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Le Mans Series
05.07.2011

Audi R18 TDI in Imola auf Platz drei

Das Audi Sport Team Joest beendete das erste Gastspiel des Intercontinental Le Mans Cup (ILMC) im italienischen Imola auf den Plätzen drei und vier. Nur vier Wochen nach dem Audi-Sieg in Le Mans fuhren Marcel Fässler und Timo Bernhard beim Sechs-Stunden-Rennen nahe Bologna mit dem Audi R18 TDI #1 auf Rang drei. Ihre Teamkollegen Allan McNish und Tom Kristensen beendeten im Diesel-Sportwagen mit der Startnummer "2" den vierten ILMC-Lauf auf Rang vier.

Le-Mans-Sieger Marcel Fässler, der am Samstag mit einem zweiten Rang im Qualifying einen Platz in der ersten Startreihe erobert hatte, verteidigte zu Beginn des Rennens seine Position. Allan McNish, der Startfahrer im R18 TDI #2, war zu Beginn Vierter. Beide Fahrzeuge verloren im dichten Verkehr mit 48 Teilnehmern kontinuierlich Zeit durch viele Überrundungsvorgänge. Ab den ersten Boxenstopps nach 47 Minuten lagen die beiden Audi R18 TDI auf den Rängen drei und vier.

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Auf der Traditionsrennstrecke in Imola war Audi erstmals mit der für die verbleibenden ILMC-Rennen überarbeiteten Aerodynamik angetreten. Die neueste Spezifikation des mehr als 540 PS starken Prototyps weist im Vergleich zur Le-Mans-Konfiguration einen höheren Abtrieb auf. Doch die Mannschaft des Audi Team Joest konnte in Italien den Vorteil der High-Downforce-Variante nicht wie erhofft ausspielen: Durch Gummi-Abrieb auf der Strecke verschmutzten die Bremsen vorn und überhitzten. Dadurch musste die Balance stärker auf die hinteren Bremsen gestellt werden. Als Folge verschlechterte sich die Balance des gesamten Autos und beide Fahrzeuge waren schwieriger zu fahren. Das Entfernen der Verschmutzung aus der Bremsbelüftung kostete zudem pro Boxenstopp wertvolle Sekunden.

Beide Fahrerpaarungen erlebten in Imola ein Rennen ohne Fahrfehler und technische Defekte. Eine Stunde vor Rennende waren die beiden Audi R18 TDI nur durch Zehntelsekunden getrennt und zeigten ein spannendes Team-internes Duell.

Nach sechs Rennstunden und 219 absolvierten Rennrunden überquerten Marcel Fässler und Timo Bernhard bei ihrem ersten gemeinsamen Einsatz im Audi R18 TDI als Dritte mit einer Runde Rückstand auf die Gesamtsieger Sébastien Bourdais/Anthony Davidson die Ziellinie. Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen, der erstmals in Imola startete, musste sich zusammen mit dem Schotten Allan McNish im Kampf um Rang drei um nur 2,634 Sekunden geschlagen geben.

Dr. Wolfgang Ullrich (Audi-Motorsportchef): "Wir sind mit dem Ergebnis in Imola nicht zufrieden. Wir hatten eine schwankende Performance. Zu Beginn des Rennens waren wir dabei, haben aber zur Mitte Boden verloren, den wir am Ende nicht mehr aufholen konnten. Es war das erste Mal, dass wir mit dieser Fahrzeug-Konfiguration bei so hohen Temperaturen unterwegs waren. Wir wollen jetzt die Erkenntnisse aus Imola nutzen, um in Silverstone um den Sieg zu kämpfen."

Timo Bernhard (Audi R18 TDI #1): "Ein interessantes Rennen für uns. Es war wichtig, im Verkehr keine Probleme zu haben und nirgendwo hängenzubleiben. Wir haben während des gesamten Rennens Druck gemacht. Anfangs sahen Marcel und ich stark aus, besonders Marcel zu Beginn. Aber während des Rennens wurde die Außentemperatur immer höher. Zu allem Überfluss hat sich viel Dreck und Gummiabrieb in die Bremsbelüftung gesetzt, dadurch stieg die Bremstemperatur an und wir mussten die Belüftung bei jedem Boxenstopp reinigen. Wir mussten mit der Bremsbalance sehr weit nach hinten gehen - das hat das ganze Auto verändert. Das ist schade, aber wir schlagen zurück. Platz drei war alles, was wir heute herausholen konnten."

Marcel Fässler (Audi R18 TDI #1): "Es war ein schwieriges Rennen für uns. Besonders der Verkehr war wirklich schwierig. Jeder hat sein Maximum gegeben. Am Ende wurde es spannend. Denn Timo hatte an unserem Audi einen schleichenden Plattfuß in der Schlussphase und musste das linke Hinterrad wechseln lassen. Das war ein schwieriger Moment für den Kampf um Rang drei. Dass es am Ende dann noch zu einem Podiumsplatz gereicht hat, war toll."

Tom Kristensen (Audi R18 TDI #2): "Keiner von uns kann heute glücklich sein. Es war mein erster Besuch hier. Ich mag Imola, aber ich fand das Rennen nicht gut. Wir haben keine gute Leistung gezeigt. Wir hatten Probleme, da die Bremsen verschmutzten. Die Bremstemperatur stieg an - das machte das Auto schwer fahrbar. Der Kampf mit Timo am Ende machte viel Spaß. Aber man musste aufpassen, es herrschte viel Verkehr. Das war wirklich eine Herausforderung. Ich habe in den letzten Kurven alles gegeben, aber es hat nicht gereicht. Glückwunsch an Timo und Marcel. Und gute Arbeit von Peugeot. Aber wenn man Allan und mich kennt, dann weiß man, dass wir in Silverstone stark sein wollen."

Allan McNish (Audi R18 TDI #2): "Nach dem Audi-Sieg in Le Mans war dies für uns ein enttäuschendes Ergebnis. Der Audi R18 TDI lief gut und zuverlässig. Aber wir waren im Verkehr nicht schnell genug. Und hier drehte sich alles um Verkehr. Mit 48 Fahrzeugen auf der Strecke muss man es schaffen, bei den Überrundungen schnell auf einer Linie an den anderen Autos vorbeizukommen. Im Verkehr konnten die Peugeot immer einen Vorsprung herausfahren."

Ralf Jüttner (Technischer Direktor Audi Sport Team Joest): "Das Rennen ist nicht so gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten. Anfangs sah es noch ganz gut aus. Doch dann haben wir uns viel Dreck in der vorderen Bremsbelüftung eingefangen und mussten sie bei jedem Boxenstopp reinigen. Außerdem mussten wir die Bremsbalance nach hinten stellen. Das hat die Balance des gesamten Autos stark beeinflusst. Alle vier Fahrer berichteten, dass die Autos dadurch schwer zu fahren waren. Gratulation an Peugeot, sie haben hier einen guten Job gemacht."