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GT Open
23.07.2012

Podium für Manthey – Klassensieg für Autorlando Sport

Mit zwei hoch spannenden Rennen startete die International GT Open in Südfrankreich in die zweite Saisonhälfte. Auch auf dem Circuit Paul Ricard feierten die Porsche-Kundenteams sowohl mit dem 911 GT3 RSR, dem Topmodell des Porsche-Kundensports, als auch mit dem 911 GT3 R Erfolge.

Mit ihrem fünften Rang beim 9. Saisonlauf am Samstag und dem zweiten Platz beim 10. Lauf am Sonntag haben Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) und sein Teamkollege von Manthey-Racing, der Brite Nick Tandy, im 911 GT3 RSR die Tabellenführung in der bestens besetzten Sportwagenserie behauptet – allerdings nun punktgleich mit den Konkurrenten von Aston Martin. Aus dem zweiten Platz von Paul Ricard könnte für Holzer/Tandy aber noch ein Sieg werden, weil die Rennleitung gegen das Siegerteam eine 30-Sekunden-Zeitstrafe verhängt hat. Das Team hat dagegen allerdings Berufung eingelegt. Diese wird laut Veranstalter erst in einigen Wochen verhandelt.

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In der GTS-Klasse freute sich das italienische Kundenteam Autorlando Sport über einen Klassensieg beim Sonntagsrennen. Und auch für die beiden Gentleman-Driver der spanischen Equipe Drivex School, Miguel Angel de Castro (Spanien) und Miguel Amaral (Portugal), bedeuteten die Plätze 15 und 13 im neuen 911 GT3 RSR ein gutes Resultat. Nur das französische Team IMSA Performance Matmut startet nach einem schuldlosen Ausfall am Sonntag enttäuscht in die zweite Saisonhälfte.

„Das war ein gutes Wochenende“, zog Marco Holzer nach dem kämpferischen, 50 Minuten langen Sonntagsrennen äußerst zufrieden Bilanz. „Mit dem fünften Platz gestern haben wir weitere wichtige Punkte im Titelkampf gesammelt. Und das Rennen heute war einfach super. Wir sind nur als Siebte losgefahren und haben eine gute Aufholjagd hingelegt. Platz zwei nach sehr harten Zweikämpfen im Feld – damit können wir absolut zufrieden sein. Es ist schwierig, von den Rundenzeiten her mit den anderen mitzuhalten, aber wir haben das Beste daraus gemacht.“ Bislang ist es noch nicht gelungen, die in der Rennserie verwendeten Einheitsreifen so weiterzuentwickeln, dass sie auch auf dem heckgetriebenen Elfer richtig funktionieren. „Unser Vorteil sind meine beiden Fahrer Marco und Nick“, urteilt Manthey-Racing-Teamchef Olaf Manthey. „Die Jungs machen einen fantastischen Job.“

Im italienischen Team gab es neben Jubel auch Zerknirschung. Nach dem Doppelsieg im 911 GT3 R beim 70 Minuten langen Samstagsrennen legte ein Konkurrent Protest gegen die beiden 911 GT3 R von Autorlando Sport ein. Das Team hatte Änderungen an der Abgasanlage vorgenommen, die nicht reglementkonform waren. Beide Autos wurden daraufhin disqualifiziert. Umso größer war die Freude am Sonntag, als Matteo Beretta und Marcello Puglisi als Erste der GTS-Klasse über die Ziellinie fuhren. Die beiden Italiener debütierten erst eine Woche zuvor in Brands Hatch in der International GT Open – und eroberten dort auf Anhieb Rang drei. Ihre Teamkollegen, der Italiener Marco Mapelli und der Brite Archie Hamilton, wurden in Paul Ricard am Sonntag nur Fünfte der GTS-Klasse. Mapelli war von Startplatz drei ins Rennen gegangen und verteidigte seine Position beherzt gegenüber Rivalen der stärkeren Super-GT-Klasse. Doch dann musste er wegen eines schleichenden Plattfußes einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen. Dazu summierten sich 30 Handikap-Sekunden wegen des Doppelsieges von Mapelli/Hamilton in Brands Hatch. Das Duo liegt aber weiterhin auf dem zweiten Platz in der GTS-Fahrerwertung.

Ausgerechnet beim Heimrennen hatte IMSA Performance Matmut das Pech, schuldlos um die Früchte der Arbeit gebracht zu werden. Während Werksfahrer Patrick Pilet und sein französischer Landsmann Raymond Narac beim Samstagslauf noch Rang sechs erreichten, schieden sie am Sonntag aus. Der 911 GT3 RSR mit Narac am Steuer wurde im Kampfgetümmel hinten links heftig getroffen, ein Aufhängungsschaden und das frühe Aus waren die Folge. „Wir sind echt enttäuscht“, sagte ein geknickter Patrick Pilet. „Das ist jetzt nach Brands Hatch der zweite Ausfall. Wieder keine Punkte am Sonntag! Von dem Pech abgesehen, waren wir wegen der Reifenprobleme aber auch einfach nicht schnell genug.“