Donnerstag, 14. November 2019
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Formel 3 Euroseries
21.10.2012

F3 Euroserie Meister-Portrait: Daniel Juncadella

Daniel Juncadella (Prema Powerteam) hat es geschafft: Er ist der zehnte Champion in der Geschichte der Formel 3 Euro Serie und steht nun in einer Reihe mit den Formel-1-Stars Lewis Hamilton und Nico Hülkenberg oder DTM-Stars wie Edoardo Mortara, Jamie Green und Roberto Merhi. Der 21-jährige Spanier hat zudem die beiden weltweit wichtigsten Einzelevents der Formel 3 in Macau und in Zandvoort für sich entschieden.

Juncadella startete erfolgreich in seine dritte Formel-3-Saison; er gewann im April beim Auftakt auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg zwei Rennen und reiste als Tabellenführer ab. Er ließ sich trotz einiger Rückschläge im Verlauf der Saison nicht von seinem Erfolgsweg abbringen und kassiert nun mit dem Titelgewinn den Lohn seiner Arbeit.

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Für das Prema Powerteam, dem Juncadella seit seinem Einstieg in die Formel 3 Euro Serie im Jahr 2010 treu ist, ist es der dritte Fahrertitel in diesem Championat. Zuvor hatten der Australier Ryan Briscoe (2003) und Juncadellas Landsmann Roberto Merhi (2011) die Sektkorken bei den Italienern knallen lassen. Mit dem dritten Tabellenplatz in der Formel 3 Euro Serie im Jahr 2011 sowie je einem Sieg beim Grand Prix von Macau (2011) und beim Masters of Formula 3 (2012) hatte Juncadella bereits seine Klasse unter Beweis gestellt.

Dass Juncadella aktuell einer der besten Formel-3-Piloten ist, zeigt ein Blick auf die Gesamtwertung. Er gewann 2012 fünf Rennen und stand ebenso oft auf dem Podium. Trotz aller Erfolge zeigt sich der Iberer reflektiert und selbstkritisch: „Man darf nie vergessen: Am Ende sind wir alle Menschen und keine Maschinen. Ich möchte nicht mit Gewalt durch die einzelnen Formeln jagen und nur verbrannte Erde hinterlassen, um möglichst schnell in der Formel 1 anzukommen. Viel wichtiger ist, selbst noch in den Spiegel schauen zu können und mit sich im Reinen zu sein.“ Seinen Triumph beim Masters of Formula 3 in Zandvoort widmete er beispielsweise seiner kurz zuvor bei Formel-1-Testfahrten schwer verunglückten Landsfrau Maria de Villota: „Maria hat mir vor allem zu Beginn meiner Karriere viel geholfen, ich habe ihr viel zu verdanken. Man sollte in schönen Momenten auch an die denken, denen es gerade nicht so gut geht.“

Auch abseits der Rennstrecke hat Juncadella seine Qualitäten bereits unter Beweis gestellt. Im Bewusstsein, dass eine Karriere als professioneller Rennfahrer irgendwann endet, hat er sich nach dem Abitur für ein BWL-Studium eingeschrieben. „Es ist wichtig, auch etwas für den Kopf zu tun und für ein Leben nach dem Motorsport vorbereitet zu sein.“ Seit mehr als einem Jahr lernt er Deutsch - nach Englisch, Italienisch und Französisch seine vierte Fremdsprache. Etwa drei bis vier Stunden pro Woche paukt er aus freien Stücken mit einem privaten Deutschlehrer. Wenn dann noch Zeit bleibt, spielt der begeisterte Sportler Golf oder Padel - eine in Spanien sehr beliebte, vom Tennis abgeleitete Rückschlagsportart. „Vor allem Golf fördert die Konzentrationsfähigkeit und macht ebenso wie Padel viel Spaß“, erklärt der 21-Jährige.

Seine Zukunft im Motorsport hält sich der Formel-3-Routinier noch offen: „Ich wollte mich erst einmal voll auf den Titelkampf konzentrieren. Nun steht noch der Grand Prix von Macau auf dem Programm, den ich gerne ein zweites Mal gewinnen möchte. In der kommenden Saison wäre für mich sowohl ein Aufstieg in die GP2-Serie als auch ein Umstieg in die DTM denkbar.“