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VW Scirocco Cup
01.07.2011

Le-Mans-Legenden starten im "deutschen Monaco"

Das wichtigste Sportwagen-Rennen der Welt ist am kommenden DTM-Wochenende (01.– 03. Juli) auf dem Norisring das zentrale Thema der Legenden-Wertung des Volkswagen Scirocco R-Cup. Mit Frank Biela (D), Jan Lammers (NL) und John Nielsen (DK) starten gleich drei Sieger der 24 Stunden von Le Mans in den bis 275 PS starken und mit Bioerdgas angetriebenen Cup-Scirocco.

Ebenfalls als Legende am Start auf dem „deutsches Monaco“ genannten Stadtkurs ist der belgische Allround-Pilot und mehrfache Le-Mans-Teilnehmer Marc Duez.

Wenn die Le-Mans-Legenden am Norisring im Cup-Scirocco ein 24-Stunden-Rennen absolvieren würden, würden sie rund 1.440 Runden und 3.312 Kilometer zurücklegen. Zum Vergleich: In Le Mans schaffte der siegreiche Audi R18 in diesem Jahr 4.838 Kilometer in 355 Umläufen.

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Frank Biela ist mit fünf Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans (2000 bis 2002, 2006, 2007) der dritterfolgreichste Pilot in der Historie des Langstrecken-Klassikers. Biela galt lange Zeit als Tourenwagen-Spezialist, was er mit dem DTM-Titel 1991 unterstrich. 1999 wechselte der Neusser in den Prototypen-Sport und fühlte sich auch dort auf Anhieb wohl. Neben den Le-Mans-Siegen holte Biela 2003 und 2005 den Titel in der American Le Mans Series (ALMS). Der Cup-Scirocco ist für den 46-Jährigen ein alter Bekannter: 2010 startete er in Hockenheim (7. Platz) und Oschersleben (9.) im Volkswagen Scirocco R-Cup als Gaststarter.

Auch Jan Lammers trat bereits im vergangenen Jahr auf dem Lausitzring im Scirocco R-Cup an, der dank Bioerdgas 80 Prozent weniger CO2 emittiert. Seine größten Erfolge feierte der Niederländer im Sportwagen: 1988 siegte er bei den 24 Stunden von Le Mans. Aber auch beim amerikanischen 24-Stunden-Klassiker in Daytona stand der heute 55-Jährige bereits ganz oben auf dem Podest. Und auch Formel-1-Erfahrung bringt er mit zum Norisring: von 1979 bis
1992 startete Lammers bei 23 Formel-1-Grands-Prix, war unter anderem Teamkollege von Elio de Angelis und Marc Surer.

Für John Nielsen ist der bis zu 275 PS starke Cup-Scirocco zwar Neuland, dafür hat der  Däne eine besondere Beziehung zu Volkswagen. 1982 holte er als erster Pilot überhaupt mit Triebwerken von Volkswagen den Meistertitel in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft. Zwei Jahre später fuhr er den ersten von bisher sieben Volkswagen Siegen beim Formel-3-Grand-Prix in Macau ein – und war damit Nachfolger von Vorjahressieger Ayrton Senna. Seinen größten Triumph feierte Nielsen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wo er insgesamt 18 Mal an den Start ging und 1990 zusammen mit Martin Brundle und Price Cobb den Gesamtsieg holte.

Marc Duez machte sich als Rennleiter des Race of Champions

(RoC) 2010 in Düsseldorf bereits mit dem Cup-Scirocco vertraut, der beim RoC unter anderem von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel pilotiert wurde. In seiner aktiven Karriere gewann der Belgier im Rallyesport 1982, 1989 und 1990 die belgische Meisterschaft. Er startete zudem bei unzähligen Sport- und Tourenwagenrennen und holte vier Siege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring sowie drei Siege bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps. In Le Mans trat der 53 Jahre alte Routinier zwölf Mal an.