 2013 ein Projekt für Langstreckenrennen. Zusammen mit der Motorsportabteilung des in Saarbrücken beheimateten Hyundai Autohauses Schumann wurde ein Hyundai Veloster Turbo für die Herausforderungen der Nordschleife modifiziert, ohne die Nähe zur Serie zu verlieren.

Nach einer erfolgreichen Debütsaison startete Hyundai Motor Deutschland in diesem Jahr mit einer nochmals verbesserten, aber immer noch ausgesprochen seriennahen Version des Veloster Turbo bei fünf Rennen auf der Nordschleife. Dreimal in der anspruchsvollen VLN. Hinzu kamen der Qualifikationslauf zum 24-Stunden-Rennen und als Saisonhöhepunkt der Start beim legendären Eifelmarathon im Juni. Mit dem Sieg in der Klasse SP2T (Rennwagen mit Turbomotor bis 1.620 ccm Hubraum) feierte Hyundai dabei den bisher größten Erfolg seit Beginn des Projekts.

Seriennaher Veloster Turbo absolvierte 219 Ring-Runden ohne einen Defekt

Insgesamt absolvierte der seriennahe und für den Renneinsatz optimierte Veloster Turbo in dieser Saison auf dem Nürburgring 219 Runden im Renntempo. Hinzu kamen 39 Runden in den diversen Trainingseinheiten. Das ergibt zusammengenommen eine Laufleistung von 6.450,411 Kilometern auf der für Mensch und Material wohl herausforderndsten Rennstrecke der Welt. Zum Vergleich: Ein Formel-1-Auto bringt es in immerhin 19 Saisonrennen „nur“ auf rund 5.900 Rennkilometer – vorausgesetzt alle Läufe werden von Anfang bis Ende zu Ende gefahren. Dabei werden die Formel-Flitzer im Verlauf einer Saison mehrfach runderneuert. Beim Hyundai Veloster Turbo wurden dagegen lediglich Verschleißteile wie beispielsweise Bremsbeläge turnusmäßig ausgetauscht. Seine Langstreckensaison beendete das sportliche Lifestyle-Coupé dennoch ohne technischen Defekt.

2014 verbesserte der Veloster Turbo seine Rundenbestzeit um 26 Sekunden

Dabei rollte der Hyundai Veloster Turbo aber keineswegs im Schongang um den Nürburgring. Die Erfahrungen aus dem laufenden Rennbetrieb wurden genutzt, um das Fahrzeug immer weiter zu optimieren. Neues Setup, verstärktes Vorderachsdifferential, Gewichtsoptimierung, Getriebekühlung, neue Getriebeübersetzung sind einige der im Laufe der Saison vorgenommenen Verbesserungen. Dadurch steigerte sich die sportliche Performance des Veloster im Vergleich zum Debütjahr erheblich – ohne dass der Hyundai seine Zuverlässigkeit verlor.

10:14,898 Minuten betrug die schnellste Rundenzeit im Rennen 2013. In dieser Saison knackte der Hyundai die Zehn-Minuten-Marke. Seine neue Ringbestzeit im Rennen ist rund 26 Sekunden schneller und liegt jetzt bei 9:48,533 Minuten. „Wichtig war uns bei der Weiterentwicklung, dass alle verwendeten Teile aus dem Sortiment unseres Konzerns stammen. Auch am Ende dieser Saison ist unser Veloster Turbo noch immer ein absolut seriennahes Auto“, zieht Markus Schrick ein positives Fazit.

Hyundai Deutschland plant 2015 Langstreckeneinsätze mit zwei Autos

Getreu dem Motto „nach der Saison ist vor der Saison“ richtet Hyundai nach dem letzten Renneinsatz 2014 den Blick auf das kommende Jahr. „Unsere Strategie hatte Erfolg: Wir waren zuverlässig und schnell. Deshalb setzten wir unser Langstreckenprogramm nicht nur fort, sondern bauen es sogar aus“, kündigt Markus Schrick an. „Ich kann jetzt schon verraten, dass wir 2015 erneut in der Klasse SP2T antreten, dann aber mit zwei Autos am Start sein werden“, so Schrick abschließend.