Samstag, 4. Juli 2020
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VW Scirocco Cup
16.10.2010

Kris Heidorn neuer Champion

Genau 34 Jahre nach dem letzten Meister in einem Volkswagen Scirocco gibt es endlich wieder einen Champion: Kris Heidorn setzte sich im Finale des in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Scirocco R-Cup durch.

Dem 21-jährigen Wunstorfer reichte beim spannenden Saisonfinale auf dem verregneten Hockenheimring ein vierter Platz, um sich den Titel im umweltfreundlichsten Markenpokal der Welt zu sichern. Insgesamt holte Heidorn 356 Punkte, bei drei von neun Rennen überquerte er als Erster die Ziellinie. Einer der ersten Gratulanten beim jubelnden Champion war Willi Bergmeister, der Champion von 1976. Die Grundlage für seinen Triumph hatte Heidorn im letzten Lauf der Saison schon im Qualifying gelegt, als er mit einer starken Schlussrunde den fünften Startplatz holte, während seine Titelkonkurrenten Maciek Steinhof (16.) und Jann-Hendrik Ubben (17.) Nerven zeigten.

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Im Rennen ließ Heidorn nichts anbrennen, hielt sich aus Zweikämpfen heraus und fuhr als Vierter souverän zum Titel. Der vom Emdener Volkswagen-Werk unterstütze Ubben zeigte großen Kampfgeist, kam zwischenzeitlich bis auf den sechsten Platz vor, und beendete als 13. das Rennen. Pech hatte der 2009er-Polo-Cup-Sieger Steinhof, der nach einer Kollision in der zweiten Runde sein Auto abstellen musste und ausschied.

Ex-Formel-1-Pilot Johnny Herbert zeigte eine famose Leistung und holte als Zweiter das beste Resultat eines Legendenstarters in der gesamten Saison – und dort waren 2010 klangvolle Namen wie Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, die Formel-1-Piloten Martin Brundle und Mark Blundell oder der fünfmalige Le-Mans-Sieger Frank Biela am Start.
Schwerer taten sich die anderen Legendenfahrer mit dem nassen Untergrund: "Dakar"-Sieger Giniel de Villiers schied kurz nach dem Start aus, der viermalig Rallye-Champion Juha Kankkunen kam als 15. ins Ziel.

Für eine Überraschung sorgten zwei Gaststarter: Ex-DTM-Pilot Daniel la Rosa siegte mit einer ganz starken Regenleistung und US-Gaststarter JD Mobley – der Meister des Jetta-TDI-Cup – holte den drittbesten Rang im Gesamtklassement. Aber auch am Ende des Feldes gab es ein packendes Duell zweier Gaststarter, bei dem sich BILD-Reporter Frank Schneider nach hartem Kampf gegen TV-Koch Mario Kotaska behaupten konnte.

Kris Nissen, Volkswagen Motorsport-Direktor:
"Glückwunsch an den neuen Champion Kris Heidorn, der mit seiner starken Qualifying-Leistung den Grundstein für den verdienten Erfolg gelegt hat. Der Push-to-pass-Button hat auch im Regen für spektakuläre Überholmanöver gesorgt. Ich bin stolz, dass es Volkswagen gelungen ist, so einen attraktiven Markenpokal auf die Beine zu stellen. Danke an alle, die mitgeholfen haben, dass der Scirocco R-Cup in die Herzen der Motorsportfans gefahren ist. Es war eine großartige Saison."

#4 – Kris Heidorn (Wunstorf)
Qualifying: 5 – Rennen 4: "Ich bin natürlich super glücklich – und total erleichtert. Der Druck hat sich vor dem Finale schon enorm aufgebaut und ich musste beweisen, dieses Wochenende alles richtig zu machen. Mein Qualifying war der Schlüssel zum Erfolg und ich konnte das Rennen dann ganz gut kontrollieren. Ich bin natürlich stolz, erster Champion des neuen Scirocco R-Cup zu sein, das ist etwas ganz Besonderes."

#2 – Jann-Hendrik Ubben (Ihlow)
Qualifying: 17 – Rennen 13: "Wenn mir vor Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass ich um den Titel mitfahre, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich bin total happy über Platz zwei, von Enttäuschung keine Spur. Mein Rennen begann sehr gut und ich habe einige Plätze gut gemacht, aber vermutlich lagen wir mit dem Luftdruck etwas daneben und ich musste einige Gegner wieder ziehen lassen. Danke an Volkswagen, dass ich dank des ProTalent-Wettbewerbs die einmalige Chance erhalten habe, hier dabei zu sein."

#20 – Daniel la Rosa (Hanau)
Qualifying: 7 – Rennen 1: "Ich freue mich tierisch über den Sieg. Am Anfang konnte ich es gar nicht glauben, dass ich wirklich auf P1 war. Als mir mein Mechaniker das Schild hochgehalten hat, musste ich zweimal hingucken. Mein Start war ganz okay. Dann bin ich schnell nach vorn gekommen und habe mir mit Johnny Herbert ein klasse Duell geliefert. Der Push-to-pass-Knopf ist einfach genial, das ist Nervenkitzel pur."

#51 – Johnny Herbert (England)
Qualifying: 1 – Rennen 2: "Ein cooles Rennen. Beim Start musste ich einen Gegner ziehen lassen, danach habe ich mir mit Daniel la Rosa einen tollen Kampf um die Führung geliefert. Wir haben uns die ganze Zeit beäugt und parallel die Extra-Power benutzt. Daniel hat keinen Fehler gemacht und so war kein Vorbeikommen möglich."

#69 – Willi Bergmeister (Langenfeld)
Qualifying: 23 – Rennen 22: "Mein Comeback im Scirocco hat großen Spaß gemacht. Seit 1976 ist technisch natürlich enorm viel passiert, vor allem die Motorleistung hat sich mehr als verdoppelt. Der Cup ist eine tolle Sache und mein Nachfolger Kris Heidorn kann stolz darauf sein, diese Meisterschaft gewonnen zu haben."

#73 – JD Mobley (USA)
Qualifying: 3 – Rennen 3: "Der Rennen war ein großer Spaß. Im Jetta-TDI-Cup in den USA geht es schon eng zu, aber hier ist die Konkurrenz noch stärker. Die Zweikämpfe waren packend und fair, ich habe enorm viel gelernt. Leider ist mein erster Aufenthalt in Deutschland sehr kurz, ich fliege morgen zurück, da ich wieder zur Schule muss."

#67 – Juha Kankkunen (Finnland)
Qualifying: 19 – Rennen 15: "Mein letztes Autorennen liegt mehr als 20 Jahre zurück, aber dank des Regens kam mir das Rennen ohnehin wie eine Asphalt-Rallye vor. Ich hatte einige gute Zweikämpfe, wobei der Push-to-pass-Button eine fantastische Hilfe war. Eine tolle Idee."

#66 – Giniel de Villiers (Südafrika)
Qualifying: 13 – Rennen Aus nach Kollision: "Mein Start war top, aber das Rennen zu kurz – nachdem ich ein paar Plätze gut gemacht hatte, hat sich leider ein Konkurrent gedreht und mein Auto vorn rasiert. Mit einem Plattfuß konnte ich nur noch die Box ansteuern."