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Automobilsport
26.04.2012

Peter Mücke: „Wir können auch 2012 eine gute Rolle spielen“

Für das Team Mücke Motorsport aus Berlin steht am kommenden Wochenende (27. bis 29. April) der zweite Start in die Saison bevor. Nachdem der Auftakt im ADAC Formel Masters Ende März/Anfang April mit zwei zweiten Plätzen bereits viel versprechend verlief, ist der Rennstall aus der deutschen Hauptstadt mit großen Hoffnungen nach Hockenheim gereist, wo traditionell die ersten Rennen in der DTM (Deutsche Tourenwagen Masters) und in der Formel-3-Euroserie, zugleich Start der neuen Europameisterschaft, auf dem Programm stehen.

Mücke Motorsport ist als Mercedes-Team das achte Jahr in der DTM vertreten und geht mit dem früheren schottischen Formel-1-Piloten David Coulthard – der 41-Jährige nimmt sein drittes Jahr in der DTM beim Berliner Team in Angriff – sowie dem 23-jährigen Kanadier Robert Wickens (beide AMG Mercedes C-Coupé) an den Start. In der Formel-3-Euroserie und -Europameisterschaft schickt Mücke Motorsport Felix Rosenqvist (20/Schweden) und Pascal Wehrlein (17/Worndorf/beide Dallara Mercedes) ins Rennen.

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Teamchef Peter Mücke (65) äußert sich im folgenden Interview über Hoffnungen, Ziele und Chancen seiner Mannschaft im Motorsport-Jahr 2012.

Herr Mücke, mit Felix Rosenqvist, 2011 Masters-Sieger in Zandvoort, und Pascal Wehrlein, 2011 Champion im ADAC Formel Masters, gehen für sie zwei Fahrer an den Start, die sie bereits das zweite beziehungsweise dritte Jahr unter Ihren Fittichen haben. Wie schätzen Sie die Chancen Ihrer Fahrer in der Formel-3-Euroserie 2012 ein?
Peter Mücke: Wir arbeiten mit beiden ja schon seit geraumer Zeit erfolgreich zusammen. Das wollen wir nun fortsetzen. Und die prima Zeiten in den offiziellen Testfahrten von beiden haben gezeigt, dass wir auch in diesem Jahr eine gute Rolle in der stärksten Nachwuchsserie der Welt spielen können. Testfahrten sind die eine Sache, aber das was zählt, ist das Abschneiden in den Rennen.

Wo sehen Sie da Ihre Schützlinge?
Peter Mücke: Mit Felix wollen wir um die Meisterschaft kämpfen. Pascal wird erst Erfahrungen sammeln müssen, doch er ist sicher auch ein Kandidat für vordere Plätze, sollte im Laufe der Saison auch das eine oder andere Mal aufs Podium kommen. Jetzt steht für beide in Hockenheim erst einmal ein guter Start in die Saison im Vordergrund. Alles andere wird sich dann zeigen.

Apropos Podestplätze. Diese gab es ja bereits vor knapp vier Wochen beim Auftakt des ADAC Formel Masters in Oschersleben durch Ihre Fahrer Jason Kremer (Bonn) und Luca Caspari (Meerbusch/beide Zweite). Wächst da schon die nächste Generation von künftigen Formel-3-Piloten heran?
Peter Mücke: Wir sind insgesamt mit fünf Fahrern im ADAC Formel Masters vertreten, das eine prima Einsteigerserie in den Formel-Rennsport ist. Neben Jason und Luca haben wir den Israeli Roy Nissany, den Dresdner Florian Herzog und den Berliner Hendrik Grapp am Start. Alles Talente, die sich für höhere Aufgaben im Motorsport empfehlen wollen und auch das Potenzial dazu haben. Der nächste logische Schritt auf der Karriereleiter, den ja auch Pascal Wehrlein ging, ist die Formel-3-Euroserie.

Warum?
Peter Mücke: Die Formel-3-Euroserie ist professionell organisiert und geht mit der DTM in einem hoch professionellen Umfeld und vor einer riesigen Zuschauerkulisse an den Start. Klar, dass da auch viele Entscheider im Motorsport auf den Nachwuchs schauen. Die Formel-3-Euroserie ist ein gutes Sprungbrett für höhere Aufgaben im Motorsport – zum Beispiel für die DTM oder die Formel 1.

Ihr Team ist ja als sehr gute Nachwuchsschmiede in dieser Hinsicht bekannt. Sind es doch inzwischen mit dem zweimaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim), Sergio Perez (Mexiko), Robert Kubica (Polen), Sébastien Buemi (Schweiz), Christian Klien (Österreich) und Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) sechs Fahrer, die bei Mücke Motorsport ihr Rüstzeug bekamen und den Sprung in die Königsklasse schafften.
Peter Mücke: Das ist richtig und unser gesamtes Team ist auch sehr stolz darauf. Und wir halten weiterhin Kontakt zueinander. Hinzu kommen mit Roberto Merhi und Christian Vietoris sowie Bruno Spengler drei aktuelle DTM-Piloten, die in Nachwuchsserien für unser Team am Start waren.

Und Sie haben neben den Talenten im ADAC Formel Masters bereits weitere Fahrer unter Ihre Fittiche genommen, die sie auf einen Formel-Rennsport-Einsatz im nächsten Jahr vorbereiten.
Peter Mücke: Ja, das stimmt. Wir arbeiten in dieser Saison mit mehreren Fahrern in einem umfangreichen und intensiven Testprogramm. Dort lernen die Nachwuchsfahrer, sich an das Formel-Auto zu gewöhnen und es zu verstehen, Aussagen über das Fahrverhalten zu treffen und selbst Veränderungen zum Beispiel am Setup vorzuschlagen. Sicher werden wir einige von unseren jetzigen Testpiloten bereits 2013 auf den Rennstrecken im Wettbewerb sehen.

Noch ein Wort zur DTM. Welche Ziele stellt sich ihr Team mit den beiden Fahrern?
Peter Mücke: Wir alle müssen weiter Erfahrungen sammeln – nicht nur wegen der neuen Autos, sondern auch weil neben Mercedes und Audi nun mit Rückkehrer BMW ein dritter Hersteller in der DTM unterwegs ist. Das wird sicher eine ganz spannende Saison, in der es unser Hauptziel sein wird, Punkte in den Rennen einzufahren.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der Saison 2012 für Ihr ganzes Team.
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