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Asia Cup
29.11.2014

Jake Parsons ist Asia Cup-Champion 2014

Der Asia Cup 2014 fand wie jedes Jahr auf dem Formel 1-Circuit von Sepang in Malaysia statt. Bei insgesamt drei Events mit jeweils vier Rennen kämpften die jungen Nachwuchsfahrer um Punkte. Dem internationalen Fahrerfeld stellte sich auch der Bayer Michael Waldherr und hatte bis zuletzt Chancen auf den Gesamtsieg im Asia Cup. Das letzte Event vom Asia Cup 2014 Anfang November versprach Hochspannung. Nicht nur der Meisterschaftskampf zwischen dem Australier Jake Parsons sowie dem jungen, hochtalentierten Michael Waldherr sorgte für spannende Rennen.

Der Asia Cup konnte mit Nikita Mazepin, aktueller Kart-Vizeweltmeister, auch ein neues, hochkarätiges Talent begrüßen. Jake Parsons konnte den ersten Lauf am Samstag gewinnen und entschied vorzeitig die Serie für sich. Hier profitierte er von dem Ausfall des lange Zeit führenden Daniel Woodroof. Parsons, der letztlich nur vor Michael Waldherr ins Ziel kommen musste, sicherte sich mit seinem Sieg vorzeitig den FIA Titel „Asia Cup Champion 2014“.

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Zweiter im ersten Rennen wurde der Thailänder Plu Komarakul, der vor den beiden japanischen Brüdern Takeru und Asuka Muratomi ins Ziel kam. Waldherr konnte Platz fünf für sich behaupten und den Rookie und Kart-Champion Nikita Mazepin hinter sich halten. Jake Parsons startete das Rennen von der Pole-Position und konnte schon in der Anfangsphase seinen Vorsprung ausbauen. Doch zur Mitte des Rennens kam der tropische Regen, der zu dieser Jahreszeit üblich ist und dieser Umschwung sorgte für einige Dreher und Ausfälle.

Auch Michael Waldherr war unter den Leidtragenden und musste frühzeitig aufgeben. Nichtsdestotrotz konnte er sein Können unter Beweis stellen und fuhr vorher noch die schnellste Rennrunde des zehnten Laufes. Daniel Woodroof sowie der Thailänder Plu Komarakul kämpften Runde um Runde mit Jake Parsons und Luis Leeds um die Positionen. Woodroof konnte letztlich eine Unachtsamkeit von Parsons ausnutzen und diesen Lauf für sich entscheiden. „Nach dem Ausfall im letzten Lauf war ich sehr enttäuscht. Nun habe ich es doch noch geschafft, was mir vorher verwehrt blieb“, sagte Daniel Woodroof sichtlich erfreut. Komarakul konnte sich durch seinen dritten Platz vorzeitig den Titel „Rookie of the Year“ sichern.

Der Deutsche Michael Waldherr startete im vorletzten Lauf von der Pole-Position, die er sich durch die schnellste Rennrunde einfuhr. Waldherr konnte seine Führung zwei Runden lang verteidigen, musste jedoch in der dritten Runde Komarakul vorbeiziehen lassen. Bis zur sechsten Runde trennten die ersten vier – Komarakul, Waldherr, Asuka Muratomi und Jake Parsons – nur einige Meter. Michael Waldherr konnte durch ein geschicktes Manöver den Thailänder von der Spitze verdrängen und sofort einige Meter gewinnen.

Hinter Waldherr spielte Parsons seine ganze Routine aus und zog in der letzten Runde ebenso an Komarakul vorbei. „Endlich habe ich es geschafft!“, sagte der Gewinner des dritten Laufs, Michael Waldherr. „Ich war ein paar Mal kurz davor! Es war ein super Rennen, es wurde sehr hart gefahren und ich konnte spüren, wie Jake immer schneller wurde. Aber ich habe es geschafft“, freut sich der junge Bayer über seinen ersten Sieg und das Festigen von Platz zwei in der Gesamtwertung.

„Michael kann es! Nun hat er es bewiesen und wir freuen uns auf den letzten Lauf! Vielleicht reicht es ja nochmal“, freute sich auch Tobias Schwärzler, der in Sepang wieder vor Ort war. „Er hat es sehr verdient. Schön zu sehen, was Michael vom ersten Test im Februar bis jetzt gelernt hat und welchen Sprung er gemacht hat! Jake sitzt beinahe jede Woche im Rennauto. Er fährt ja auch noch Formel Ford in Australien und hat drei Jahre Erfahrungen im Monoposto! Michael muss auch noch zur Schule gehen und steht am Anfang. Wir werden sehen, ich freue mich auf die verbleibenden Rennen“, so Tobias Schwärzler von Schwärzler Motorsport Concepts (SMC).

Das letzte Rennen stand vor der Tür – und man konnte sich kein schöneres Finale vorstellen. Ein Rad-an-Rad-Duell zwischen Michael Waldherr und Jake Parsons und Parsons gewann mit einem Vorsprung von 0,007 Sekunden. Neun von zehn Runden verteidigte Waldherr die Führung vor Parsons. Dieser war in den ersten beiden Sektoren schneller als Waldherr, der jedoch in den letzten Sektoren der Strecke die Pace vorgab. Dadurch ließ er Parsons keine Chance. „Dann habe ich einen kleinen Fehler gemacht und das war es dann. Jake hat seine ganze Erfahrung gezeigt und mich auf der letzten Geraden überholt – da hatte ich keine Chance mehr. Sieben Tausendstel Rückstand? Das ist etwas frustrierend“, so Waldherr.

Jake Parsons, der bereits Formel 3 getestet hatte, war gleicher Meinung: „Unglaublich! Wir haben ja auch noch 30 Grad Celsius und ich musste mich sehr konzentrieren und auf den einen Fehler von Michael hoffen. Ich kam etwas besser aus der vorletzten Kurve und konnte ihn auf der Geraden vor Start-Ziel überholen. In der letzten Kurve war Michael schon wieder neben mir und wir überquerten Rad an Rad die Ziellinie. Ich wusste eine Runde lang nicht, wer gewonnen hat. Michael war heute im Gesamten der Schnellste.“

Dritter in diesem Rennen wurde Plu Komarakul vor dem Japaner Asuka Muratomi und Daniel Woodroof. „Gratulation an Jake und Michael! Michael hat in diesem Jahr so viel gelernt, auf das er aufbauen kann. Jetzt geht es im Dezember noch zur Super 6, dann ist etwas Pause“, so Tobias Schwärzler, der auch noch einen Ausblick für 2015 gab: „Wir bereiten uns schon auf nächstes Jahr vor, es wird ab Januar spannende News zum Asia Cup geben. Die Serie ist sehr reizvoll und hat riesiges Potential; hinsichtlich Preis-Leistung, Internationalität und Lern-Faktor gibt es keine bessere Serie.“

Und weiter: „Wir waren ebenso jedes Rennen vor Ort und werden dies auch im nächsten Jahr wieder sein. Die jungen Fahrer sind nicht alleine, wir sind als Bezugsperson immer da. Wir bleiben technischer Ansprechpartner, werden jedoch in der Organisation und Fahrerbetreuung noch mehr involviert und versuchen, die Serie hier in Deutschland noch stärker zu vermarkten“, so Tobias Schwärzler.

„Es können hierzulande nicht viele Nachwuchsfahrer diese Unsummen aufbringen, um in Europa Motorsport zu betreiben – da brauch man eine Alternative und die heißt Asien! Zu viele Talente bleiben aufgrund der enormen Kosten auf der Strecke. Der asiatische Motorsport ist eine unglaublich interessante Plattform – nicht nur für die Fahrer, sondern auch für Firmen und Investoren“, so nochmals Tobias Schwärzler.

Weitere Informationen zum Asia Cup und der Super 6-Veranstaltung im Dezember erteilt Tobias Schwärzler von SMC Schwärzler Motorsport Concepts. Text: Alexandra Hromek

SMC Schwärzler Motorsport Concepts
Herr Tobias Schwärzler
E-Mail: smc@outlook.de
Mobil: +49(0) 1 63 / 9 27 95 41
Web: www.facebook.com/AsiacupSeries
Web: www.facebook.com/smc.schwarzler