Freitag, 20. September 2019
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
GTC
06.07.2012

Seriensiege der Twins halten auch in Belleben an

Die Seriensiege der Twins halten auch nach dem Rennen in Belleben an, denn mit HONDA SPIRIT #22 gewann ein Team zum zweiten Mal in direkter Folge und bereits zum dritten Mal im dritten Rennen der Saison 2012 ein Twin-Kart. Wer hätte das vor Beginn der Saison gedacht?

Bereits im freien Training am Freitag ließen die Hessen aus Offenbach mit sensationellen Zeiten aufwarten und trieben der versammelten Konkurrenz einmal mehr den (Angst-) Schweiß auf die Stirn. Nun darf man mal grundsätzlich nicht alles glauben, was da so im Fahrerlager und der Boxengasse an Zeiten kolportiert wird, aber von neutraler Seite handgestoppte Turns deuteten schon an, dass insbesondere die beiden Buss-Buben auf der Strecke eindeutig das Sagen haben werden.

Anzeige
Genau in diesem Tenor ging es dann am Samstagvormittag ins gezeitete Training, die 10 besten Teams anschließend für 1 fliegende Runde ins Top-Ten-Qualifying. Wie nicht anders zu erwarten war, deklassierte HONDA SPIRIT die übrigen Teams deutlich, der amtierende Doppelmeister SHARK ENDURANCE RACING #1 aus Halver landete mit beinahe 0,5 Sekunden Rückstand auf Platz 2 und blieb damit der hartnäckigste Verfolger der Offenbacher.

Von Rennbeginn am Samstag um 12.00 Uhr an – im Übrigen bei hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad und drückender Schwüle – dominierte HONDA SPIRIT das Renngeschehen, nach einer halben Stunde mit den Sauerländern im Schlepptau, dann folgten ATW MESSEBAU RACING I #65, SCUDERIA NOVE ROSSO #9 und MSC OBERFLOCKENBACH #33 dicht gedrängt dahinter. Nachdem dann die ersten Pflichtstopps absolviert und alles wieder „in Reih` und Glied“ war, zogen die HONDA-Fahrer dem restlichen Feld auf und davon, betrachtet man sich die ∏-stündigen Ergebnis-Ausdrucke, fällt auf, wie dominant da zu Werke gegangen wurde. Kontinuierlich baute HONDA die Führung aus, schlußendlich hatten sie nach 12 Stunden Renndauer einen so nicht erwarteten Vorsprung von über 4 Runden auf die nächstplatzierten COOL RUNNINGS #75 und die Odenwälder aus Oberflockenbach #33. Die Messebauer aus Sinsheim #65 wurden undankbarer Vierter und das nur weil die Zeitnahmemonitore im Fahrerlager nicht den richtigen Stand wiederspiegelten. So ließ man die Flookies kampflos vorbei in der Annahme die hätten eine Runde Rückstand.  Mit dem Rekordteam der GTC, KF DIE ZEHN GEBOTE #79, und WLEN by AUTOGLAS HN #16 auf den Plätzen 5 und 6 führten somit 6 der 8 in der GTC-Wertung fahrenden Teams die gesamte Equipage ins Ziel. Der Meister aus Halver hatte, wie zuvor schon in Hahn, auch in diesem Rennen mit einem eher ungewöhnlichen Defekt, nämlich einem Haarriß in einem der beiden Tanks, zu kämpfen, bei der allfälligen Reparatur gingen 6 Runden verloren, tja, und die fehlten am Ende, um in der Schlußaddition ganz vorne zu landen. Trotzdem war die Aufholjagd der Sauerländer vom zwischenzeitlichen 20. Gesamtrang noch auf Platz 7 sehenswert, sie waren die einzigen, die über einen längeren Zeitraum hinweg annähernd die Zeiten von HONDA mitgehen konnten. So blieb als einziger Trost der Sieg in der Sprintwertung, den Fahrer Felix Möltgen nach rund 1:30 Stunden Fahrzeit nach der ersten Pace-Kart-Phase souverän herausgefahren hatte. Die schnellste Rennrunde, das soll an dieser Stelle natürlich nicht unterschlagen werden, gelang ziemlich zu Rennanfang Fabian Buss von HONDA SPIRIT, dem es als einzigem Fahrer überhaupt gelang, die 50-Sekunden-Marke zu knacken, wenngleich mit 49,999 Sekunden äußerst knapp, aber immerhin. Respekt, Fabian.

Spannung auch über eine lange Zeit hinweg in der Trophy-Wertung, dort siegte nach insgesamt fehlerfreiem und konstant schnellem Rennen WLEN BY AUTOGLASS HN #16 Auf dem zweiten Platz überraschend das Team COOL RUNNINGS II #175, eine junge Truppe, die noch gar nicht lange Kart fährt, aber in der Pforzheimer Mannschaft um Rainer Schumacher perfekt vorbereitet und gemanagt an den Start geht. Platz 3, und dieser Erfolg sei dem Team von Herzen gegönnt, BPR RACING #3, die in 2011 als Neueinsteiger in die GTC gleich mal das berüchtigte „Seuchenjahr“ absolvierten und nun offensichtlich voll angreifen. Mit HOLZRICHTER RACING TEAM #10 ein bereits „Stockerl“-erfahrenes Team auf Platz 4, mit dem MCS STUTTGART II #28 als 5. der Trophywertung dann ein Neuling bei der Siegerehrung; wie die Truppe selbst angibt, dienen alle bisherigen sowie das kommende Rennen im tschechischen Cheb einzig und allein als Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt, den Bavarian 24 Anfang September in Wackersdorf, wo dann der große Coup gelingen soll.

Die ersten drei Rennstunden sind ja bekanntermaßen auch für die Alterswertungen vorgesehen, wo es diesmal mit HONDA SPIRIT II #58, MBS RACING I #66 und MBS RACING II #96 altbekannte Senioren auf dem Siegertreppchen gab. Die drei Teams trennten nach 3 Stunden jeweils mindestens 1 Runde, also so richtig spannend wars schlußendlich dann doch nicht.

Bei den Junioren kristallisiert sich eine Mannschaft heraus, die sich anschickt, die Nachfolge des nicht mehr in dieser Form existierenden Teams des Seriensiegers vergangener Jahres, MSC Oberflockenbach, anzutreten.3 Rennen, 3 Siege konnten die HAUSEXPERTEN.DE #8 in die GTC-Annalen 2012 gravieren lassen, das Ganze hat schon (fast) Odenwälder Niveau. Zweitplatziertes Team in Belleben war das ADAC TEAM NORDBADEN #2, das knapp die Oberhand über die letztjährigen Neueinsteiger MSC OSNABRÜCK behielt, endlich ein schöner Erfolg für die Osnabrücker, die ähnlich wie BPR RACING #3 in 2011 nicht viel zu lachen hatten, die aber mittlerweile fahrerisch wie technisch deutlich zugelegt haben und somit in Belleben verdientermaßen erstmals einen Pokal in Empfang nehmen durften.

Die Dominanz der Zwei-Motorer ist auch in Belleben fortgesetzt worden. Die im Anschluss angeordnete Motorenkontrolle bei HONDA SPIRIT zeigte: „Alles innerhalb des Reglements“.  Trotzdem müssen die Offenbacher umbauen. Die bisher verwendete, und von der GTC-Organisation abgenommene Abgasanlage darf ab sofort so nicht mehr verwendet werden.

Völliges Neuland erwartet die teilnehmenden Teams bereits in 4 Wochen im tschechischen Cheb in der dortigen Kartarena Ypsilonka beim Super-Race-Weekend mit vier 3-Stunden-Rennen.

Lassen wir uns überraschen, wer seine Hausaufgaben bis dorthin am Besten erledigt, wir freuen uns auf ein Rennwochenende auf einer neuen Strecke.