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DMV Kart Championship
26.09.2011

DMV Goldpokal krönt spannende Saison

Das letzte September-Wochenende stand ganz im Zeichen des traditionellen DMV Goldpokals, eine der ältesten und renommiertesten Kartveranstaltungen Deutschlands. Zugleich stellte das prstigeträchtige Event auf dem Hunsrückring in Hahn das große Saisonfinale des DMV Kart Championships 2011 dar. Kein Wunder also, dass die Felder mit rund 130 Teilnehmern gut gefüllt waren. Und auch sportlich wurde das Großereignis seinen Erwartungen gerecht, denn erstmals seit geraumer Zeit war noch in keiner der sechs Klassen eine Meisterschaftsentscheidung gefallen - ein Beweis für einen enorm ausgeglichenen Saisonverlauf. Der Goldppokal bot letztlich keinen besseren Rahmen, um die Gesamtsieger des Jahres 2011 zu ermitteln...

Bambini: Gianni Janzik räumt ab

Nichts dem Zufall überließ Tabellenführer Gianni Janzik (TR Racing) im Zeittraining. Mit einem deutlichen Vorsprung eroberte er die Pole-Position und die damit verbundenen vielleicht Zusatzpunkte.

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Und auch im Prefinale gab der Stemweder eindeutig den Ton an. Am Ende feierte er einen nie gefärdeten Start-Ziel-Sieg. Die Entscheidung um Platz zwei war dagegen keine klare Sache. Hier balgten sich Luke Wankmüller (Solgat Motorsport) und Jannes Fittje (Ebert-Motorsport) um die Ehrenplätze, wobei letztlich Fittje knapp den Spoiler vorne hatte.

Seiner Rolle als Hauptdarsteller wurde Janzik auch im Finale gerecht. Erneut deklassierte der Youngster die Konkurrenz um Längen und wurde damit nicht nur Gewinner des Goldpokals, sondern auch Gesamtsieger 2011 (Ergebnis gilt als vorläufig aufgrund eines laufenden Verfahrens). Dahinter balgten sich derweil die Nebendarsteller Luke Wankmüller, Jannes Fittje, Gilian Lipinsiki (RMW Eurotec) und Max Hesse (Solgat Motorsport) um die Ehrenplätze. Mit den besten Reserven und einem starken Finish hatte Hesse am Ende den längsten Atem und holte sich Platz zwei vor Fittje, Wankmüller und Lipisnki.

KF3: Titel für Schramm - Goldpokal für Paul
Ein übervolles Haus stellten die Junioren der KF3 mit 36 Piloten. Nach dem Zeittraining, welches Cedric Piro (RS-Motorsport) für sich entscheiden konnte, wurde das Feld aufrund der starken Beteiligung für die Prefinalrennen in zwei Gruppen aufgeteilt.

Den ersten Durchgang der Gruppe A konnte Pole-Setter Piro spielerisch für sich entscheiden. Während hinter ihm ein heißer Kampf um die Ehrenplätze begonnen hatte, suchte er sein Heil in der Flucht und gewann mit einem deutlichen Vorsprung. Dahinter setzten sich letztlich Fabian Schiller (Jedi Racing Team) und Leonardo Momcilovic (Schwabe Motorsport) auf den Position zwei und drei durch.

In der Gruppe B führte kein Weg an Marco Paul (RS-Motorsport) vorbei. Wie schon sein Teamkollege Cedric Piro in der ersten Gruppe, fuhr auch Paul ein kontrolliertes Rennen an der Spitze und konnte nach 13 Runden einen Start-Ziel-Sieg auf seinem Konto verbuchen. Dahinter katapultierte sich derweil Tabllenführer Kim-Luis Schramm (KSM Racing Team) nach vorne, der nach einem eher mäßigen Zeittraining auf Rang zwei die Zielflagge sah und damit die fehlenden Meisterschaftspunkte kassierte, um sich schon vor dem Finalrennen den Gesamtsieg 2011 sichern zu können. Um Rang drei duellierten sich über die gesamte Renndistanz David Beckmann (Keijzer Racing) und Marek Böckmann (Team Zinner) - ein Kampf, der am Ende mit haudünnem Vorteil zugunsten von Beckmann ausging.

Die 17 besten beider Prefinalrennen trafen im Finale aufeinander. Hier war es ein Quintett, bestehend aus Fabian Schiller, Cedric Piro, Marco Paul, Gabriel Seebald (KKC-Racing) und David Beckmann, welches die Pace bestimmte. Ab der Rennmitte kristallisierte sich Paul als Schnellster der Fünfergruppe heraus. Er schnappte sich nacheinander die vor ihm fahrenden Gegner und konnte sich die letzten Runden sogar absetzen. Sein Goldpokalsieg stand am Ende außer Frage. Dahinter ging es noch bis zum Fallen der Zielflagge eng zur Sache und letztlich komplettierten Piro und Schiller das Podium der Tageswertung als Zweiter und Dritter.

KF2: Andre Matisic mit Doppelsieg zum Meistertitel
Einen ersten Schritt in Richtung des Meistertitels machte der Meisterschaftsführende Andre Matisic (KKC-Racing) bereits im Zeittraining, indem er sich die Bestzeit und 1,5 Bonuspunkte sichern konnte.

Und auch im Prefinale war der Hamburger nicht zu bremsen. Mit einem gelungenen Start verteidigte er die Spitze und da sich das Verfolgerfeld noch in der ersten Runden kräftig behakte, war sein Vorsprung bereits nach wenigen Metern dramatisch angewachsen. Uneinholbar in Front brachte Matisic den Sieg sicher nach Hause. Auch die Positionen zwei und drei waren früh entschieden und gingen nach einem unspektakulären Rennverlauf an Tom Lorkowsi (Jedi Racing Team) und Dennis Marschall (Solgat Motorsport). Letzterer erhielt im Nachhinein aber gleich zwei Zeitstrafen, die ihn auf Platz 13 zurückwarfen, wodurch letztlich Fabian Erle (Nees Racing Team) den dritten Rang belegte.

Matisic war auch im Finale das Maß der Dinge. Er entielte dem Feld vom Start weg und machte damit nicht nur den Doppel- und Goldpokalsieg perfekt, sondern setzte sich auch endgültig die Meisterkrone in der Gesamtwertung auf. Unbewusste Schützenhilfe leistete ihm Fabian Erle, der nach einem Bombenstart den zweiten Platz für sich beanspruchte. Dabei wehrte sich der frischgebackene RMC-Champion tapfer bis zum Schluss gegen die Verfolger Tom Lorkowski, Julia Leopold (KSM Racing Team), Mario Ljubic (TR Racing) und Jonas Wolters (Eurokart CRG Germany).

Rotax Junioren: Oberheim holt Goldpokal und Wenig den Titel
Moritz Oberheim (MSC Langenfeld) schnappte Tabellenführer Lukas Wenig (Nintendo Team Scheider) im Zeittraining nicht nur die Pole-Position vor der Nase weg, sondern auch die  Bonuspunkte für die Trainingsbestzeit.

Seinen Platz an der Sonne konnte der Schermbecker auch im Prefinale behaupten. Vom Rennbeginn an baute er seine Führungsposition langsam aber sicher aus und gewann schließlich mit einem Respektvorsprung von über vier Sekunden. Für Tabellenführer Lukas Wenig (Nintendo Team Scheider) begann das Rennen unplanmäßig. Als Trainingszweiter erwischte er einen schlechten Start, machte aber den verlorenen Boden im Rennverlauf wieder gut und holte als Zweiter das bestmögliche heraus. Rang drei ging am Ende an Luka Kamali (KV Oppenrod), der sich im Duell gegen Philipp Killensberger (MSC Ipf Bofingen) behaupten konnte.

Auch im Finale war kein Kraut gegen Oberheim gewachsen. Der Energy-Pilot hatte die Konkurrenz fest im Griff und fuhr mit einem lupenreinen Start-Ziel-Sieg zum Goldpokalgewinn 2011. Dahinter kämpften Lukas Wenig, Luka Kamali und Anna-Lisa Dreyspring um die Verfolgerpositionen. Kamali durfte sich letztlich über Platz zwei freuen, ebenso wie Lukas Wenig, der als Dritter die fehlenden Punkte für den Meisterschaftstitel 2011 sammelte.

Rotax Senioren: Kuhn und Gunkel in Feierlaune
Nino Kuhn war der Zeittrainingsschnellste und ging somit von der Pole-Position ins Prefinale. Diese konnte er zunächst auch im ersten Lauf behaupten, doch von hinten war Tabellenführer Maximilian Gunkel (VPD Germany) bereits mit großen Schritten im Anmarsch. Ab der zweiten Runde war der Titelaspirant auch in Führung zu finden als sich mit blauen Rauchschwaden technische Probleme ankündigten. Offensichtlich gehandicapt wurde Gunkel Platz um Platz zurückgereicht, sah aber immerhin das Ziel und verteidigte als Vierter weiterhin die Meisterschaftsführung. Im Rennen ließ sich derweil Kuhn nicht zweimal bitten. Er gewann das Rennen deutlich vor den Streithähnen Phillip Wendt (DMV Team Straube) und Fabio Wagner.

Zum Alleingang Nino Kuhns wurde das Finale. Problemlos übernahm der Baral-Pilot die Spitze und setzte sich im Rennverlauf sukzessive ab. Mit fast zwei Sekunden Vorsprung gewann der Neuenstädter den Goldpokal 2011. Auch dahinter gab es einen jubelnden Sieger: Diesmal ohne technische unterwegs, kämpfte sich Maximilian Gunkel wieder nach vorne, holte am Ende den zweiten Platz und durfte sich damit die Meisterkrone aufsetzen. Das Podium komplettierte Fabio Wagner als Dritter, der sich im Fotofinish äußerst knapp gegen Phillip Wendt durchsetzen konnte.

KZ2: Di Martino gewinnt Titel - Illgen den Goldpokal
Mit einem deutlichen Punktepolster war Michele Di Martino (Jedi Racing Team) auf den Hunsrückring gereist. Sein Titelgewinn sollte zur reinen Formsache werden. Trotzdem ging der Deutsch-Italiener kein Risiko ein, fuhr die Bestzeit im Zeittraining und sicherte sich damit bereits die ersten Bonuspunkte des Wochenendes.

Und auch das Prefinale stand ganz im Zeichen des Eitorfers. Vom Start weg bestimmte er die Pace und fuhr mit einem kontrollierten Start-Ziel-Sieg auch vorzeitig den Meistertitel ein. Hinter dem frischgebackenen Champion waren die Positionen ebenfalls schnell bezogen. Mit einem Bombenstart bugsierte sich Kevin Illgen (Team DMV) am Trainingszweiten Paul-Tobias Winkler (KSM Racing Team) vorbei und brachte Rang zwei auch sicher nach Hause. Winkler sah lange Zeit wie der sichere Dritte aus, geriet aber in den letzten Runden mit Manuel Huber aneinander, was für beide in einer Nullnummer endete. Lachender Dritter war letztlich Dominik Schmidt, der als Dritter den Zieleinlauf komplettierte.

Das Finale begann mit einem größeren Startunfall, durch welchen gleich mehrere Piloten im Mittelfeld frühzeitig die Segel streichen mussten. Die Spitze blieb davon unbeeindruckt und so war es Kevin Illgen, der sich sofort an Michele Di Martino vorbeiquetschen konnte und den Champion in seine Schranken verweisen konnte. Mehrfach wechselten die beiden Schaltkartasse die Führung. Als Di Martino kurz vor Rennende jedoch ein defekter Schalthebel zum Verhängnis wurde, konnte der Energy-Pilot nur noch Rang zwei retten und musste Illgen den Goldpokalsieg mittellos überlassen. Auf Platz drei konnte sich zunächst Simon Brylla etablieren. Zur Rennhalbzeit musste er aber Dominik Schmidt (DR Germany) passieren lassen, der damit das Podium der Tageswertung komplettierte.

Historische Karts: Maik Stein gewinnt die Tageswertung
Im Rahmenprogramm des Goldpokals waren auch die historischen Karts zu Gast. Das Gesamtergebnis der zwei ausgefahrenen Gleichmäßigkeitsprüfungen gewann Maik Stein vor Rolf Hamacher und Mathis Lesch.

Zum Schluss zog Michael Weichert, DMV-Sportabteilung, ein positives Fazit und gab auch einen Ausblick auf die Saison 2012: "Die abgelaufene Saison stand im Vorfeld unter keinem allzu guten Stern. Die Umstrukturierung im DMV hat vielerseits zu Verunsicherungen geführt und trotzdem hat uns die Kartszene mit rund 160 Einsreibungen ihr Vertrauen geschenkt. Wir haben dann eine der wohl spannendsten und ausgeglichensten Jahre seit langem erlebt. Nach dieser - zugegebenerweise schwierigen Saison - sitzen wir aber wieder fest im Sattel und gehen zweifellos mit voller Energie ins Jahr 2012. Grundsätzlich werden wir am bewährten Konzept des DMV Kart Championships festhalten. Auch der Rennkalender nimmt bereits Formen an. Fraglich ist aber noch die Anzahl der Rennen. Zur Zeit stehen sechs oder sieben Veranstaltungen zur Debatte."

Eine Neuerung wird es aber hinter den Kulissen geben. Ab 2012 wird die Serie von der MAW Motorsportevent Organisation durchgeführt. Dahinter verbirgt sich niemand geringeres als Michael und Annelie Weichert. Duch ihre Aufgaben in der DMV Sportabteilung sind die beiden wahre Organisationsprofis, begleiten das DMV Kart Championship seit Jahren und sind auch erfahren mit der Ausrichtung von CIK-FIA-Events wie der EM und WM. 2011 zeichnete sich das Paar zudem für den Rhein-Main-Kart-Cup verantwortlich und konnte diese Serie mit überraschend großem Erfolg etablieren. Nun freuen sich die Weicherts, die im Übrigen auch selbst aktiv im Rallyesport als Fahrerduo auf Punktejagd gehen, auf die neue Herausforderung für 2012: "Wir sind ja im Endeffekt von Anfang an dabei und haben dem Kind das Laufen beigebracht. Uns liegt das Championship seither sehr am Herzen und von daher war es uns wichtig, dass die Serie auch wieder ein Gesicht bekommt. Michael und ich werden nun nicht mehr nur im Vorfeld die Organisation übernehmen, sondern auch bei allen Rennen vor Ort als Ansprechpartner bereit stehen. Der persönliche Kontakt am Rennplatz ist enorm wichtig, um Meinungen und Wünsche auffassen zu können, auf die man dann schnell und unbürokratisch reagieren kann", erklärt Annelie Weichert zum Abschluss.