Freitag, 20. September 2019
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GTC
16.10.2012

GTC Finale in Wittgenborn – Spannung bis zum Schluss

Spannung bis zum Schluss hatte Veranstalter Frank Jelinski für das letzte GTC-Rennen 2012 im hessischen Wittgenborn versprochen, und genau so kam es dann auch.

Jeweils fünf Teams hatten in der GTC und in der ADAC Trophy noch Chancen, sich den jeweiligen Meistertitel zu sichern, wobei diejenigen von HONDA SPIRIT #22 in der GTC- und von COOL RUNNINGS II #175 in der Trophy-Klasse eher rechnerischer als tatsächlicher Natur waren. Mit nur acht bzw. sechs Punkten Rückstand auf die beiden in der GTC-Wertung führenden Teams der ZEHN GEBOTE #79 und MSC Oberflockenbach #33 konnte für den amtierenden Meister der beiden letzten Jahre, SHARK ENDURANCE RACING #1, sowie ATW MESSEBAU RACING I #65 noch alles machbar sein, SHARK hätte zwei Siege in der 12- und der 3-Stunden-Wertung benötigt und die beiden Meisterschaftsführenden hätten nicht zweimal den zweiten Platz belegen dürfen, ATW MESSEBAU hätte bei einem Sieg in der 12-Stunden-Wertung und einem der beiden ersten Plätze in der 3-Stunden-Wertung alles für sich entscheiden können.

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In der Trophy-Klasse besaß WLEN BY AUTOGLAS HEILBRONN # 16 immerhin einen beruhigend erscheinenden 17-Punkte Vorsprung vor SHARK ENDURANCE RACING II #71, konnte also deutlich relaxter ins letzte Rennen gehen als die Führenden der GTC. Doch hier kam alles anders als erwartet.

Bereits im Training und Qualifying deutete sich an, daß die beiden Twins von HONDA SPIRIT #22 und SHARK #1 nicht gewillt waren, den Kampf um die Meisterschafts-Krone von vorne herein aufzugeben, wie in dieser Saison gewohnt, machten die beiden Teams die Pole Position unter sich aus, mit dem besseren Ende für HONDA.

So ging es denn auch am Samstagvormittag 11.30 Uhr wie gewohnt pünktlich und bei strahlendem Sonnenschein in die 12-Stunden-Hatz, die beiden Trainingsschnellsten gleich mit Respektabstand vorne weg. Nach wenigen Rennrunden dann schon die erste Hiobsbotschaft für SHARK #1: eine Speiche am Lenkrad gebrochen, ein Wechsel des Lenkrades schien nicht aufschiebbar.

Dennoch ließen sich die Meister-Kutscher der beiden vergangenen Jahre nicht beirren und drehten tapfer weiter ihre Runden, erst als am Sonntagvormittag auch noch eine weitere Speiche brach, musste die Reparatur ausgeführt werden, die Titelchancen sanken dadurch, auch durch zwei zumindest fragwürdige  Zeitstrafen bedingt, auf eine Minimum. Die fünf stärksten Teams der GTC bestritten in wechselnder Reihenfolge ihre Runden, nach zwei Stunden führte HONDA #1 vor ATW MESSEBAU #65, SHARK #1, ZEHN GEBOTE #79 und den Flockies #33. Letztgenannte konnten aber eigentlich während der gesamten Renndauer nicht so richtig in die Meisterschaftsentscheidung eingreifen, sodass mit zunehmender Rennzeit eigentlich nur noch die ZEHN GEBOTE und ATW MESSEBAU im Kampf um den Titel übrigblieben.

Und die beiden gaben es sich so richtig. Wenn überhaupt eine Vorentscheidung fiel, dann in der Regenphase am Samstagnachmittag ab ca. 14.30 Uhr bis Rennunterbrechung um 18.30 Uhr. In diesem Zeitraum legten die ZEHN GEBOTE den Grundstein für den späteren Sieg und damit verbunden dem Meistertitel 2012, als die Fahrer „im Wasser“ zum Teil zwei bis drei Sekunden schneller unterwegs waren als der Rest der GTC-Gemeinde. Den hier gewonnenen Vorsprung hielt das Hagener Team eisern fest, wenngleich im Verlauf des Sonntag ATW MESSEBAU immer stärker aufkam, dann aber Pech hatte, als der Motor zweimal völlig unvermittelt aus ging und erst wieder gestartet werden musste. Zeitverlust hierfür ca. 35 Sekunden, im Ziel fehlten den Messebauern mit Platz drei ganze zwölf Sekunden zum Sieg, wer weiß, wie es ohne diese Motorabstürze ausgegangen wäre.

Nach diversen kleineren Schwierigkeiten fingen sich die Offenbacher HONDA-Piloten im zweiten Rennabschnitt am Sonntag wieder und heizten den beiden Führenden mächtig ein, was bei der Zieldurchfahrt mit den zweiten Gesamtrang und ca. acht Sekunden Rückstand belohnt wurde. Mit SHARK und den Oberflockenbachern folgten die beiden restlichen ehemaligen Meisterschaftsanwärter auf den Plätzen fünf und sechs, also wie angekündigt ein großer Kampf der fünf Erstplatzierten. Platz vier sicherte sich die #34 MSC O, die außer Konkurrenz antraten und viel Spaß daran hatten, die GTC-Teams mit gewohnt schnellen Zeiten und toller Fahrweise zu „ärgern“.

Die Trophywertung wurde nach ebenfalls spannendem Kampf entschieden, schlussendlich mit dem überlegenen Sieg des HOLZRICHTER-RACING-TEAMS #10, die nach den zwölf Stunden immerhin vier Runden Vorsprung auf die HAUSEXPERTEN.DE #8 hatten. Dritter und damit gleich beim allerersten Einsatz in der GTC mit einem schönen Erfolg H&R HBDL BY ATB #57, ein Team, das bereits seine Teilnahme für 2013 fest in den Terminkalender aufgenommen hat. Herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Einstand, wir freuen uns auf Euch im nächsten Jahr.

Die WLEN-Teams #16 und #26 mussten ihre großen Titelambitionen durch zu viele technische Defekte begraben. So wurde in der ADAC TROPHY mit den HAUSEXPERTEN.DE #8 ein Meister gekürt, der vermutlich mit diesem Titel selbst nicht (mehr) gerechnet hatte. Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg.

Einen ebenfalls starken Eindruck in der Trophy hinterließ KSF BOSCH BAMBERG #20, die nach starken Trainingsleistungen auch im Rennen aufhorchen ließen, schließlich aber aufgrund mehrerer kleinerer Reparaturen nur im Mittelfeld landeten. Es wäre schön, wenn sich die Truppe um Teamchef Lothar Wittek in 2013 zu dauerhaften Teilnahme in der GTC entscheiden würde.

Die Juniorwertung brachte einen langersehnten Erfolg für die KARTBAHN SCHLESWIG #11, die sich von Beginn dieser 3-Stunden-Wertung an der Spitze etabliert hatte und die dennoch bis zum Zielstrich um den Sieg bangen musste, denn das ADAC TEAM NORDBADEN #2 kam zu Wertungsende immer näher an die Führenden heran und drei Minuten vor Ende gelang es den Nordbadenern sogar, die Spitze zu übernehmen, aber nur, um eine Runde später mit leerem Tank auf offener Strecke zu stranden, also damit Sieg für die „Südnorweger“, wie Jeli in der Siegerehrung scherzhaft sagte. Die Trophäe für die Juniorwertung war bereits nach Wackersdorf an die HAUSEXPERTEN.DE #8 gegangen, die die ersten fünf Rennen en suite gewonnen hatten.

Die Seniorwertung wurde zu einer Beute von RS RACING #76 vor den ALLIANZ ROADRUNNER #19 und dem neuen Seniormeister SHARK ENDURANCE II #71. Die Heilbronner hatten bei ihrem Erfolg drei Runden Vorsprung auf die beiden Platzierten, weitere 2 Runden zurück mit HONDA SPIRIT II #58 ein ehemaliger Meister.