Dienstag, 19. November 2019
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ATS Formel 3 Cup
05.01.2011

Saisonrückblick 2010, Teil 1 - Furchtlose Rookies

Der ATS Formel-3-Cup bestritt auch 2010 fast die komplette Saison im Rahmen der ADAC Masters Weekends. Mit einem Starterfeld von stets 20 Fahrzeugen und mehr präsentierte sich Deutschlands schnellste Formelserie in Hochform. Der amtierende Vizemeister des ATS Formel-3-Cup, Stef Dusseldorp sowie der erfahrene Franzose Tom Dillmann standen von Anfang an auf der Favoritenliste. Doch wohl niemand hätte vor der Saison damit gerechnet, dass es ihnen die Rookie vom ersten Rennen weg schwer machen werden. Besonders Daniel Abt und der Däne Kevin Magnussen setzten in ihrem ersten Formel-3-Jahr zum Angriff an und wurden damit ihren berühmten Familiennamen gerecht.

Oschersleben - Rookie Magnussen wird Tabellenführer
Gleich am ersten Rennwochenende des ATS Formel-3-Cup wurde klar: die erfahrenen Piloten wie Dillmann und Dusseldorp müssen sich vor den Rookies in Acht nehmen. So sicherte sich Magnussen von der Motopark Academy im ersten Lauf den Sieg, vor dem Kemptener Daniel Abt (van Amersfoort Racing). Magnussen hatte sich am Start vom vierten Platz in die Führungsposition katapultiert und ließ sich von dort auch nicht mehr vertreiben.

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Der zweite Lauf stand dann im Zeichen von Dusseldorp. Der Niederländer hatte die vergangene Saison als Vizemeister beendet und wollte nun diese Saison den Titel einfahren. Nach dem vierten Platz im ersten Rennen und dem Sieg am Sonntag schien er auf einem richtigen Weg zu sein. Magnussen und Abt bestätigten mit den Positionen zwei und drei ihre gute Leistung und belegten gleich mal die ersten beiden Plätze in der Tabelle.

Bei Dillmann aus dem Team HS Technik hingegen wollte es noch nicht so richtig klappen. Am Samstag landete er mit Rang drei immerhin auf dem Podest. Einen Tag später war er auf dem Weg zu seinem ersten Saisonsieg, wurde allerdings nach dem Rennen mit einer 30-Sekunden-Ersatzstrafe wegen Frühstarts belegt. So blieb ihm nur Gesamtrang vier.

Sachsenring - Dillmann wieder an der Spitze
Auf dem Sachsenring zeigte Dillmann seine Klasse und schnappte sich in beiden Rennen den Sieg. Dazu noch einen Punkt für die Pole-Position und einen für die schnellste Runde. Die erbeuteten 22 Zähler reichten ihm, um die Tabellenführung zu übernehmen. An beiden Tagen setzte sich der Franzose vom Start weg an die Spitze und ließ der Konkurrenz keine Chance.

Am Samstag machte der Schwede Felix Rosenqvist aus dem Team Performance Racing zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Er schnappte sich den zweiten Rang vor Dusseldorp. Im vierten Lauf ergatterten Abt und Magnussen wieder einen Platz auf dem Podium. So konnte Abt in der Tabelle den Dänen überholen.

Allerdings forderte die Berg- und Talbahn den Piloten und Teams wieder einiges ab. Speziell in den freien Trainings fanden sich viele Fahrer neben der Strecke wieder. Markus Pommer machte mit der Streckenbegrenzung so harte Bekanntschaft, dass sein Team Brandl Racing über Nacht ein neues Auto holen musste.

Hockenheimring - Überraschung durch Monien und URD
Auf dem Hockenheimring sorgte hauptsächlich die Rennleitung für Gesprächsstoff. Die verteilte nämlich reichlich Strafen - nicht nur im ATS Formel-3-Cup. Der Grund war die äußere weiße Linie in der ersten Kurve, die die Piloten nicht überfahren durften. Besonders in den beiden Zeittrainings wurden reihenweise schnelle Runden gestrichen. Im zweiten Rennen nahm die weiße Linie sogar Einfluss auf die Podiumsbesetzung.

Doch die Diskussionen über die Strafen, wurden am Samstagnachmittag durch großes Erstaunen abgelöst. Nico Monien hatte überraschend das Rennen gewonnen. Der Deutsche bestritt auf dem Hockenheimring seinen ersten Saisonlauf - sein Team URD Rennesport sogar sein erstes Formel-3-Rennen überhaupt. Nach dem Start hatte er noch auf der dritten Position hinter Rosenqvist und Abt gelegen. Doch der Zweitplatzierte räumte den Führenden recht uncharmant von der Strecke und bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe - plötzlich führte Monien und gewann.

Für Bobby Issazhade, den Teamchef von Rosenqvist wurde es ein teurer Samstag. Als Abt bei seiner Durchfahrtsstrafe am Kommandostand von Performance Racing vorbeifuhr, bekam er eine eher unhöfliche Geste zu sehen. Die Rennleitung ließ es bei einer Geldstrafe von 750 Euro bewenden.

URD wollte eigentlich von Saisonbeginn mit Klaus Bachler an den Start gehen. Doch der junge Österreicher hatte bei den Vorsaisontests einen heftigen Unfall. Nach dem Krankenhausaufenthalt standen deswegen Reha und Abitur im Vordergrund.

Am Sonntag stand wieder Dillmann ganz oben auf dem Siegerehrungspodest und konnte damit seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbauen. Der Franzose hatte seine übliche Taktik angewendet: guter Start von der Pole-Position und dann so schnell wie möglich viel Abstand zwischen sich und den Rest des Feldes bringen. Dahinter kämpfte Dusseldorp gegen Rosenqvist und Abt um den zweiten Rang. Doch ausgerechnet Rosenqvist überfuhr die weiße Linie drei Mal und musste deswegen zu einer Durchfahrtsstrafe antreten. Rang drei erbte Abt.

ATS Formel-3-Trophy
In der ATS Formel-3-Trophy dominierte von Beginn an der Deutsche Riccardo Brutschin. Nach sechs Rennen hatte er bereits vier Siege, einen zweiten und einen dritten Platz auf seinem Konto. Nur Aleksi Tuukkanen konnte in Oschersleben und Hockenheim jeweils einen Sieg holen.