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Histo Cup Austria
29.04.2014

Histo-Cup: Rekord-Wochenende in Brünn

Der Classic-Grand Prix in Brünn ist im Rennkalender des Histo-Cup Austria mittlerweile so etwas wie ein Klassiker. Nur zwei Wochen nach dem Saisonauftakt am Red Bull Ring brach die Histo-Cup-Fahrergemeinschaft erstmals in diesem Jahr in Richtung Osten auf, um sich auf einer der schönsten Rennstrecken Europas am Stadtrand von Brünn zu messen.

Das erste Rennwochenende außerhalb Österreichs ist traditionell auch Auftakt zur inoffiziellen Langstrecken-Saison, die mit dem Ravenol-1-Stunden-Rennen eröffnet wurde. Mehr als 200 aktive Rennfahrzeuge – darunter absolute „Gustostückerl“ der Motorsport-Geschichte – zeugen vom Boom der erfolgreichsten historischen Rennserie. Dementsprechend hochkarätig fällt auch die Vergabe des neuen Man of the Race-Titels aus: Dieser gebührt dieses Mal Peter Mücke im  Ford „Zackspeed“ Turbo Capri.

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Neben dem BMW 320 Gruppe 5 von Histo-Cup-Mastermind war er ohne Zweifel der Hingucker in Brünn: Die Rede ist von Peter Mückes Ford „Zackspeed“ Turbo Capri, mit dem der 67-jährige Motorsport-Haudegen aus Berlin in der STW-Wertung des Histo-Cups einen souveränen Doppelsieg feierte und zum „Man oft he Race“ kürte. Aufgebaut wurde die neu aufgebaute Flunder von Sohn Stefan Mücke, der als Aston Martin-Werksfahrer in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC selbst hinterm Lenkrad sitzt. „Fahrer und Auto haben nichts verlernt und haben für eine gelungene Feuertaufe gesorgt“, war der 32-jährige Werksingenieur mit der Leistung seines „alten Herren“ zufrieden. „Wir mussten wegen kleiner Probleme auch zwei Nachtschichten einlegen. Doch in den Rennen lief alles glatt, das Auto hat dann ohne Probleme seinen erste Renneinsatz nach knapp 32 Jahren durchgehalten.“

Der 540 PS starke Turbo Capri, in dem Klaus Ludwig 16 Siege in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft zwischen April 1980 und Juni 1982 einfahren hatte sowie 1981 Gesamtsieger geworden war, hat auch bei Fahrer Peter Mücke einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Das ist ein Rennauto einer anderen Dimension. Auf so viel Downforce und Geschwindigkeit musste ich mich erst mal einstellen – und auch auf die Kräfte, die dann im Cockpit auf einen wirken. Doch konditionell hatte ich keine Probleme“, erklärt der Berliner, der unter anderem mit dem Ford Capri RS 3100 „Cosworth“ 2002 als erster Deutscher niederländischer Youngtimer-Champion wurde sowie mit diesem und anderen „alten“ Rennfahrzeugen schon zahlreiche Siege in der Historischen Tourenwagen-Europameisterschaft oder im Histo-Cup einfuhr. „Es hat in Brünn noch mehr Spaß gemacht als sonst bei meinen Einsätzen als Fahrer.“ Zwei, drei Mal will er in diesem Jahr noch selbst fahren, wenn die Zeit es zulässt.“

Ravenol 1-Stunden-Teamrennen

Nach den spannenden Qualifyings aller Kategorien fand bereits am Samstagabend das Ravenol 1-Stunden-Teamrennen statt. Sieger wurden Harald Pavlas und Dieter Svepes vor Martin Konrad und Georg Zoltan, beide Porsche 997, gefolgt von Norbert Lenzenweger und Markus Fink, BMW M3. Der Zieleinlauf war besonders spannend: Pavlas fing den Porsche von Zoltan erst kurz vor der Ziellinie noch ab und gewann! Pech hatten Wolfgang Triller und Luca Rettenbacher (Porsche 997), die lange an der Spitze mithielten. Dann aber quittierte das Getriebe teilweise seinen Dienst, als Gesamt-Siebente retteten sie sich ins Ziel.

Die Wertung der Young Timer holten sich Lenzenweger / Fink vor Andreas Rehwald / Norbert Greger, BMW M3 E36 und Walter Statt, Ford Escort Cosworth. Die Wertung der BMW 325 Challenge-Fahrzeuge holten sich der Ungar György Makai mit seinem Partner Luca Rettenbacher aus Salzburg. Zweite wurden die Evergreens Karlheinz Ruhrberg und Josef Unterholzner vor Stefan Goede / Zeljko Drmic, die sich mit Vater und Sohn Wolfgang und Alex Maier ein packendes Duell lieferten, dass für die beiden leider mit technischen Problemen an der Box endete.

BMW 325 Challenge Rennen 1

Ein toller Kampf an der Spitze zwischen Polesetter Dietmar Lackinger und dem Salzburger Luca Rettenbacher. Dahinter ein Sechskampf um die weiteren Plätze. In der fünften Runde rollt Rettenbacher mit gebrochenem Differenzial aus, Lackinger behauptete die Spitze und gewann vor dem Ungarn György Makai und Michael Winkler. Ein tolles Rennen fuhr Jan Kasperlik, der von P16 bis zum vierten Platz vorfuhr, knapp dahinter Karlheinz Ruhrberg und Georg Steffny. Die Rookie-Wertung gewinnt Matthias Heinemann vor Mario Krall und Reinhold Schmid.

Histo Cup K und STW Rennen 1

Polesetter Peter Mücke setzt sich mit dem Zakspeed Ford Capri gleich an die Spitze, dahinter Michael Steffny, BMW 320 Gruppe 5, der einen tollen Start hatte. In der zweiten Kurve dann „keine Bremswirkung“ – ein wilder Ritt durch das Kiesbett folgte und Steffny fand sich am Ende des Feldes wieder. Peter Mücke gewinnt überlegen vor dem Berliner Kollegen Frank Kawalek und Franz Irxenmayr, beide Porsche 911RS, die damit auch die Anhang K Wertung gewinnen. Sieger der 1.000er K war souverän Thomas Kaiser im Mini Cooper. Die Klasse K bis 2 Liter gewinnt Martin Sahl, Ford Escort BDA vor Stefan Fuhrmann, BMW 320-4 und Christian Eckhart, Ford Escort RS 2000. Dritter der Klasse K bis 4.000 ccm wird hinter Irxenmayr und Kawalek der Oberösterreicher Fredi Weissengruber, BMW 635i. Die Klasse K über 4.000 ccm gewinnt der Tscheche David Becvar, Jaguar vor Michael Baumann, Ford Mustang und Jaroslav Rejka, Jaguar.

Die Klasse STW bis 1.600 ccm holt sich Alexander Wechselberger vor Hans Fink und Thomas Lehner, alle Alfasud Sprint. In der Klasse bis 2.000 ccm gewinnt Hans Retschitzegger, Audi vor Walter Spatt, VW Golf und Guido Kiesselbach, BMW 2002. Pech hatte der schnelle Deutsche Albert Gallersdörfer, der mit einem Motorschaden in der ersten Runde liegen blieb. Bei den Fahrzeugen bis 2.500 ccm gewinnt  Bernhard Schmidbauer, Opel Kadett vor Karl Böhringer, Holbay Escort. Toni Schell, Ford Escort, schied in Runde drei leider aus. Die Klasse STW bis 4.000 ccm gewinnt der Tiroler Christian Schneider, Alfa GTV vor dem Salzburger Michael Steffny und Christian Neunemann, Porsche 911RS. Die Klasse über 4.000 ccm holt sich der Wiener Peter Hannak vor Roger Bolliger, der in Runde acht aufgeben musste.

Formel Historic Rennen 1

Hochkarätige Rennfahrzeuge bei den Formel Historic: Franz Guggemos brachte einen „Hill Formel 1“ mit und der Tscheche Adam Klus ging mit einem Can Am aus der ehemaligen Interserie an den Start. Adam Klus gewinnt das Rennen vor Roland Wiltschegg, Ralt RT1 und Walter Skopik, Reynard Opel. Die Klasse der Formel V gewinnt Andreas Türk. Schnellster bei den Formel Ford 1600 wurde die Schwede Peter Sikström, Van Diemen vor Reiner Schrems, Quest und Ewald Lokaj, Van Diemen. Die Klasse der Formel 3-Boliden holt sich Roland Witschegg, Ralt RT1 vor Richard Grafinger und Günther Kaltenbrunner, beide Ralt RT31. Die Formel Libre holt sich Walter Skopik, Lotus Markus Haider, Tiger Super Seven und Franz Altmann, Renault. Die Klasse der Sports 2000 Sportwagen holt sich Markus Deutsch vor Georg Böhringer, beide Lola T492 und George Komaretho, Robinson.

Young Timer Rennen 1

Ein tolles Feld der Rennfahrzeuge bis Baujahr 2001 und der Tourenwagen Open präsentierte sich beim ersten Rennen der Young Timer in Brünn. Den Gesamtsieg geht an Harald Pavlas vor Erich Hascher, beide Porsche 997 TWO. Dritter und zugleich schnellster Young Timer wurde Josef Piribauer, Porsche 996. Die Klasse bis 1.600 ccm gewinnt Herbert Leitner, Toyota Corolla vor dem Ungarn Laszlo Laczko, Opel. Bis 2.000 ccm gewinnt Werner Zegini, Ford vor Andreas Mairzedt, Honda Civic R und Dominik Klima, Mazda MX3. Pech hatte Franz Grassl, dessen Motor am BMW 320IS streikte. Die Wertung der 2-Ventiler in der Kategorie der 2-Liter holt sich Markus Reitbauer, VW Golf GTI vor Nina und Josef Gumpenberger, beide Alfa Romeo GTV.

Bis 2.500 ccm gewinnt Markus Landlinger vor Markus Kalkert und Steffi Klapfenböck, alle BMW 325i. Die Klasse bis 3.000 ccm holt sich Andreas Rehwald, BMW M3 E36 vor Kurt Lechner, Renault Clio V6 und Alexander Maurer, Toyota Celica. Bis 3.500 ccm gab es einen Doppelsieg der Fink-Truppe, Norbert Lenzenweger gewinnt vor Markus Fink, Dritter wurde Norbert Greger, alle BMW M3. Die große Klasse der Young Timer über 4.000ccm holt sich Franky Riedel, Chevrolet Delago vor Gustav Engljähringer, Jaguar V8 Star und Walter Schropper, Dodge Viper. Pech für Stefan Fuhrmann, sein BMW V8 Star streikte ebenso wie der Audi V8 von Hannes Huber.

BMW 325 Challenge Rennen 2

Umgedrehte Startreihenfolge der ersten Acht: Michel Schwarz aus Wien stand daher auf Pole-Position und neben ihm Josef Unterholzner. Dietmar Lackinger und Jan Kasperlik setzten sich noch in der ersten Runde an die Spitze. Georg Steffny konnte sich lange auf Platz drei halten, ehe er durch einen Fehler ein paar Plätze verlor. Luca Rettenbacher fuhr vom letzten Startplatz vor bis an die dritte Position und lieferte eine tolle Show für die vielen Zuschauer in Brünn. Nach dem Rennen jedoch die Ernüchterung: ein Protest gegen die Hinterbremse bedeutete das Aus für den jungen Salzburger. Nicht ganz verständlich, da die Bremse im Vergleich und den Originalteilen „unterdimensioniert“ war und daher kein Wettbewerbsvorteil daraus ableitbar war. Dritter wurde daher Michael Winkler vor Josef Unterholzner, Georg Steffny und Martin Konrad. Die Rookie-Wertung gewinnt Jürgen Huber vor Matthias Heinemann und Alexander Maier.

Histo Cup Anhang K und STW Rennen 2

Peter Mücke mit seinem Zakspeed Ford Capri Turbo mit rund 600 PS gewinnt auch das zweite Rennen in Brünn, diesmal vor Martin Sahl, Ford Escort BDA und Michael Steffny, BMW 320 Gruppe 5, der vom achten Startplatz aus die Porsche-Piloten Frank Kawalek und Franz Irxenmayr sowie Christian Schneider, Alfa Romeo GTV-6 in packenden Kämpfen niederringen konnte. Die Klasse K bis 1.300 ccm holt sich Rafal Platek, Alfa Romeo GTJ vor Thomas Kaiser im Mini Cooper. Bis 1.600 ccm gewinnt Thomas Kreiner, Alfasud Sprint vor Hannes Schweiger, VW Golf GTI. Die Klasse K bis 2.000 ccm holt sich Martin Sahl vor Andreas Fojtik, beide Ford Escort BDA vor Stefan Fuhrmann, BMW 320 und Christoph Eckhart, Ford Escort RS2000. Die Klasse K bis 4.000 ccm gewinnt der Berliner Frank Kawalek vor Franz Irxenmayr, beide Porsche 911RS und Fredi Weissengruber, BMW 635i. Die Klasse K über 4.000 ccm holt sich der Lokalmatador David Becvar vor Jaroslav Rejka, beide Jaguar XJS vor Michel Baumann, Ford Mustang.

Die STW Klasse bis 1.600 ccm gewinnt Altmeister Hans Fink. STW bis 2.000 ccm gewinnt Johann Retschitzegger, Audi Coupé vor Peter Pöschl, Ford Escort und Walter Spat, VW Golf GTI. Klassensieger STW bis 2.500 ccm wird Bernhard Schmidbauer, Opel Kadett GTE vor Karl Böhringer, Holbay Escort und Guido Kieselbach, BMW 200216-V. Sieger der Klasse STW bis 4.000 ccm wird Michael Steffny, BMW 320 Gruppe 5 vor Christian Neunemann, Porsche 911RS und Christian Schneider, Alfa Romeo GTV-6. Durch den Ausfall von Roger Bolliger war die Klasse STW über 4.000 ccm eine leichte Beute für Peter Hannak, Plymouth Roadrunner vor Gerhard Jörg, Chevrolet Corvette.

Formel Historic Rennen 2

Das zweite Rennen der Formel Historic gewinnt wieder der Tscheche Adam Klus mit dem Can Am Chevrolet vor Robert Stefan, Dallara Formel 3 und Walter Skopik, Reynard Opel. Pech hatte der bis zur letzten Runde führende Roland Witschegg, Ralt RT1, der in der letzten Runde die Box ansteuern musste. Die Klasse der Formel V holt sich Andreas Türk. Sieger der Formel Ford-Abteilung wird der Schwede Peter Sikström vor Friedrich Hofbauer und Ewald Lokaj, alle Van Diemen. Die Klasse der älteren Formel 3 gewinnt Sami Hamid, Brabham vor Gerd Reinprecht, Martini und Roland Wiltschegg, Ralt. Die jüngeren Formel 3 entschied Robert Stefan, Dallara für sich, gefolgt von Richard Grafinger und Günther Kaltenbrunner, beide Ralt RT 31. Die Formel Libre holt sich Walter Skopik, Reynard vor Franz Altmann, Renault und Günter Ledl, Ralt RT32. Karl Neumayer, Dallara fuhr „außer Konkurrenz“ mit einen jüngeren Fahrzeug.

Young Timer Rennen 2

Das letzte Rennen des Tages war das Rennen der Young Timer bis Baujahr 2001 und der Tourenwagen Open. Sieger wurde wieder Harald Pavlas vor Erich Hascher, beide Porsche 997 und Josef Piribauer, Porsche 996, der damit auch die Young Timer bis 2001 gewinnt. Die Klasse bis 1.600 ccm gewinnt wieder Herber Leitner, Toyota Corolla vor Laszlo Laczko, Opel Astra. Bis 2.000 ccm gewinnt wieder Werner Zegini, Ford Focus vor Andreas Mairzedt, Honda Civic R und Dominik Klima, Mazda. Bis 2.500 ccm gewinnt Markus Landlinger vor Markus Kalkert und Steffi Klapfenböck, alle BMW 325i. Sieger der Klasse bis 3.000 ccm wurde Andreas Rehwald im BMW M3 vor Kurt Lechner, Renault Clio V6 und Christian Maurer im Toyota Celica.

Bis 3.500 ccm gab es eine große Aufregung um René Terlep, der mit großer Rauchentwicklung aus dem Rennen genommen wurde. Sieger wurde Norbert Lenzenweger vor Markus Fing und Norbert Greger, alle BMW M3. Die Klasse bis 4.000 ccm holt sich Jo Piribauer vor Walter Spatt, Ford Escort Cosworth und Marc Dilger, Porsche 964. Sieger der Klasse über 4.000 ccm wird wieder Franky Riedel, Chevrolet vor Gustl Engljähringer, Jaguar V8 und Walter Schropper, Dodge Viper.

Classica Trophy

27 Teams nahmen die Wertungsläufe zur Classica Trophy in Brünn in Angriff. Sieger der Solo-Wertung wird Bernhard Timmermann, Porsche 951 Cup vor Astrid Witzany, Ford Mustang und Rainer Rosenberg, Porsche 911. Der zweite Rang der jungen Wahlgrazerin ist besonders bemerkenswert, ist es doch gleich ein Podestplatz beim ersten Antreten in der Trophy. Sieger der Teamwertung werden die Salzburger Herbert Margreiter / Connie Aistleitner, Alfa Romeo 75 vor Manfred Engl / Auguste Poller, Alfa Romeo Duetto und den Steirern Winfried Lind / Wolfgang Ringwald, Porsche 944.