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KTM X-BOW Battle
19.05.2014

Die X-BOW Days begeistern auf dem Lausitzring

Die zweiten „X-BOW Days“ des Jahres 2014 gingen am vergangenen Donnerstag und Freitag auf der beeindruckenden Anlage des Eurospeedway Lausitz über die Bühne. Für viele Fahrerinnen und Fahrer bedeutet die Strecke im Osten Deutschlands naturgemäß relativ lange Anfahrtszeiten, weshalb das Starterfeld immer etwas kleiner ausfällt, als gewohnt.

Doch dieses Jahr waren in den „Battle“-Rennen fast genau so viele Piloten am Start, wie noch vor einem Monat am Pannoniaring. Eine äußerst erfreuliche Entwicklung, wie „Battle“-Veranstalter Georg Silbermayr bestätigt: „Wie schon im Vorfeld erwähnt, freuen wir uns sehr, dass die ‚X-BOW Days‘ so gut ankommen. Wir können hier am Lausitzring ein volles Feld und vor allem auch gleich einige Neueinstiger begrüßen, das ist eine tolle Sache!“

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Als gelungene Überraschung für seine Teilnehmer hatte Silbermayr ein neues Qualifying-Format in die Lausitz mitgebracht: Ganz nach dem Vorbild der Formel 1 wurde das Zeittraining nun auf drei Abschnitte zu je 15 Minuten aufgeteilt und die Spannung dadurch deutlich erhöht. „Bob Bau“ vor „Peter Pan“ und Laura Kraihamer: Wer im Rahmen des neuen Qualifyings für das erste Sprint-Rennen auf dieses Resultat gewettet hätte, der wäre wohl reich geworden. Doch das Team Roomvibes kam mit seinen beiden Piloten „Bob Bau“ und „Peter Pan“ bestens vorbereitet zum Lausitzring. Gleiches galt für das Team CCS-Racing, das mit Kraihamer und Lokalmatador Uwe Schmidt ebenfalls zwei heiße Eisen im Feuer hatte.

Besonders erfreulich außerdem, dass sowohl Rallye-Pilot Kris Rosenberger als Achter und Ski-Rennläufer Klaus Kröll als Neunter den Sprung in den letzten Qualifying-Abschnitt geschafft hatten – eine starke Leistung vor allem von Kröll, der sein allererstes Rundstreckenrennen überhaupt bestritt und somit unter Beweis stellen konnte, dass er nicht nur auf Abfahrtsskiern schnell unterwegs ist.

Im Rennen kam dann aber (fast) alles anders. Der Grund dafür war einfach: Wenige Minuten vor dem Start zog ein heftiger Regenschauer über die Strecke, was den Großteil des Fahrerfeldes ratlos zurückließ: Würde es im Laufe des Rennens auftrocknen? Oder würde der Regen zurückkommen? Es folgte ein Reifenpoker und ein sensationell spannendes Rennen …

Die erste Startreihe rollte auf Slicks in die Startaufstellung, ebenso der große Favorit auf den Gesamtsieg, der Tscheche Pavel Heinik. Nach einer turbulenten Startphase mit einigen Drehern (nicht zuletzt aufgrund des Reifenpokers) dauerte es eine Weile, bis sich die Unruhe im Feld gelegt hatte. Doch auch dann dominierten Zwei- oder Dreikämpfe das Bild, während die Ideallinie langsam auftrocknete. An der Spitze hatte sich dank eines wahren Raketenstarts Gendarmerie-Racing-Pilot Ernst Kirchmayr positioniert und er wurde von einer glänzend aufgelegten Laura Kraihamer verfolgt, welche wiederum Uwe Schmidt im Rückspiegel hatte. Just in dem Moment, als die Slick-bereiften Piloten (unter ihnen auch Kröll und Rosenberger) schnellere Rundenzeiten als ihre Regen-bereiften Kollegen hinlegen konnten, kam der Regen zurück und zerstörte die Hoffnungen all jener, die auf Slicks gesetzt hatten.

So fuhr Ernst Kirchmayr souverän und ungefährdet zu seinem ersten Sieg in einem „Battle Sprint“-Rennen. Sensationell auf Platz zwei Laura Kraihamer, die ein tolles Team-Resultat für CCS-Racing anführte: Hinter ihr kamen die Teamkollegen Uwe Schmidt als Dritter und Ingo Hartmann als Vierter ins Ziel. Letzterer schaffte sogar das Kunststück, sein bislang bestes Resultat trotz einem Start aus der Boxengasse zu erobern! Toll auch die beiden Rookies Oliver Hörschläger als Fünfter und Adam Galas als Sechster. Die Plätze sieben und acht gingen an die Routiniers Eyke Angermayr und Max Lahmer, Zehnter wurde ein mit „Harald Riem“ ein weiterer Neueinsteiger. Die Promis kämpften sich übrigens wie Pavel Heinik (Rang elf) mit ihren Slicks durch den Regen und holten sich den dreizehnten (Rosenberger) bzw. vierzehnten (Kröll) Platz.

Beinahe konnte Pavel Heinik die erwartete „Hackordnung“ im Qualifying für Lauf zwei wieder herstellen. Lediglich „Bob Bau“ und der kurzentschlossen startende Michael Grassl (der seinen Management-Posten bei CCS-Racing einmalig gegen einen Platz hinter dem Volant eintauschte) waren schneller als er. Im Rennen gab es dann allerdings kein halten mehr und Heinik konnte mit einem Start-Ziel-Sieg seiner Favoritenrolle gerecht werden. Michael Grassl setzte sich nach einem beinhart geführten Zweikampf gegen „Bob Bau“ durch und der deutsche Pierre Ludigkeit rehabilitierte sich bei seinem Heimrennen mit Platz vier für den Ausfall am Vortag. Uwe Schmidt wurde Fünfter, Laura Kraihamer bestätigte ihre exzellente Form mit Rang sechs und „True Racing“-Pilot Klaus Angerhofer erlebte nach vielen Problemen am Donnerstag dank Platz sieben ebenfalls einen versöhnlichen Ausklang der „X-BOW Days“ am Lausitzring.

Die Top-Ten komplettierten Ernst Kirchmayr, Holger Baumgartner und „Peter Pan“, wobei vor allem „Peter Pan“ als Pechvogel der „Battle Sprint“-Rennen gelten darf: Er war in jeder Session bei den Schnellsten dabei (wenn nicht sogar absolut Schnellster), verlor am ersten Tag allerdings den Reifenpoker und musste am zweiten Tag mit einem Getriebeschaden im Qualifying zusehen. Ein ähnliches Schicksal ereilte Kris Rosenberger, dessen Getriebe allerdings erst nach dem Qualifying den Dienst quittierte – wodurch an einen Start im zweiten Rennlauf leider nicht zu denken war.

13 Teams, 26 Starter – wie schon am Pannoniaring gab es im 1-Stunden-Rennen (der dritte Lauf des Wochenende) auch am Lausitzring ein „Full House“ und eine wirklich spannende Entscheidung. Aufgrund der unterschiedlichen Team-Zusammensetzungen wurde es vor allem in der zweiten Renn-Hälfte turbulent, denn die Platzierungen änderten sich bis kurz vor Schluss. Wenigstens hier bekam „Peter Pan“ gemeinsam mit seinem Teamkollegen „Bob Bau“ die verdiente Revanche für seine verpatzten „Battle Sprint“-Rennen: Ein klarer Sieg vor dem ebenfalls enorm stark fahrenden Duo Laura Kraihamer und Uwe Schmidt wurde dann auch dementsprechend kräftig bejubelt.

Nicht minder sensationell (und nicht minder bejubelt) die Leistung von Kris Rosenberger und Klaus Kröll: Das „Gastfahrer-Gespann“ erkämpfte sich einen hochverdienten dritten Rang und damit einen Platz auf dem Podest. Klaus Kröll mit einem Kurz-Resümee: „Es war sensationell. Die Autos machen einen riesen Spaß und sind sauschnell. Die Stimmung unter den Teilnehmern ist großartig – ich würde jederzeit sehr, sehr gerne wiederkommen!“
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