Samstag, 4. Juli 2020
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
STT
26.07.2011

Schrey und Gerhard siegen in den Ardennen

Daniel Schrey (Chrysler Viper GTS-R) und Christopher Gerhard (Porsche 997 GT3 Cup) holten sich in Spa-Francorchamps die Gesamtsiege. Der Viper-Pilot setzte sich im ersten STT Rennen nach packendem Duell mit René Snel (Porsche 996 GT2) durch.

Gesamtdritter wurde Sven Fisch im V8 STAR. Am Sonntagmorgen siegte ein bärenstark aufgelegter Christopher Gerhard. Bei strömendem Regen holte sich der STT Meister von 2009 den ersten Saisonsieg vor Reiner Lutz (Porsche Cayman) und René Snel.

Der vierte Lauf der Spezial Tourenwagen Trophy hatte es in sich. Bereits im Training hatte Doppel-Polesitter Pertti Kuismanen seine Chrysler Viper GTS-R unverschuldet zerlegt.  Der Finne musste aufladen, so dass die erste Startposition leer blieb. Daniel Schrey sprang in die Bresche. Für Schrey war es der erste Gesamtsieg nach einer knapp zweijährigen Durststrecke. Zudem fuhr der Sieger der diesjährigen ADAC 24h Classics die schnellste Runde des STT Wochenendes. Damit konnte Schrey die Polezeit von Kuismanen noch einmal um 1,4 Sekunden unterbieten. Es war der Lohn für einen starken Auftritt. Zunächst hatte sich René Snel Platz eins geschnappt; dicht dahinter folgte die Viper. Immer näher pirschte sich die Giftschlange heran und übernahm in Runde sechs die Spitze.

Anzeige
Noch einmal konterte Snel, doch am Ende behielt der amerikanische GT-Renner die Oberhand. Mit knapp über elf Sekunden Vorsprung donnerte Schrey über den Zielstrich. Die Revanche kam im zweiten Durchgang. Ohne Trainingszeit musste der Holländer diesmal von ganz hinten starten. Bei schwierigen Bedingungen bot der Porschepilot eine fulminante Leistung. Runde um Runde schwamm der weiße GT2 nach vorne. Im letzten Umlauf schnappte sich Snel die Viper von Daniel Schrey. Damit holte der Porschepilot einen starken dritten Platz im Gesamtklassement. „Es hätte ruhig noch ein paar Runden länger gehen können“, so Snel.

So blieb Christopher Gerhard außer Reichweite. Gleich beim Start hatte Gerhard den Grundstock für seinen Sieg gelegt. Erstmals im neuen 997er Cup Porsche unterwegs war der letztjährige Vizemeister nicht zu stoppen. Gleich in Runde eins hatte Christopher Gerhard einen Vorsprung von fast vier Sekunden auf den DTM Audi A4 von Edy Kamm herausgefahren. Der auf Rang drei liegende Reiner Lutze hatte gar über elf Sekunden eingebüßt. Nach dem Rennen bestätigte Christopher Gerhard: “Ich bin heute natürlich richtig happy. Es war gut, dass ich gleich einen Superstart hatte. Nach der ersten Kurve konnte ich schon die erste Position einnehmen.“

Erst ab der dritten Runde war die Konkurrenz in der Lage das Tempo mitzugehen. Am Ende kamen Reiner Lutz und vor allem René Snel zwar noch einmal näher heran, doch der Sieg war dem 911er Piloten nicht mehr zu entreißen. Mit knapp über acht Sekunden Vorsprung auf Reiner Lutz krönte Christopher Gerhard eine starke Leistung. Bereits in den Qualidurchgängen war klar, dass der 911er ein heißer Favorit auf die vorderen Plätze sein würde. Im ersten Rennen bestätigte sich der Eindruck. Sven Fisch musste alles geben, um an dem 450 PS starken Cup Porsche vorbeizukommen. Nach den verkorksten Trainingsläufen lief es für den Stuttgarter im Rennen endlich wieder rund. An die Spitze reichte es zwar nicht ganz, dennoch war für Sven Fisch der dritte Gesamtrang ein tolles Ergebnis.

Am Sonntag lief es weniger gut, was in erster Linie an den alten Regenreifen lag. „Ich habe zehn Jahre alte Regenreifen aufgezogen. Nachdem es aber immer heftiger regnete, war mir klar, dass es nicht funktionieren kann“, erklärte der Stuttgarter. Somit war am Ende nicht mehr als Gesamtrang sieben möglich.

Voll und ganz zufrieden war dagegen Reiner Lutz. Nach starkem Quali und den Starplätzen sechs und acht, landete der Cayman-Pilot im ersten Rennen auf der siebten Gesamtposition. „Wenn es morgen regnet, bin ich ganz vorne“, kündigte Lutz noch am Samstagabend an. Er sollte Recht behalten. Scheinbar mühelos trotzte der an die 575 PS starke Porsche den widrigen Wetterverhältnissen. Reiner Lutz war nicht anzumerken, dass es erst seine zweite Motorsportsaison ist. Mit 2.51,187 drehte er zudem die zweitschnellste Rennrunde. „Im ersten Rennen bin ich noch mit Regenabstimmung gefahren. Daher bekam ich keine richtige Stabilität. Am Sonntag habe ich die Einstellung beibehalten, nur eben nun mit den richtigen Reifen. Das Auto ging wirklich super. Da hat RS Tuning einen tollen Job gemacht“, so ein glücklicher Reiner Lutz.

Zufrieden war auch Rolf Rummel, der nach einer bislang glücklosen Saison endlich zweimal die Zielflagge sah. „Wir sind auf einem guten Weg“, äußerte sich der mehrfache STT Champ. Mit Rang fünf im ersten und dem sechsten Platz im zweiten Heat war der Routinier gleich bei der Musik. Beim verregneten zweiten Rennen am Sonntagmorgen behauptete Rummel zunächst seine dritte Startposition. Trotz einer Berührung beim Überrunden reichte es nach Platz fünf in Rennen eins zu Gesamtplatz sechs. Edy Kamm, der ab der vierten Runde mit Problemen zu kämpfen hatte, war nicht zu knacken. Der Schweizer hätte beim ersten Rennen sicherlich ebenfalls eine gute Rolle gespielt. Doch schon in Runde eins drehte sich der Schweizer Ausgangs Rivage ohne Fremdeinwirkung ins Aus. Dabei wurde die Radaufhängung beschädigt, so dass das Rennen gelaufen war.

Deutlich besser lief dagegen das erste Rennen für Ralf Karst (Porsche 997 GT2). Schon im Qualifying war der Porsche-Pilot pfeilschnell unterwegs. Mit Startplatz sieben ließ er unter anderem Sven Fisch und Rolf Rummel hinter sich. Zwar musste sich Karst im Rennen dem Druck der beiden beugen. Nach elf Runden war aber der sechste Rang in einem richtig starken STT Starterfeld sicher. „Mit Platz sechs im Rennen sind wir natürlich super zufrieden. Im Trockenen geht unser Auto in Spa super“, so Karst. Ein Top 10 Ergebnis verbuchte ebenfalls Michael Irmgartz. Im ersten Rennen landete der dreifache STT-Champion auf Platz acht. In der Klasse bis 4000 ccm bedeutete dies der  dritte Rang.

Teamkollege Dr. Thomas König schaffte im verregneten zweiten Rennen Gesamtplatz 15 und Rang vier in der Klasse. Den dritten Klassenplatz schnappte sich diesmal Gaststarter Dirk Adamski im Ferrari 458 Challenge, der erstmals in der STT am Start war. Wie schon am Samstag fuhr der Ferrari als Gesamtzehnter über den Zielstrich.  Im ersten Durchgang hatte sich davor als Neunter noch Joachim Duscher im Audi 80 Turbo platzierte. Damit holte der Audipilot nach fünf sieglosen Rennen in Folge erstmals wieder den Klassensieg.

„Heute hat es mal wieder Spaß gemacht. Das Rennen war wirklich spannend und es gab einen tollen Zweikampf mit dem Ferrari“, so Duscher. Sonntags hatte Joachim Duscher aber deutlich verwachst und auf ein Ende des Regens spekuliert. Der Wechsel von Slicks auf Regenreifen kostete eine Runde und so war an einen erneuten Klassensieg nicht mehr zu denken. Den sicherte sich zum dritten Mal in dieser Saison Gerhard Füller im BMW M3 E30 vor Dr. Heinrich Spies (Seat Leon). Im ersten Durchgang war dieser noch am Klassenpodest vorbeigeschrammt. Markenkollege Andreas Schmidt hatte mit 0,987 Sekunden Vorsprung die Zielflagge als Klassendritter gesehen.

„Das war mein erstes Regenrennen und auch mein erstes Rennen in Spa. Ich freue mich natürlich über den zweiten Platz in so einer gut besetzen Klasse“, so Dr. Heinrich Spies. Dr. Ingolf Piechota, der diesmal im VW Scirocco unterwegs war, stieg in Rennen zwei als Dritter vor Gaststarter Tommy Andersen (BMW 325i E36) aus Schweden aufs Klassentreppchen.

Die 2-Liter Klasse hatte einen ersten Ausfall bereits im Zeittraining hinzunehmen. Der Trainingsschnellste aus dem ersten Quali, Jörg Bernhard, musste bereits am Freitag aufladen. Den Sieg im ersten Rennen sicherte sich Joachim Bunkus (Triumph Dolomite) vor Marc Roth (Audi A4) und Jochen Thissen (Opel Astra F). „Mit dem ersten Rennen bin ich voll zufrieden. Im Quali stimmten die Zeiten einfach nicht. Für das Rennen habe ich dann neue Reifen aufgezogen, wodurch ich wesentlich schneller war“, erklärte Bunkus. Im zweiten Rennen drehte Marc Roth den Spieß um und siegte vor Joachim Bunkus und Jochen Thissen. Zunächst lag Bunkus in Front, doch Roth ging in Runde vier vorbei.

„Mein Motor hatte einen Haarriss und wir mussten vor Spa viel am Auto arbeiten. Dementsprechend müde bin ich dort angekommen. So bin ich natürlich froh, dass das Auto ohne einen Test gehalten und funktioniert hat. Im zweiten Rennen war es natürlich toll, die Klasse zu gewinnen“, zog Marc Roth eine positive Bilanz des Wochenendes. In Zolder wird der Audi A4 wieder in der STT am Start sein. Die luftgekühlte Porscheklasse konnte Alexandra Irmgartz im Porsche 964 RS gleich zweimal für sich entscheiden.

Nach einer kurzen Pause geht es für die STT Piloten vom 19.-21. August in Assen weiter.