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Seat Leon SC
03.07.2011

Elia Erhart gewinnt zweites Saisonrennen

Traumwochenende für Elia Erhart. Nach Platz drei am Samstag, seinem ersten Podestbesuch auf dem Norisring überhaupt, gewann der Franke aus der Nähe Nürnbergs am Sonntag den neunten Wertungslauf zum SEAT Leon Supercopa 2011. Erhart und der Ungar Gabor Weber, der Dritter wurde, hatten sich bei abtrocknender Strecke kurz vor dem Start für Slickreifen entschieden und damit aufs richtige Pferd gesetzt.

Dagegen verlor Petr Fulin, der nach P 6 am Samstag von der Pole Position ins Rennen gegangen war, auf Regenreifen in der vorletzten von 29 Runden auf dem 2,3 Kilometer langen Norisring die Führung an Erhart, wurde aber noch Zweiter. Am Samstag triumphierten die Teamkollegen Thomas Marschall und Maximilian Sandritter mit Platz eins und zwei.

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Wieder einmal spielte das Wetter vor und während eines SEAT Leon Supercopa-Rennens eine Hauptrolle. Während der 5. DTM-Lauf wegen starken Regens sogar vorzeitig abgebrochen werden musste, standen die Fahrer am Sonntagnachmittag vor dem neunten Wertungslauf dieser Saison vor der Frage Slicks oder Regenreifen. Diejenigen, die sich für die profillosen Pneus entschieden, lagen am Ende richtig. Zunächst aber dominierte der regenbereifte Tscheche Petr Fulin das Geschehen.

Mit unwiderstehlichem Speed hielt der 34-Jährige vom Team GAG Racing die Konkurrenz auf Distanz. Selbst Shane Williams und Maximilian Sandritter, ebenfalls auf Regenreifen unterwegs, konnten da nicht mithalten. Aber Runde für Runde wurden die Bedingungen für die Reifen mit Profil bei zunehmend abtrocknender Strecke immer schwieriger. Ab der 15. Runde blies Erhart zur Attacke. Von Platz sieben arbeitete sich der 23-Jährige Runde für Runde nach vorne, während die Kontrahenten auf Regenreifen mit stumpfen Waffen kämpften. In der 16. Runde fand sich Erhart bereits auf Platz drei wieder. In Runde 18 strich Shane Williams, auf Platz zwei liegend, die Segel. Als harter Brocken sollte sich schließlich Fulin erweisen.

Jede nasse Stelle zwecks Kühlung suchend, wehrte sich der Tscheche nach Kräften, musste aber schließlich in der 28. von 29 Runden Platz eins räumen. Wie Erhart hatte auch der Ungar Gabor Weber auf Slickbereifung gesetzt und von Platz elf in der zweiten Rennhälfte einen Konkurrenten nach dem anderen hinter sich gelassen. Für Andreas Pfister, ebenfalls aus der Fraktion der Slickbereiften, reichte es noch für Platz vier. Hinter dem Zweiplatzierten Fulin wurde Shane Williams als Sechster zweibester Fahrer auf den Regenpneus. Vortagessieger Thomas Marschall fiel sogar auf Rang neun zurück.

Dabei hatte der dreifache Champion der Jahre 2005, 2007 und 2009 einen Tag zuvor noch einen blitzsauberen Start-Ziel-Sieg gefeiert. Im Qualifying, das drei Stunden vor dem Rennen über die Bühne gegangen war, hatte der 47-Jährige seine Ambitionen auf den vierten Gesamtsieg mit der Pole Position untermauert. Mit einem perfekten Start legte Marschall anschließend den Grundstein für den zweiten Laufsieg in dieser Saison. Teamkollege Maximilian Sandritter konnte „Mister Markenpokal“ zwar während der 29 Rennrunden folgen, aber seinen Teamkollegen zu keiner Phase des Rennens ernsthaft unter Druck setzen. Hinter Marschall und Sandritter erlebte auch Lokalmatador Elia Erhart einen halbwegs stressfreien Nachmittag.

Weder Gabor Weber noch Michael Slomian konnten den ersten Podestplatz des Röttenbachers auf seiner Heimstrecke verhindern. Während Nürburging-Nordschleifensieger Slomian als Vierter wichtige Punkte für die Gesamtwertung sammelte, riskierte der Ungar Weber in der letzten Runde zu viel. Auf Platz sechs liegend, musste der 39- Jährige beim Versuch, den grippegeschwächten Südafrikaner Shane Williams von Platz fünf zu verdrängen, Ausgang des Schöller-S in die Mauer. Mit abgerissenem rechtem Vorderrad rettete sich der Ungar als Zehnter über die Ziellinie.

Nach neun von 15 Wertungsläufen heißt der Führende in der Gesamtwertung Elia Erhart. Der Franke sammelte bislang 127 Punkte. Erster Verfolger von Erhart mit nunmehr 105 Zählern ist der Südafrikaner Shane Williams. Michael Slomian verbesserte sich mit 103 Punkten vor Gabor Weber (100) auf den dritten Gesamtplatz. Der zehnte und elfte Wertungslauf finden am 6. und 7. August auf dem Nürburgring statt.

Stimmen nach dem ersten Rennen:

Thomas Marschall (Sieger):
„Der Start war perfekt und die Voraussetzung dafür, dass ich mich sofort absetzen konnte. Was anschließend wie ein kontrolliertes Rennen aussah, war allerdings harte Arbeit. Max hinter mir hat ständig Druck gemacht. Ausruhen konnte ich mich zu keiner Phase des Rennens. Für uns war das natürlich nach den letzten Enttäuschungen ein perfektes Teamergebnis.“

Maximilian Sandritter (Zweiter): „Das war ein tadelloses Rennen von mir und Thomas. Endlich stand uns nach den letzten verkorksten Rennen auch das Glück zur Seite. Zwar bin ich die schnellste Runde gefahren, aber für eine Attacke auf Thomas hat es nicht gereicht. Thomas ist fehlerfrei gefahren.“

Elia Erhart (Dritter): „Ich bin überglücklich, hier in Nürnberg endlich einmal aufs Podest gefahren zu sein. Der Bann ist damit für den Norisring hoffentlich gebrochen. Schade, dass es nicht noch zu mehr gereicht hat, aber Max und Thomas waren heute einfach zu schnell. Für die Gesamtwertung aber kann der dritte Platz noch viel wert sein.“

Stimmen nach dem zweiten Rennen:

Elia Erhart (Sieger):
„Für mich war das ein Traumrennen und ein Traumwochenende. Dabei habe ich die endgültige Entscheidung, Regenreifen oder Slicks nach schlechten Erfahrungen im vergangenen Jahr meinem Team überlassen. Danke dafür. Ab der Hälfte des Rennens ging das Auto immer besser, obwohl ich zu Rennbeginn einige Treffer einstecken musste. Fulin war trotzdem schwer zu knacken. Jetzt werde ich diesen Erfolg erst einmal sacken lassen und dann auf dem Nürburgring wieder angreifen.“

Petr Fulin (Zweiter): „Nach dem Pech in den letzten Rennen habe ich mich über diesen zweiten Platz sehr gefreut. Zu Beginn des Rennens haben die Regenreifen hervorragend funktioniert. Dann aber wurde sie von Runde zu Runde heißer. So konnte ich mich gegen den Angriff von Elia Erhart nicht richtig wehren. Dennoch war es keine grundsätzlich falsche Entscheidung, auf Regenreifen zu starten.“

Gabor Weber (Dritter): „Vom vorletzten Startplatz war es für mich keine Frage, welche Reifen ich fahren sollte. Am Anfang war es sehr schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten. Dann aber funktionierten die Reifen immer besser. Nach meinem Fehler vom Samstag war das mein Dank an meine Mechaniker, die das Auto repariert und hervorragend für das zweite Rennen vorbereitet haben.“