Streckenvorstellung
06.08.2026
Croatia Ring nimmt Gestalt an – Kroatien arbeitet an moderner Rennstrecke
Das nach eigenen Angaben vollständig privat finanzierte Projekt verfolgt das Ziel, Kroatien dauerhaft auf der internationalen Motorsport-Landkarte zu etablieren und sogar die Formel 1 anzulocken. Nun haben die Initiatoren einen wichtigen Meilenstein erreicht: Die zuständigen Behörden haben aus umweltrechtlicher Sicht grünes Licht für das Vorhaben gegeben.
Damit ist eine der größten Hürden im Genehmigungsverfahren genommen. Zwar stehen weitere behördliche Entscheidungen noch aus, doch das Projekt gewinnt damit deutlich an Kontur.
Seit 2021 arbeiten die Unternehmer Ante Bušić und Davorin Štetner an der Entwicklung des Komplexes. Das rund 50 Hektar große Areal liegt zwischen den Ortschaften Veljun und Blagaj in der Region Karlovac und ist sowohl von Zagreb als auch von der Adriaküste in rund anderthalb Stunden erreichbar. Auch die Plitvicer Seen befinden sich nur wenige Kilometer entfernt.
Herzstück der Anlage wird eine 4,226 Kilometer lange Rennstrecke aus der Feder von Tilke Architects. Mit zwölf Kurven und einem Höhenunterschied von mehr als 34 Metern soll der Kurs anspruchsvollen Motorsport bieten. Die Strecke wird nach den Vorgaben der höchsten FIA-Homologationsstufe gebaut und wäre damit grundsätzlich für internationale Spitzenserien geeignet.
Rund um den Kurs entsteht eine moderne Motorsportanlage mit Boxengebäude, Fahrerlager, Tribünen, Medienzentrum und weiterer Infrastruktur für Veranstaltungen. Insgesamt soll das Gelände bis zu 18.000 Besucher aufnehmen können.
Der Croatia Ring ist jedoch weit mehr als eine Rennstrecke. Geplant ist ein ganzjährig nutzbarer Freizeit- und Tourismuskomplex mit Hotel, Apartments, Restaurants und weiteren Übernachtungsmöglichkeiten. Ziel ist es, die Region wirtschaftlich zu stärken und Besucher auch außerhalb von Rennveranstaltungen anzuziehen.
Prominente Unterstützung erhält das Projekt von Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve, der den Entwicklern beratend zur Seite steht. Nach Angaben der Verantwortlichen fließen zudem Erfahrungen weiterer Persönlichkeiten aus dem internationalen Motorsport in die Planung ein.
Trotz der umfangreichen Bauarbeiten soll mehr als 60 Prozent des Geländes als Grünfläche erhalten bleiben. Dieses Konzept spielte auch bei der positiven Entscheidung der Umweltbehörden eine wichtige Rolle.
Bis zur Eröffnung sind noch einige Genehmigungsschritte notwendig. Die Initiatoren halten jedoch unverändert an ihrem Zeitplan fest und möchten die Anlage innerhalb der kommenden Jahre fertigstellen. Langfristig soll der Croatia Ring internationale Rennserien nach Kroatien holen. Ob dazu eines Tages auch die Formel 1 gehören wird, hängt allerdings nicht nur von der Strecke selbst, sondern auch von den entsprechenden kommerziellen Vereinbarungen mit der Königsklasse des Motorsports ab.





