Samstag, 1. Oktober 2022
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
KTM X-BOW Battle
15.07.2014

X-BOW Days Slovakiaring: Spannung, Action und Ausfälle

31 Teilnehmer in den „Battle Sprint“-Rennen, 13 Teams (25 Starter) im „Battle Endurance“-Wettbewerb, sieben „Battle Regularity“-Teilnehmer und Dutzende Fahrten im freien Fahren von X-BOW-Besitzern und Interessenten in den von KTM zur Verfügung gestellten Mietfahrzeugen – die Bilanz vom Auftritt der „X-BOW Days powered by Michelin“ am Slovakiaring kann sich sehen lassen.

Schnellster Mann im Qualifying für den ersten Lauf des „Battle Sprint“ war der Deutsche Pierre Ludigkeit, der eine sensationelle Zeit von 2:06,755 Minuten in den slowakischen Asphalt brennen und damit auch die schnellste Runde des Wochenendes für sich beanspruchen konnte.

Anzeige
Hinter Ludigkeit lauerte die schelle Österreicher-Abordnung mit Klaus Angerhofer, „Major Adolf Kottan“ aka Sechsfach-Rallye-Staatsmeister Raphael Sperrer, „Bob Bau“ und die schnellste Dame der „Battle“, Laura Kraihamer. Pavel Heinik war als bester tschechischer Starter auf Platz sechs gefahren. Am Start gab es gleich Riesen-Aufregung: Während Ludigkeit miserabel wegkam (ein Technik-Problem, das zu seinem späteren Ausfall führte, kündigte sich da bereits an) und Laura Kraihamer in Führung gehen konnte, krachte es im hinteren Feld noch vor dem Überfahren der Startlinie: Artur Chwist drehte sich bei einem Ausweichmanöver, Jakub Havrlant (CZ) und Uwe Schmidt konnten nicht mehr vorbei und kollidierten mit dem Polen – für alle drei war das Rennen somit vorbei, bevor es überhaupt angefangen hatte.

Der Rennabbruch nach nur einer Runde war allerdings keine Folge dieser Kollision, sondern wurde notwendig, weil ein Teilnehmer auf einem anderen Streckenteil eine ganze Menge Flüssigkeit verlor, die erst gebunden werden musste. Nach dem ohne Probleme erfolgtem Restart konnte sich Klaus Angerhofer recht bald gegen Laura Kraihamer durchsetzen, worauf beide dem Rest des Feldes davonfuhren und in dieser Reihenfolge ins Ziel kamen. Im spannenden Kampf um Platz drei ging es hart zur Sache: Am Ende hatte „Bob Bau“ die Nase vor „Major Kottan“ und Pavel Heinik.

Holger Baumgartner (AT), Ernst Kirchmayr (AT), Ingo Hartmann, „Peter Pan“ (AT) und Max Lahmer (AT) komplettierten die Top-Ten. Für Pole-Sitter Pierre Ludigkeit war das Rennen nach Technik-Problemen zu Renn-Halbzeit zu Ende. Noch früher hatten sich die serbischen Teamkollegen Petar Matic und Radomir Duric per Kollision ins Aus gebracht. Ein super „Goodie“ gab es dann bei der abendlichen Siegerehrung: Die Firma Michelin sponserte sämtliche Pokale und verloste zudem einen Satz Slicks unter allen Teilnehmern.

Die Pole-Position für den zweiten Rennlauf der „Battle Sprints“ wurde zur Beute des Steirers Holger Baumgartner. Doch wie schon am Vortag bei Pierre Ludigkeit war auch dieses Mal das Glück nicht auf der Seite des Pole-Sitters: Baumgartner musste bereits in der ersten Rennrunde mit Getriebeschaden abstellen. Noch schlechter war da nur „Peter Pan“ dran: Er hatte im Qualifying einen heftigen Abflug zu verzeichnen und konnte gar nicht starten, da sein X-BOW in der kurzen Zeit nicht mehr reparabel war.

Aufgrund Baumgartners Pech hatten Klaus Angerhofer, Laura Kraihamer, Jim Gebhardt, „Bob Bau“, Pierre Ludigkeit und Ernst Kirchmayr leichtes Spiel; diese Gruppe konnte sich in den ersten Runden vom Rest des Feldes absetzen. Gefahr lauerte jedoch weiter hinten: Pavel Heinik war nach einem schlechten Qualifying auf einem beeindruckenden „Durchmarsch“ durch das Feld und hatte innerhalb weniger Runden die Spitzengruppe erreicht. Zur gleichen Zeit ging das völlig verkorkste Wochenende für Pierre Ludigkeit zu Ende: Nach einem kleinen Fehler rutschte er ins Kiesbett und Ludigkeit musste für den Rest des Rennens zuschauen.

Dann rückte der spannende Kampf um die vorderen Plätze erst recht in den Hintergrund: Eyke Angermayr hatte sich vor Christoph Doppler von der Strecke gedreht und kam dann so unglücklich zurück, dass Doppler keine Chance hatte und bei vollem Tempo mit dem X-BOW des Oberösterreichers kollidierte. Einmal mehr bestätigte sich die ausgezeichnete Sicherheit der Fahrzeuge, denn beide Fahrer konnten ihre Wracks nämlich selbstständig und weitgehend unverletzt entsteigen. An der Spitze hatten sämtliche Piloten den Angriffen von Pavel Heinik nichts entgegenzusetzen: Der Tscheche schnappte sich Position um Position und fuhr dominant zum Sieg.

Klaus Angerhofer kam im „luftleeren Raum“ zu einem tollen zweiten Platz und Laura Kraihamer fuhr als Dritte erneut aufs Podest. Rückendeckung hatte sie dabei von ihrem Teamchef höchstpersönlich: Der Deutsche Jim Gebhardt kehrte nach gesundheitlichen Problemen und längerer Abwesenheit am Slovakiaring in die „Battle“-Familie zurück – mit einem ausgezeichneten vierten Platz! „Bob Bau“, Ernst Kirchmayr, Markus Fischer, Uwe Schmidt und Ingo Hartmann belegten die Ränge fünf bis neun. Platz zehn ging an Rallye-Ass Kris Rosenberger, der einmal mehr erfolgreich ins Lenkrad eines KTM X-BOW griff.

In der Gesamtwertung spitzt sich der Titelkampf weiter zu: Klaus Angerhofer führt die Tabelle mit 122 Zählern an. Nur fünf Punkte dahinter liegt Laura Kraihamer (117 Punkte) und Pavel Heinik hat mit 102 Zählern nach wie vor alle Chancen – die letzten Rennen werden spannend!

Gleich 13 Teams mit insgesamt 25 Fahrzeuge ließen sich das einstündige „Battle Endurance“-Rennen nicht entgehen, in dem am Ende das Sperrer Motorsport Duo „Major Adolf Kottan“ und Ernst Kirchmayr einen souveränen Sieg einfahren konnte. Platz zwei und drei gingen jeweils an ein österreichisch-deutsches Duo: Laura Kraihamer / Uwe Schmidt wurden Zweite, Sehdi Sarmini / Pierre Ludigkeit Dritte. „Bob Bau“ / „Peter Pan“ konnten mit Platz vier ihre Tabellenführung (63 Punkte) hauchdünn verteidigen. Kraihamer / Schmidt liegen allerdings nur noch einen Zähler dahinter auf Platz zwei. Dritter ist das Duo„Harald Riem“ / Ingo Hartmann, die am Slovakiaring beim Boxenstopp leider patzten, die Pflichtboxenstoppzeit nicht einhielten und somit wichtige Punkte verschenkten.

Dass viele Rennfahrer ihnen unbekannte Strecken mit Sonys Playstation bzw. der darauf spielbaren, legendären Racing-Simulation „Gran Turismo“ kennenlernen und trainieren, ist ja nichts unbekanntes mehr. Dass es allerdings auch umgekehrt funktioniert und die Gamer im realen Umfeld ebenfalls eine super Figur machen, wurde am Slovakiaring einmal mehr unter Beweis gestellt: Der österreichische und der deutsche Gewinner der „Gran Turismo 6 X-BOW Challenge“, Herbert Pitzl und Stephan Jahn, drehten im freien Fahren ihre ersten Runden mit dem KTM X-BOW RR (jenem Fahrzeug, das die Piloten in den „Battle Sprint“- und „Battle Endurance“-Rennen pilotieren) und gewannen nach nur eineinhalb Stunden Training ihr jeweiliges „Battle Regularity“-Rennen gegen teilweise wesentlich routiniertere Konkurrenten – KTM und Sony gratulieren!
Anzeige