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FIA Formel 3 EM
06.05.2013

Marciello und zwei Überraschungen in Hockenheim

Das dritte Saisonmeeting der FIA Formel-3-Europameisterschaft wurde bestimmt durch zwei Siege von Tabellenführer Raffaele Marciello (Prema Powerteam), der seinen Vorsprung in der Fahrerwertung der FIA Formel-3-Europameisterschaft damit ausbaute. Auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg wussten sich aber auch zwei Formel-3-Neulinge überraschend in Szene zu setzen.

Josh Hill, Sohn des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Damon Hill (Fortec Motorsports), und Red-Bull-Junior Daniil Kvyat (Carlin) glänzten mit jeweils einem Podestplatz.

Raffaele Marciello lieferte im Regen des ersten Rennens eine perfekte Performance ab. Der Italiener hatte nach nur einer Runde bereits einen Vorsprung von über fünf Sekunden und baute diesen stetig aus. Im Ziel ließ er sich einen Vorsprung von fast 15 Sekunden gutschreiben – dabei konnte er sich sogar einen Dreher erlauben. „Ich muss zugeben, dass ich bei meinem Dreher in der ersten Kurve viel Glück hatte, denn die Mauer steht an dieser Stelle sehr nah“, atmete der Schützling der Ferrari Driver Academy im Ziel erleichtert auf.

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Im zweiten Rennen legte er einen weiteren Sieg nach und im dritten Durchgang zeigte er sogar, dass er nicht nur von der Spitze aus Top-Resultate erzielen kann. Vom zehnten Startplatz schob er sich in Rennen drei auf trockener Fahrbahn innerhalb von 21 Runden bis auf Rang vier nach vorn. Seinen Vorsprung in der Gesamtwertung baute der 18-Jährige aus Maranello auf 71,5 Zähler aus. Felix Rosenqvist (kfzteile24 Mücke Motorsport) verteidigte seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung mit seinem Sieg im dritten Lauf des Wochenendes.

Dreimal stand ein Pilot des Teams Fortec Motorsports auf der zweiten Stufe des Podiums. Félix Serrallés (Fortec Motorsports) gelang ein Doppelpack, Josh Hill wurde einmal als Zweiter abgewinkt. Dabei blickt Hill auf einen eher untypischen Karrierewerdegang zurück; ihm fehlt die Basis im Kartsport. Doch trotz seines späten Einstiegs in den Motorsport hat der Brite bereits Spuren hinterlassen: Mit Position drei in der Abschlusstabelle der Formel Renault 2.0 NEC und mit nur wenigen Testtagen in einem Formel-3-Auto stieg er in dieser Saison in die FIA Formel-3-Europameisterschaft ein. Nach nur drei Meetings und vor den Augen seines berühmten Vaters Damon durfte er in Hockenheim seinen ersten Podestplatz bejubeln. „So früh in der Saison hätte ich nicht damit gerechnet.“

Der Russe Daniil Kvyat konnte sich am Freitag bereits in Szene setzen, als er gleich bei seinem ersten Formel-3-Auftritt seine erste Pole-Position eroberte. Vom ersten Startplatz beendete der 19 Jahre alte Red-Bull-Junior das dritte Rennen am Sonntag auf Platz drei hinter Felix Rosenqvist und Félix Serrallés. „Es war schon mega, die ganzen schnellen und erfahrenen Piloten im Qualifying hinter mir zu halten“, strahlte Kvyat, der vorher nur einen Testtag mit einem Formel-3-Fahrzeug absolvieren konnte. „Leider war mein Start ins Rennen nicht gut, aber später lief es recht gut. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es wäre toll, wenn ich noch weitere Auftritte in der FIA Formel-3-Europameisterschaft bestreiten könnte.“

Die nächste Station der FIA Formel-3-Europameisterschaft ist Brands Hatch, dort stehen in zwei Wochen die Saisonläufe zehn, elf und zwölf auf dem Programm.